KPMG-Studie Die Auto-Versicherung wird bis 2030 deutlich billiger

Gut für die Autofahrer, schlecht für die Versicherer: Die Auto-Versicherung steht nach einer Studie angesichts des technischen Fortschritts vor einschneidenden Veränderungen.
Wer seine Autoversicherung wechseln will, hat bis zum 30. November Zeit. Bevor man sich für die Fortführung der Police oder für einen Wechsel entscheidet, gilt es abzuklären: Stimmt der Preis? Welche Leistungen bekomme ich für mein Geld? Quelle: obs
Autoversicherung: Preis und Leistung müssen stimmen

Wer seine Autoversicherung wechseln will, hat bis zum 30. November Zeit. Bevor man sich für die Fortführung der Police oder für einen Wechsel entscheidet, gilt es abzuklären: Stimmt der Preis? Welche Leistungen bekomme ich für mein Geld?

(Foto: obs)

FrankfurtJe nachdem, wie schnell sich autonomes Fahren, Carsharing und andere technische Neuerungen durchsetzen, müssten die Versicherer bis 2030 mit einem um 15 bis 45 Prozent sinkenden Prämienvolumen rechnen, heißt es in der vergangene Woche veröffentlichten Studie von KPMG. „Im selben Maß, in dem die Zahl der Unfälle und das Volumen der Prämien sinken, dürften auch die Kosten für die Kfz-Versicherungspolicen zurückgehen“, erklärte KPMG-Partner Markus Heyen in Frankfurt.

Im vergangenen Jahr nahmen die deutschen Kfz-Versicherer mit Haftpflicht- und Kasko-Policen 24,3 Milliarden Euro ein. Im für sie günstigsten Fall könne das Volumen in den nächsten 15 Jahren um 15 Prozent zurückgehen, prognostizieren die KPMG-Berater. Wenn sich die technische Entwicklung noch beschleunige, drohten sie bis zur Hälfte der Einnahmen zu verlieren. 13,3 Milliarden Euro im Jahr errechnen sich im extremsten Szenario nur noch. Das werde sich nur zum Teil durch neue Angebote ausgleichen lassen, etwa weil die Autobauer Fahrzeuge häufiger in die Werkstätten rufen müssen oder sich gegen Produkthaftungs-Risiken absichern.

Welche Autos in der Versicherung teurer werden
Wenige Änderungen in der Haftpflicht
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Einmal im Jahr passen die Kfz-Versicherer die Prämien an. Für die überwiegende Mehrheit der Autofahrer bleiben die Typklassen ihrer Haftpflichtversicherung 2016 erhalten. Nach der neuen Typklassenstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ändert sich für 70 Prozent der Fahrzeuge nichts. Mehr Änderungen gibt es in den Kasko-Versicherungen.

Individuelle Berechnung
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Die Typklasse ist eines von mehreren Tarifmerkmalen, das die Versicherer bei der Berechnung des Versicherungsbeitrages berücksichtigen. Je niedriger die Einstufung in der Typklasse, desto günstiger der Versicherungsbeitrag. Allein die Veränderung bei der Typklasse lässt jedoch keinen Rückschluss über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu.

Fiat 500L 1.3 JTD
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Während die Haftflicht und die Teilkasko unberührt bleiben, müssen Vollkasko-Versicherte für den Fiat 500L 1.3 JTD, 77 kW, etwas mehr hinlegen. Das Modell wird 2016 in der Typklasse 22 geführt (+1).

Jaguar F-Type Roadster S V8 5.0
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Sängerin Lana Del Rey fährt auf den Jaguar F-Type Roadster S V8 5.0 mit 364 kW ab. Entscheidet sie sich für eine deutsche Vollkasko-Versicherung, muss sie Prämien der Typklasse 31 zahlen (+1).

Lexus RX450 Hybrid, 183 kW
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Fahrer dieses Lexus müssen im kommenden Jahr richtig drauflegen, sollten sie haftpflichtversichert sein. Die Typklasse für den Lexus RX450 Hybrid steigt auf 30 (+ 4).

Range Rover Sport 3.0 TD
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Noch teuer wird es für Fahrer dieses bei Autodieben beliebten Range Rovers-Typs (Sport 3.0 TD, 215 kW), der in der Teilkasko einen der größten Sprünge auf 33 macht (+ 5). Auch in der Vollkasko wird das Modell um zwei Typklassen hochgestuft (34).

