Eine weitere Überbrückungschance bietet das Policendarlehen, das immer mehr Banken und Versicherer anbieten. Damit beleiht man seinen eigenen Vertrag. Der klamme Kunde kann sich bis zu 90 Prozent des Rückkaufwerts der Police als Kredit auszahlen lassen, ohne kündigen zu müssen. „Das macht nur Sinn, wenn man ganz sicher bald Geld erwartet“, so die Erfahrung Larischs. Bleiben die Einkommensaussichten schlecht, ist davon abzuraten. Denn der Preis ist hoch: Während der Kredit läuft, sind auch die Prämien für die Lebensversicherung weiter zu zahlen.
Wer dringend Geld braucht, dem bleibt meist nur der Komplettausstieg. Lohnenswerter als eine Kündigung ist der Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt. Dort bekommt man bestenfalls bis zu 15 Prozent mehr Geld geboten. Einen Aufkäufer zu finden ist allerdings gar nicht so einfach. „Nur Perlen sind gefragt, beste Policen mit relativ kurzer Restlaufzeit“, betont Bianca Höwe vom » Bund der Versicherten (BdV). Eine Chance hat nur, wer beispielsweise einen Vertrag bei einem renommierten Versicherer zu Rückkaufwerten ab 5 000 Euro zu bieten hat. Will man seinen Vertrag kurz nach Abschluss schon wieder zu Geld machen, hat man gar keine Aussichten auf Erfolg.
Ratsam ist, auf dem Zweitmarkt möglichst viele Angebote von Policehändlern einzuholen - und sich dann für den Meistbietenden zu entscheiden. „Feilschen bringt was“, rät Scholl. „Etwas mehr als beim Anfangsgebot ist häufig drin.“ Wer einen Aufkäufer gefunden hat, sollte folgende Risiken bedenken: Wird eine Auszahlung der Summe über Jahre hinweg in Raten angeboten, heißt es aufpassen. Geht der Käufer pleite, sind die Restbeträge verloren. Besser ist, die Zahlung kommt auf einen Schlag und wird nicht gestreckt.
Unterstützung bieten die Verbraucherzentralen und der » Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL).
