Stichtag 30. November

Spurwechsel beim Autoversicherer?

Ende November können Versicherungskunden ihre Kfz-Versicherung kündigen. Das kann sich lohnen. Im Auftrag des Handelsblatt hat das Analysehaus Franke und Bornberg die besten Angebote herausgesucht.
Noch im Laufe dieses Monats können Sie kündigen und den Anbieter zum Jahresbeginn wechseln. Quelle: Getty Images

Noch im Laufe dieses Monats können Sie kündigen und den Anbieter zum Jahresbeginn wechseln.

(Foto: Getty Images)

MünchenJedes Jahr im November holen viele Autofahrer ihre Versicherungsunterlagen hervor: Es ist Zeit, seinen aktuellen Versicherungstarif zu überprüfen. Früher hatten sich die Kfz-Versicherer einen harten Kampf um den Kunden geliefert und sich dabei mit Rabatten überboten – so stark, dass der Geschäftsbereich den Unternehmen herbe Verluste einbrachte. Die Zeiten sind vorbei: Mittlerweile steigen die Preise für die Versicherungspolicen wieder. Im Schnitt zahlt der deutsche Autoversicherte 314 Euro für seinen Vollkaskoschutz und 248 Euro für die Haftpflicht.

Ein Grund mehr, sich seinen Tarif vorzunehmen und zu schauen, ob man nicht seinen Versicherer zum Stichtag 30. November kündigen will. Die meisten Kfz-Policen lassen sich bis Ende des Monats regulär kündigen, bei einer Preiserhöhung gilt sogar ein Sonderkündigungsrecht bis vier Wochen nach Zugang der Nachricht. Viele Policen laufen sonst bis zum Jahresende und verlängern sich dann automatisch.

„Verbraucher, die ihrer alten Versicherungsgesellschaft den Rücken kehren möchten, sollten sich rechtzeitig um eine Anschlussversicherung kümmern und dabei nicht nur den Preis, sondern vor allem die Leistungen des neuen Vertrags im Blick haben“, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. „Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung gilt, der billigste Anbieter ist nicht immer der beste“, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale.

Bis zum 30. November geht noch alles
Reibungslos wechseln
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Jede Menge neue Tarife und Rabatte - der Konkurrenzkampf in der Kfz-Versicherungsbranche nimmt in diesem Jahr wieder zu. Für Millionen Autofahrer ist das die Chance, bei einem Wechsel der Autoversicherung Geld zu sparen - und gleichzeitig mehr Leistung zu bekommen. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Vertrag zu kündigen oder schon einen neuen Anbieter gefunden hat, sollte allerdings ein paar Dinge beachten, auf die ADAC, Cosmosdirekt und Huk-Coburg hinweisen. Wir haben die Tipps für einen reibungslosen Wechsel für Sie zusammengefasst.

Kündigungsfrist
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Da die meisten Versicherungsverträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, ist der Wechsel der Police in der Regel zum Ende des Kalenderjahres möglich. Wichtig: In diesen Fällen muss Ihre Kündigung spätestens bis 30. November 2015 bei der Versicherung eingehen - ansonsten verlängert sie sich nämlich automatisch um ein weiteres Jahr.

Außerordentliches Kündigungsrecht bei Prämienerhöhung
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Hätten Sie das gewusst? Wer den 30. November 2015 zur Kündigung verpasst, kann vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen - allerdings nur, wenn sich die Versicherungsprämie erhöht, ohne dass ein Schadenfall die Ursache ist. In so einem Fall haben Sie einen zusätzlichen Monat Zeit, um sich einen anderen Anbieter zu suchen. Beachten Sie: Das Kündigungsschreiben sollte zum Nachweis des fristgemäßen Zugangs rechtzeitig per Einschreiben mit Rückschein abgeschickt werden.

Voll- oder Teilkasko?
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Nicht immer lohnt sich der Wechsel von der Voll- in die Teilkasko. Denn die Prämienhöhe der Vollkasko ist abhängig vom Schadenfreiheitsrabatt. In der Teilkasko gibt es diesen Rabatt nicht. Die Selbstbeteiligung kann bei der Voll- und der Teilkasko unterschiedlich hoch sein. Auch der Verzicht auf eine Selbstbeteiligung ist möglich. Oft sind die Prämienunterschiede zwischen den einzelnen Stufen aber so gering, dass sich eine höhere Selbstbeteiligung nicht lohnt. Sonder-Rabatte und -Einstufungen gehen in der Regel nicht auf den neuen Versicherer über. Also vorher prüfen, ob solche vorliegen.

Kosten
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Wer jährlich zahlt, kann gegenüber vierteljährlicher oder halbjährlicher Zahlung Geld sparen. Manche Versicherungen gewähren bei Abbuchung weitere Nachlässe.

Keine voreiligen Kündigungen
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Den alten Vertrag sollten Sie bitte erst dann kündigen, wenn der neue abgeschlossen ist. Denn bei der Teil- und Vollkasko dürfen Versicherer Verträge auch ablehnen. Deshalb sollten Autofahrer vor einem Wechsel prüfen, ob der neue Versicherer den Vertrag im gewünschten Umfang akzeptiert. Generell gilt: Stets mehrere Angebote einholen und den Versicherungsumfang genau vergleichen, denn billig(er) ist nicht immer gut.

Der Preis-Leistungs-Check
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"Mit einem anderen Tarif lassen sich bei gleichbleibenden Versicherungsleistungen mitunter mehrere hundert Euro pro Jahr sparen", sagt Roman Wagner von Cosmosdirekt. Neben dem Versicherungsbeitrag sollte man sich vor Abschluss einer neuen Kfz-Police auch deren Leistungsdetails genau anschauen: Die Versicherungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte 100 Millionen Euro abdecken. Denn bei schweren Autounfällen können schnell hohe Schäden entstehen. Ist diese Deckung zu gering, muss aus eigener Tasche draufgezahlt werden. Bei der Kaskoversicherung sollte zudem der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit vereinbart sein.

Manche Versicherungen kämen beim Preisvergleich besonders gut weg, weil sie nur die Mindestversicherungssummen, also 7,5 Millionen Euro für Personenschäden und 1 Million Euro für Sachschäden, absichern und auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. „Wir raten, nur Versicherungsverträge mit der höchstmöglichen Schadensdeckung von 100 Millionen Euro abzuschließen und Versicherungsgesellschaften zu meiden, die ihre Verträge auf die Mindestversicherungssumme einschränken“, erklärt Becker-Eiselen.

Sie empfiehlt außerdem, darauf zu achten, dass die Versicherung auch für Schäden aufkommt, die aufgrund grober Fahrlässigkeit entstehen, also beispielsweise bei einem Unfall wegen Übermüdung oder Telefonieren ohne Freisprechanlage. Wer Geld sparen will, solle überprüfen, ob für das eigene Auto überhaupt noch eine Vollkaskoversicherung notwendig sei. Die käme zwar auch für Fahrzeugschäden durch selbst verschuldete Unfälle und Vandalismus auf, doch zahle sie nur so viel, wie das Auto noch wert sei. „Für ein älteres Fahrzeug reicht daher in der Regel der Teilkaskoschutz.“

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