Skoda Octavia Combi 1.2 TSI
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Der Skoda Octavia Combi 1.2 TSI (77 kW) wird in der Haftpflicht- (16) und in der Vollkaskoversicherung (17) jeweils um eine Typklasse hochgestuft.

„Der Umbruch in der Kfz-Versicherung wird - geradezu unausweichlich - zu derart hohen Prämienrückgängen führen, dass eine signifikante Reduktion der Kosten unvermeidbar sein wird“, sagt KPMG-Manager Jörg Wälder. Für einige Versicherer könnte es dann besser sein, gar keine eigenen Kfz-Policen mehr anzubieten, heißt es in der Studie. Die größten deutschen Kfz-Versicherer sind die Allianz und die HUK-Coburg.

Die KPMG-Experten sehen drei Gründe, weshalb die Branche vor einem Umbruch steht. Zum einen würden Fahrerassistenzsysteme bis hin zu selbstfahrenden Autos die Zahl der Zusammenstöße bis 2030 um bis zu 50 Prozent reduzieren. Zum anderen gäben immer mehr Autofahrer das eigene Auto zugunsten von Carsharing-Modellen auf. Das könne bis zu 4,5 Millionen Privatautos obsolet machen. Neue Produktionstechniken wie der 3D-Druck machten zudem den Lkw-Transport auf langen Strecken teilweise überflüssig, weil die Güter in der Nähe der Kunden gedruckt werden könnten. Damit würden bis zu 30 Prozent weniger schwere Lastwagen gebraucht.

So sparen Sie bei Ihrer Kfz-Versicherung
Fahrzeugtyp entscheidend
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Sportwagen versus Familienwagen: Bei einem BMW ist Diebstahlrate deutlich höher als bei einem Familienvan. Ein VW-Golf ist häufiger in Unfälle verwickelt als ein Fiat Panda. Fahrzeugtyp und Klasse sind entscheidend, wenn es um die Beitragshöhe in der KfZ-Versicherung geht.
Quelle: Die Tipps wurden zusammengestellt von der Versicherungsmanager-App Knip.

Günstiger auf dem Land
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In Großstädten wie Berlin ist sowohl das Diebstahlrisiko als auch die Unfallgefahr größer, was sich im Versicherungsbeitrag bemerkbar macht. Wer sein Auto hingegen in einer ländlichen Gegend anmeldet, verringert das Risiko und kann somit auch Geld sparen.

Geringere Beiträge für Familien
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Auch der Familienstand des Autobesitzers hat Einfluss auf die Versicherungsbeitrag. Bei verheirateten Paaren mit Kindern geht man eher von einem vorsichtigen Fahrstil und somit einem geringen Unfallrisiko aus – dementsprechend sind auch die Beiträge geringer.

Zweitwagenregelung nutzen
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Aber auch Fahranfänger können sparen: einfach von der Zweitwagenregelung Gebrauch machen und das Fahrzeug zum Beispiel bei den Eltern mitversichern. Schon wird der Anfänger nicht mehr als solcher eingestuft.

Marderschäden versichern
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Kaputte Schläuche durch Marderbisse sind häufig durch die Versicherung abgedeckt. Folgeschäden jedoch nicht. Weil Schäden aber manchmal eine Weile unentdeckt bleiben, sollten auch die Folgeschäden mitversichert werden.

Nutztiere einschließen
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„Haarwild“, das sind Wildschweine, Rehe und Hasen. Unfälle mit genau diesen sind meist abgedeckt. Vögel und Nutztiere, wie zum Beispiel Kühe oder Schafe gehören nicht dazu, sollten aber bestenfalls eingeschlossen werden.

Werkstattbindung prüfen
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Mit einer Werkstattbindung wird der Versicherungsbeitrag geringer. Insgesamt können die Kosten dann aber steigen, weil Vertragswerkstätten teurer sind.

Leidtragende der Umwälzungen seien vor allem die Vertreter der Versicherer und Makler. Denn sie würden beim Verkauf von Kfz-Versicherungen massiv vom Vertrieb über das Internet, aber auch von den Autoherstellern selbst verdrängt, heißt es in der Studie. Denn immer mehr Policen würden direkt beim Autohändler abgeschlossen.

  • rtr
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