Altersvorsorge ist für Frauen besonders wichtig. „Normale“ Erwerbsbiografien sind lang, zeigen weder Karrierebrüche noch Auszeiten und kennen keine Familienphase. Sie sind mit einem Wort: männlich. Doch wer sich beim Sparen für das Alter zu sehr auf den Partner verlässt, geht ein hohes Risiko ein.
FRANKFURT. Dabei verdienen Frauen noch immer weniger. Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern von bis zu 25 Prozent ermittelte das Karriereportal Monster bei der Auswertung von Jahresgehältern in verschiedenen Branchen. Kommen Kinder hinzu, klafft die Schere noch weiter auseinander: Das Lebenseinkommen von Frauen mit Kindern liegt um bis zu einem Drittel unter dem der Männer mit Kindern bei gleicher Bildung. Als Konsequenz zahlen Frauen weniger Geld in die gesetzliche Rentenversicherung ein.
Einer Analyse des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zufolge sind zwar fast die Hälfte aller Beschäftigen weiblich, doch die Hälfte davon teilzeitbeschäftigt. Dies zeigt, dass sich viele Frauen bei ihrer Altersvorsorge auf andere verlassen: den Partner oder den Staat. Die Folge: 75 Prozent der heute 30- bis 59-jährigen Frauen werden nach Berechnungen von Rentenexperten im Alter finanziell nicht ausreichend abgesichert sein. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Psychonomics im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).
Frauen sollten sich also dringend eine eigenständige Altersvorsorge aufbauen. Bei den entsprechenden Finanzprodukten steht auf Platz eins die Riester-Rente, die für Geringverdienende und Mütter mit Förderquoten von über 60 Prozent durch die hohen Kinderzuschläge und Steuervorteile empfehlenswert ist. Ab 2008 kommt zudem die Höchstförderung von 154 Euro für Erwachsene und 185 Euro für jedes Kind hinzu. Zudem soll die Zulage für ab 2008 geborene Kinder 300 Euro betragen. Allerdings sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass die Riester-Rente zum Ziel hat, das sinkende Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung aufzufangen. In vielen Fällen dürfte diese Vorsorgeform also nicht ausreichen.
Für Selbständige und gut Verdienende ist die Rürup-Rente – auch Basisrente genannt – sinnvoll. Den „Geburtsfehler“ der mangelnden steuerlichen Absetzbarkeit haben die Politiker inzwischen durch das Jahressteuergesetz 2007 eliminiert. Nun sind die Beiträge zur Rürup-Rente als Aufwendungen für die Altersvorsorge tatsächlich voll bis zu 20 000 Euro im Jahr als Sonderausgaben steuerabzugsfähig.
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Dritter Baustein einer soliden Altersvorsorge ist die betriebliche Altersvorsorge – zumal der Gesetzgeber vor kurzem beschlossen hast, dass die Sozialversicherungsfreiheit auch über das Jahr 2009 hinaus bestehen bleibt.
Schließlich ist auch eine private Rentenversicherung, die zusätzlich zur gesetzlichen Rente das monatliche Salär aufpäppelt, empfehlenswert. Ihr großer Vorteil ist die lebenslange Zahlung.
Wer Disziplin hat und kein festes vom Staat vorgeschriebenes Gerüst braucht, kann sich auch über Fonds-Anteile eine private Rente organisieren. Der Vorteil des Fonds-Sparens ist die Flexibilität. Per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung wird regelmäßig ein fester Betrag in Fondsanteile investiert. In der Regel werden monatlich 50 Euro oder mehr gespart. Es können aber auch nur jeden zweiten oder dritten Monat Anteile gekauft werden. Nahezu alles ist möglich: Raten erhöhen, erniedrigen, aussetzen oder auch schnell Kasse machen.
Für einen Sparplan stehen fast alle Fondsarten offen. Fondssparer sollten allerdings beachten, welche Auswirkungen die ab 2009 geltende Abgeltungssteuer hat. Künftig werden Aktienfonds durch die Besteuerung weniger attraktiv, Rentenfonds oder offene Immobilienfonds dagegen interessanter.
