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01.12.2007 
Rückwärtshypotheken

Rente aus dem Eigenheim

von Martin Gerth, Wirtschaftswoche

Mit Rückwärtshypotheken lässt sich die eigene Immobilie ohne Verkauf in eine Privatrente verwandeln. Was dabei zu beachten ist.

Rente aus der Immobilie - in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. Foto: dpaLupe

Rente aus der Immobilie - in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. Foto: dpa

Wer sein Eigenheim nahen Verwandten schenken oder vererben will, kann sich freuen. Von 2008 an können die Begünstigten höhere Steuerfreibeträge in Anspruch nehmen. Gut für diejenigen, die sich die Großzügigkeit gegenüber den Angehörigen leisten können. Für viele Rentner ist vererben oder schenken dagegen keine Alternative, weil sie die eigene Immobilie für ihren Lebensunterhalt benötigen. Überwintern unter Palmen oder ambulante Pflege ist so teuer, dass meist nur Verkaufen oder Vermieten bleibt, um Geld in die Haushaltskasse zu bringen.

Immerhin sind in der Altersgruppe 65 bis 70 Jahre etwa 37 Prozent Haus- oder Wohnungsbesitzer. Dabei handelt es sich nicht nur um alte, sanierungsbedürftige Objekte. Knapp die Hälfte aller Rentnerimmobilien sind durchschnittlich mindestens 200 000 Euro wert (siehe Grafik: Teurer Wohnsitz).

Am einfachsten ließe sich das brachliegende Vermögen mit einem Verkauf flüssigmachen. Dagegen spricht allerdings der Wunsch vieler Senioren, im eigenen Heim alt zu werden. Bisher blieb den betagten Eigentümern nur die Alternative, ihre Immobilie gegen eine lebenslange Leibrente plus Wohnrecht an einen privaten Käufer zu veräußern. "Damit sind sie allerdings auf Gedeih und Verderb an einen Schuldner gebunden, der irgendwann vielleicht nicht mehr zahlen kann", warnt Baufinanzberater Thomas Teske aus Düsseldorf.


>>> Zur Immowelt-Wohnungssuche und Immobilien-Datenbank

Genau um dieses Problem zu umschiffen arbeiten einige Institute wie die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB) an einer Rückwärtshypothek (Reverse Mortgage). Anders als bei einer konventionellen Hypothek, die der Käufer über 20 oder 30 Jahre tilgt, zahlt die Bank eine lebenslange Rente für den Erwerb des Hauses. Statt eines Privatmannes bürgt ein Kreditinstitut meist im Verbund mit einer Lebensversicherung für die Immobilienrente der Senioren.

Es gibt noch einen weiteren Unterschied: Im Gegensatz zur Leibrente ist der Verkäufer bei der Rückwärtshypothek weiterhin verpflichtet, die Immobilie instand zu halten. Immobilienexperte Teske rät Verkäufern daher, etwa zwei Euro pro Monat und Quadratmeter Wohnfläche für Renovierung oder altersgerechte Umbauten zurückzulegen. Bei einem 140 Quadratmeter großen Einfamilienhaus wären dies 280 Euro monatlich.

Auch wenn die Rückwärtshypothek eigentlich auf Immobilienbesitzer zugeschnitten ist, so haben die Hinterbliebenen dennoch Möglichkeiten, auf das Haus zuzugreifen. Das kann sich insbesondere dann lohnen, wenn die ursprünglichen Eigentümer früh sterben und nur wenig Rentenzahlungen geflossen sind, die das Haus als Hypothek belasten. Entweder können die Erben dann diese geringe Schuld abtragen und das Haus selbst nutzen oder es abzüglich der Hypothek verkaufen.



Lesen Sie weiter auf Seite 2: In Deutschland bislang noch wenig verbreitet

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