Konsequenz: Kunden, die zum Beispiel auf einen von ihrer GKV nicht mehr akzeptierten Arzt schwören, können sich von diesem mit einem normalen Tarif nicht mehr behandeln lassen. Sie müssten dann mit einem Wahltarif aufrüsten (siehe Artikel: "Die Tücken der Wahltarife"). Wer mehr zahlt, hat mehr Auswahl. Das ist der Trend. Die Politik will es so.
Den möglichen Kunden-Aderlass durch den geschätzten 15,3-Prozent-Beitrag ab Januar vor Augen, agieren die ersten Kassen schon. Die einen werben für ihre Zusatz- und Wahltarife, die anderen ködern mit unseriösen Tricks. Wer bei der IKK direkt anruft und fragt, wie denn sein Beitrag ab 2009 aussehen wird, hört: "Alles kein Problem, wir zahlen Ihnen 50 Euro im Monat zurück." Die Berater dort müssen eine Kristallkugel haben, weiß doch heute noch niemand, mit welchen Versichertenbeiträgen die Kasse ab Januar eigentlich wirtschaften muss. Seriöser ist die Techniker Krankenkasse. Sie antwortet schlicht: "Dazu können wir noch nichts sagen, das wüssten wir selbst gerne."
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Was viele von der Werbung neugierig Gewordene nicht ahnen: Wer sich schon mit einer Zusatzversicherung über seine Kasse Zahnimplantat und Zweibettzimmer gesichert hat, darf die Kasse ab Vertragsbeginn drei Jahre lang gar nicht wechseln. Das sollte sich auch überlegen, wer jetzt eine Zusatzversicherung abschließen will (mehr dazu im Artikel: "Mit Zusatzversicherungen aufrüsten").
Erst auf den zweiten Blick erschließt sich eine weitere – ebenfalls politisch gewollte – Nebenwirkung des Gesundheitsfonds: "40 Prozent der Kassen planen unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit Zusammenschlüsse", sagt Holger Steuermann von PricewaterhouseCoopers. 15 Fusionen wurden bereits zum Januar gemeldet, die meisten unter Betriebskrankenkassen (BKK). "Vor allem auf ihnen lastet ein hoher Druck, viele sind schlicht zu klein. Für ihre Kunden müssen aber die Zusammenschlüsse kein Nachteil sein."
