Wirklich neu ist die Idee der Rückwärtshypothek nicht. Ursprünglich kommt sie aus den USA und Großbritannien. Sie wird dort seit Mitte der Sechzigerjahre angeboten. Auch in Deutschland gab es schon mehrere Versuche, sie zu verbreiten – bisher mit wenig Erfolg. So startete die Dresdner Bank 2001 einen Versuch mit der Immobilienrente. Nach der Übernahme durch die Allianz stampfte der Finanzkonzern das Produkt wieder ein.
Noch auf dem Markt ist die seit 2000 angebotene Immobilienrente der HypoVereinsbank. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Rückwärtshypothek im klassischen Sinne. Viel mehr tritt das Münchner Kreditinstitut als Vermittler zwischen einem privaten Käufer und dem Verkäufer auf. Sie finanziert sowohl den Erwerb der Immobilie als auch die Leibrente, wird aber nicht Eigentümer. Derzeit wird das Produkt aber nicht beworben, weil die Nachfrage laut HypoVereinsbank mau ist.
Ebenfalls ein Unikum ist die Zustifterrente der gemeinnützigen Stiftung Liebenau. Sie funktioniert so: Die Eigentümer verkaufen ihr Haus an die Stiftung und erhalten dafür eine lebenslange Rente. Müssen die betagten Eigenheimer in ein Pflegeheim, fließt die Immobilienrente weiter. Der Verlust des Wohnrechts kann je nach Vertragsgestaltung einmalig abgegolten werden. Sterben die Senioren vorzeitig, erhalten die Erben weiterhin eine Rente, die sich allerdings im Zeitablauf sukzessive abbaut. Gegenüber der konventionellen Rückwärtshypothek, müssen die Verkäufer nur die Betriebskosten tragen, die Instandhaltung übernimmt die Stiftung. Nachteil dieses Konzepts ist, dass die Senioren die Immobilie weder verkaufen können noch die Erben die Möglichkeit haben, eine Hypothek abzulösen, um das Haus selbst zu übernehmen.
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