Für den durchschnittlich vermögenden Anleger macht in der Regel nur die zweite Variante Sinn, weil ansonsten die Rente nicht mehr als ein Taschengeld wäre. Der Kapitalverzehr birgt allerdings die Gefahr, dass das Guthaben aufgebraucht ist, bevor der Anleger stirbt. Wann kein Geld mehr da ist, hängt nicht zuletzt von der Verzinsung des Depots ab. Je höher die Rendite, desto länger fließt die Privatrente.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, werden Entnahmepläne meist mit festen Laufzeiten vereinbart. Dann allerdings ist die Rentenhöhe variabel, weil sich die Fondsrendite nur abschätzen, aber nicht garantieren lässt. Zudem schützt die feste Laufzeit den Anleger nicht davor, sein Fondsguthaben zu überleben.
Welches Modell ist nun besser für den finanziell sorgenfreien Ruhestand geeignet, private Rentenversicherung oder Entnahmeplan? Um dieser Frage nachzugehen, hat Tom Friess, Chef des Vermögenszentrums in München, eine typische Vorsorgesituation durchgerechnet (siehe Tabelle: Wette auf ein langes Leben): Eine 65-jährige Frau will ihre ersparten 250 000 Euro verrenten. Sowohl bei der Rentenpolice als auch beim Entnahmeplan wird eine monatliche Rente nach Steuern von 1171 Euro unterstellt.
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