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28.11.2007 

Richtig interessant wird es jetzt bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen. Da laufen sich die Vertriebe gerade warm. Nach einer neuen Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert prognostizieren 56 Prozent der befragten Vertriebsexperten dieser Geldanlage die besten Zuwachschancen im Neugeschäft.

Ihr Ass im Ärmel ist die Abgeltungsteuer. Fondspolicen ermöglichen höhere Renditen als klassische Lebensversicherungen, dafür gibt es bei den meisten Anbietern keine oder nur geringe Renditegarantien – das Mehr an Zins kostet also mehr Nerven, kann sich aber langfristig rechnen. Bisher konkurrieren die fondsgebundenen Policen vor allem gegen Fondssparpläne, die ihren Kunden nicht die hohen und intransparenten Kosten eines zusätzlichen Versicherungsmantels in Rechnung stellen.

Dumm nur für die Kollegen vom Sparplan-Vertrieb, dass auf ihre Gewinne ab 2009 die Abgeltungsteuer fällig ist und auf die der fondsgebundenen Lebensversicherungen nicht, so die Summe erst nach dem 60. Lebensjahr fällig wird – siehe oben. Nachrechnen ist aber nach wie vor unerlässlich. Eine durchschnittliche Fondspolice verschlingt bei 30-jähriger Laufzeit zehn Prozent der Einlage für sich – was sich auch erheblich auf den Zinseszinseffekt auswirkt.

Susanne Haid, behördlich bestellte Versicherungsberaterin aus Berlin, sieht die Police kritisch: "Bei ihr trägt allein der Kunde das Anlagerisiko, und die schönen Prognosen der Anbieter sind nicht mehr als ein Blick in die Kristallkugel. Darauf sollte sich nur einlassen, wer parallel mit sicheren Produkten einen soliden Grundstock für die Altersvorsorge aufbaut." Da lächeln 460 000 Vertreter.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 47, 19.11.2007


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