0 Bewertungen
01.12.2007 

Immobilienwerte. Grafik: WirtschaftswocheLupe

Immobilienwerte. Grafik: Wirtschaftswoche

Wirklich neu ist die Idee der Rückwärtshypothek nicht. Ursprünglich kommt sie aus den USA und Großbritannien. Sie wird dort seit Mitte der Sechzigerjahre angeboten. Auch in Deutschland gab es schon mehrere Versuche, sie zu verbreiten – bisher mit wenig Erfolg. So startete die Dresdner Bank 2001 einen Versuch mit der Immobilienrente. Nach der Übernahme durch die Allianz stampfte der Finanzkonzern das Produkt wieder ein.

Noch auf dem Markt ist die seit 2000 angebotene Immobilienrente der HypoVereinsbank. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Rückwärtshypothek im klassischen Sinne. Viel mehr tritt das Münchner Kreditinstitut als Vermittler zwischen einem privaten Käufer und dem Verkäufer auf. Sie finanziert sowohl den Erwerb der Immobilie als auch die Leibrente, wird aber nicht Eigentümer. Derzeit wird das Produkt aber nicht beworben, weil die Nachfrage laut HypoVereinsbank mau ist.

Ebenfalls ein Unikum ist die Zustifterrente der gemeinnützigen Stiftung Liebenau. Sie funktioniert so: Die Eigentümer verkaufen ihr Haus an die Stiftung und erhalten dafür eine lebenslange Rente. Müssen die betagten Eigenheimer in ein Pflegeheim, fließt die Immobilienrente weiter. Der Verlust des Wohnrechts kann je nach Vertragsgestaltung einmalig abgegolten werden. Sterben die Senioren vorzeitig, erhalten die Erben weiterhin eine Rente, die sich allerdings im Zeitablauf sukzessive abbaut. Gegenüber der konventionellen Rückwärtshypothek, müssen die Verkäufer nur die Betriebskosten tragen, die Instandhaltung übernimmt die Stiftung. Nachteil dieses Konzepts ist, dass die Senioren die Immobilie weder verkaufen können noch die Erben die Möglichkeit haben, eine Hypothek abzulösen, um das Haus selbst zu übernehmen.


Wie Sie mit Zertifikaten höhere Renditen erwirtschaften,
lesen Sie alle 14 Tage im Zertifikate-Newsletter von Handelsblatt.com.

» Hier geht's zur Anmeldung.


Lesen Sie weiter auf Seite 3: Wieso die Deutschen so zurückhaltend sind

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiter Thema:

weiterAnlegerakademie

Genug Geld für das Leben im Alter  Artikel in Merkliste

09.11.2008Die gesetzliche Rente allein reicht nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Eine zusätzliche private Vericherung kann vor der sogenannten "Rentenlücke" schützen. Foto: dpa

Die Deutschen werden immer älter. An sich ist das eine gute Nachricht. Wir essen ausgewogener und arbeiten heute weniger als früher –zumindest körperlich. Das schont Gelenke und Glieder. Laut Statistischem Bundesamt hat ein neugeborenes Mädchen eine Lebenserwartung von gut 81 Jahren; ein Junge wird im Schnitt 76 Jahre alt werden. Das lange Leben der heutigen Generation hat allerdings einen Haken: Wer lange lebt, braucht eine Menge Geld. Artikel


Anzeige