Indirekte Immobilieninvestments bieten Flexibilität und die Möglichkeit, auch kleinere Beträge in Betongold zu investieren.
Immobilien rentieren sich durchaus. Foto: Archiv
HB PULHEIM. Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Immobilie ist als Instrument zur privaten Altersvorsorge aktueller denn je. Auf sie entfällt nach wie vor der größte Anteil am global investierten Vermögen. Allerdings trägt Deutschland trotz jahrzehntelanger Förderung durch den Staat immer noch die rote Laterne im weltweiten Vergleich des Wohneigentums. Nach Daten des Kölner Instituts für Altersvorsorge (DIA) aus dem Jahr 2006 wohnen von zehn Haushalten in Spanien und Irland acht, in Großbritannien und den USA sieben, aber in Deutschland und der Schweiz nur rund vier Haushalte in den eigenen vier Wänden.
Die Unterschiede erklären sich für den Co-Autor der von der DIA in Auftrag gegebenen Untersuchung "Eigenheimförderung in Europa", Ulrich Pfeiffer vom Forschungsinstitut Empirca, recht eindeutig: "Insgesamt haben die Subventionen für Wohneigentümer in den meisten Ländern keine signifikante Auswirkung auf die Wohneigentumsquote gezeigt. Die erheblichen Abweichungen erklären sich fast ausschließlich aus unterschiedlichen Angebotsbedingungen."
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Wer in Deutschland Wohneigentum errichten oder erwerben will, muss zuvor dafür fünf bis sechs Jahresnettoeinkommen aufbringen, eine Summe, die bei jungen Ersterwerbern sogar sechs bis acht Jahresnettoeinkommen entspricht. Zum Vergleich: in den USA reichten lange Jahre zwei bis drei, in Großbritannien drei bis viereinhalb Jahresnettoeinkommen für den Kauf der eigenen vier Wände.
Diese hohe Eigenkapitalquote erzwingt bereits vor dem Immobilienerwerb ein langes Vorsparen und danach einen längeren Konsumverzicht. Aufgrund der immer stärker geforderten beruflichen Mobilität stellen gerade junge Menschen ein solches Projekt in ihrer Lebensplanung oftmals zunächst einmal zurück.
Das bedeutet allerdings nicht, dass man für die Altersvorsorge ganz auf Immobilienengagements verzichten muss. Der klassische Weg ist zwar immer noch der Erwerb der eigenen vier Wände. Aber das ist nicht die einzige Möglichkeit, in Betongold zu investieren. Denn neben dem direkten Immobilieninvestment existierten auch indirekte Varianten. Das kann etwa über börsennotierte Anlageinstrumente geschehen oder aber über eine Anlageform, die nicht an der Börse notiert.
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Lesen Sie weiter auf Seite 2: Reits und Fonds
Wer dem Spiel der Marktkräfte vertraut, kann beispielsweise Immobilienaktien von in- und ausländischen Unternehmen erwerben. Seit Beginn dieses Jahres ist zudem auch in Deutschland der Kauf von so genannten Real Estate Investment Trusts, kurz Reits genannt, möglich. Das sind steuerbegünstigte Immobilien-Aktiengesellschaften, die ihre Gewinne fast vollständig an die Aktionäre ausschütten dürfen. Dafür wird der Ertrag direkt und in voller Höhe beim Anleger besteuert.
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Reits sind bislang vor allem in den USA, Australien, Frankreich und Japan sehr populär. "Bei Immobilienanlagen spielen Reits in der Bundesliga", sagt Petra Becher, Finanzexpertin bei USB Deutschland. Da diese Papiere an der Börse gehandelt werden, unterliegen sie naturgemäß größeren Schwankungen, bieten aber auch hohe Renditechancen. Der große Vorteil der Newcomer: Schon mit kleineren monatlichen Beiträgen können Anleger beispielsweise über Zertifikate in dieses Segment investieren.
Eine andere Variante ist der Kauf von Anteilen an offenen Immobilienfonds. Sie sind nach den Turbulenzen der vergangenen zwei Jahre wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser geraten.
Nicht börsennotierte Anlageformen stellen beispielsweise geschlossene Immobilienfonds dar. Bei diesen Gesellschaften sollten Altersvorsorgesparer aber bedenken, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt. Mit dem Eintritt in die Gesellschaft wird der Anleger unmittelbar und persönlich Eigentümer des Immobilienvermögens - mit allen Rechten und Pflichten.
Zur Altersvorsorge können beispielsweise geschlossene Fonds mit Gewerbe- oder Wohnimmobilien gewählt werden. Allerdings gibt es bei diesen Anlageformen kaum Schutzvorschriften für Anleger. Immobiliensparer müssen also vor einem Engagement das Objekt kritisch prüfen - dann steht einem Engagement in Beton nichts mehr im Weg.
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