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27.02.2006 
Anbieter mauern bei Kalkulation und Kosten

Private Leibrente rechnet sich erst ab 91

von Gertrud Hussla

Die staatlich geförderte private Leibrente lohnt sich nur für Versicherte, die älter als 90 Jahre werden. Alle anderen Rentenbezieher würden von einer einmaligen Kapitalauszahlung mehr profitieren. Das ergaben Berechnungen des Koblenzer Finanzprofessors Heinrich Bockholt für das Handelsblatt.

Lupe

DÜSSELDORF. Er überprüfte aktuelle Angebote der Versicherer. Dem statistischen Durchschnitt zufolge werden Männer derzeit 76 Jahre alt, Frauen 82 Jahre.

Ein weiteres Ergebnis: Die Offerten beinhalteten Verwaltungs- und Vertriebsgebühren von mehr als zehn Prozent der eingezahlten Beiträge in der Ansparphase. Diese Kosten wurden in den Angeboten ebenso wenig ausgewiesen wie der hohe Zeitpuffer bei der Leibrente.

Nach Bockholts Berechnungen müsste in den getesteten Angeboten eine Frau ein Alter zwischen 92 und 98 Jahren erreichen, bevor sie einen Vorteil gegenüber einer einmaligen Kapitalauszahlung hat. Ein Mann profitierte ab einem Alter von mindestens 91 Jahren. Stirbt er früher, geht ein Teil seiner Ersparnisse an die Versicherung. Der Grund: Die Versicherer gehen von der durchschnittlichen Lebenserwartung plus eines „Sicherheitspuffers“ von acht bis 15 Jahren aus. Dieser Puffer ist allerdings aus den Leibrenten-Angeboten ebenso wenig zu erkennen wie die Verwaltungs- und Vertriebskosten während der Ansparphase. Der Staat fördert die private Leibrente als Riester- und Rüruprente in der Ansparphase intensiv, da diese die staatliche Rente ergänzen sollen.

Verbraucherschützer kritisieren das. „Leider werden von der Regierung immer wieder Modelle gefördert, die es nicht verdient haben“, sagte Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Die Versicherer hingegen verteidigen den Sicherheitspuffer damit, dass Bezieher privater Renten generell einen besseren sozialen Status und damit auch eine höhere Lebenserwartung hätten als Menschen ohne private Rente. Außerdem steige in den Industriestaaten allgemein die Lebenserwartung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Undurchsichtig sind in den Angeboten auch die Kosten in der Anspar

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