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02.12.2007 

Kollege Internet: Da kann man doch schnell mal auf die Idee kommen, an einem ruhigen Abend einen der Dutzenden Versicherungsvergleichsrechner im Internet zu nutzen. Ein paar Klicks, ein paar lässige Angaben, und der Markt liegt in Minutenschnelle offen vorm Kunden, transparent wie nie. Irrtum. Das Ganze ist nicht mehr als eine schöne Variante für den ersten Überblick, denn es sollte keiner glauben, dass es dort objektiv zuginge.

Die zwei wesentlichsten Kritikpunkte: Zum einen entspricht schon die Selektion der Unternehmen, die auf einem Portal verglichen werden, nicht allen möglichen Anbietern der Branche, sondern ist einzig auf die dort fließenden Provisionen der Anbieter an den Portalbetreiber zugeschnitten. Zum anderen gibt es meist keinerlei Auskünfte, bevor der Internet-Nutzer nicht seine Adresse und detaillierte, persönliche Angaben geliefert hat. Die sind vermeintlich nötig, weil ihm nur dann die individuell optimale, allumfassende Kfz-Police oder Lebensversicherung geliefert werden kann. In Wirklichkeit, um damit durch ihre Finanzdetails hochwertige Adressen an Versicherungsunternehmen weiterverkaufen zu können, die ihnen mit ihrem postwendend folgenden Angebot eine Punktlandung beim Nachfrager ermöglicht. Dafür zahlt er dann auch gerne bis zu dreistellig an die Portalbetreiber.


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Eine Tochter der auf Versicherungsunternehmen spezialisierten Ratingagentur Assekurata untersuchte soeben die Qualität von Kfz-Versicherungsvergleichen, deren trauriges Ergebnis Assekurata-Chef Reiner Will für übertragbar auf Lebensversicherungs- oder Fondspolicenvergleiche hält: Von gut bis mangelhaft ist alles dabei. Will rät: "Solche Vergleiche sind dann nützlich, wenn man sich vorher schon informiert hat und gezielt ein oder zwei Produktanbieter sucht, die einen interessieren. Wichtig zu wissen: Viele gute und seriöse Anbieter haben gar kein Interesse, in diesen Vergleichen aufzutauchen."

Besser will es Klaus-Jürgen Baum aus Kronberg im Internet machen, und seine Idee klingt so bestechend wie erprobt: Kunden bewerten Verkäufer, und die Ergebnisse kann jedermann online nachlesen. Ebay oder HRS, der Hotel Reservation Service, machen das seit Jahren erfolgreich vor. Warum sollte es also nicht auch für Versicherungsverkäufer funktionieren, fragte sich der ehemalige Deutschland-Chef des Fondsanbieters Fidelity und gründete das erst vor wenigen Wochen online gegangene Portal whofinance.de Dort kann jedermann die Beratungsqualität seines Versicherungsverkäufers mit Sternen benoten, nach Postleitzahlen sortiert können Ratsuchende einen Top-Kandidaten in der Nachbarschaft suchen.

Noch quält sich das Portal aus den Startlöchern, zu wenige Bewertungen lassen nur Schmalspur-Rückschlüsse auf die wahre Qualität der Verkäufer zu. Baum kontert: "Wir werden das Portal bald bewerben und so vor allem in den Ballungsräumen auf eine so hohe Zahl von Bewertungen kommen, dass es den Nutzern entscheidend weiterhilft." Und wie will er verhindern, dass sich Buddys untereinander lobpreisen und gutgläubige Interessenten in die Irre führen? "

Das können wir niemals ausschließen, aber wir checken jede Bewertung gegen, durchflöhen sie auch nach verräterischen Katalogwörtern von Insidern und können wegen der angegebenen Mail-Adresse auch beim Urteilenden selbst nachfragen", so Baum. Seine Hoffnung sind so genannte verräterische bipolare Profile: Wenn durch die steigende Zahl abgegebener Bewertungen Auffälligkeiten nach oben und unten ganz von alleine gegen die Seriosität des Vertreters sprechen.


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