Auch wenn es die Banken und Stiftungen offiziell nicht zugeben wollen, liegt der Grund für die Zurückhaltung häufig in den zum Teil deutlichen Abschlägen vom Verkehrswert der Immobilie bei der Berechnung der Leibrente. Je jünger die Verkäufer sind, desto mehr zwacken die Anbieter ab, weil sie voraussichtlich auch länger Rente zahlen müssen. Nicht selten sind dies 40 bis 50 Prozent des Immobilienwerts. Wer jahrzehntelang auf sein Häuschen angespart hat, kann nicht verstehen, warum sein Zuhause jetzt nur die Hälfte wert sein soll.
Die Anbieter der Rückwärtshypothek ziehen deshalb so viel ab, weil sie mehrere Risiken tragen müssen. Zum einen könnten sich die Senioren als rüstiger erweisen als erwartet. Die Bank müsste dann länger Rente zahlen als ihr lieb ist. Zum anderen muss sie den möglichen Wertverlust des Hauses sowie ihre Gewinnmarge einkalkulieren. Nicht verwunderlich, wenn die Konditionen häufig unattraktiv sind.
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"Bei den von mir geprüften Angeboten, wären die Hauseigentümer deutlich besser gefahren, wenn sie die Immobilie selbst verkauft und das Geld in eine private Rentenversicherung gesteckt hätten", sagt Baufinanzberater Gerhard Kleinbauer aus dem pfälzischen Langenbach. Das Recht, in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu dürfen, müssten sich die Senioren teuer erkaufen. Allerdings stecke im Wohnrecht nicht nur die Miet-Ersparnis, sondern auch ein schwer zu fassender ideeller Wert.
Dass die Immobilienrente in Deutschland bisher ein Flop ist, hält die Investitionsbank Schleswig-Holstein nicht davon ab, in die Produktoffensive zu gehen. "Bedarf ist genug da, weil vielen Senioren das Geld für Pflege und andere Gesundheitsausgaben fehlt", sagt Axel Vogt, Leiter der Immobilienabteilung bei der IB. Leider seien potenzielle Interessenten nur unzureichend über das beratungsbedürftige Produkt informiert und es fehle in Deutschland bisher an kundenfreundlichen Angeboten. Dazu komme noch die psychologische Hürde, ein schuldenfreies Haus erneut mit einer Hypothek zu belasten.
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