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02.07.2007 
Kommentar

Rückversicherungsmakler: Entbehrlich oder nicht?

von Stefan Materne

Die Rolle des Rückversicherungsmaklers begleiten zwei zentrale Fragen: Wem ist er verpflichtet und ist er (un-) entbehrlich? Je nach Position fällt die Antwort unterschiedlich aus, dies liegt an herrschender Intransparenz und gelegentlichen Inkonsistenzen.

Zunächst einmal schafft der Rückversicherungsmakler als Interessenvertreter des Zedenten – dies ist der Rückversicherung nachfragende Versicherer – hinsichtlich Bedingungswerk und Preis des Rückversicherungsschutzes wertvolle Markttransparenz. Bisweilen fungiert der Makler aber auch dezidiert als der ausgelagerte Vertriebsarm des Rückversicherers. Gegen keine dieser Rollen ist etwas einzuwenden, solange allen Beteiligten die jeweils ausgeübte Funktion bekannt ist.

Schafft der Rückversicherungsmakler nun einen Mehrwert? Die Antwort wird gelegentlich durch Ungereimtheiten – auch Marktusancen genannt – erschwert. Wenn der Makler für den Zedenten den – bei angemessenem Bedingungswerk und ausreichender Bonität des Rückversicherers – günstigsten Preis sucht, warum bemisst sich sein Einkommen dann kontraproduktiv als Prozentsatz der Rückversicherungsprämie?

Häufig verbürgt sich der Makler dem Rückversicherer gegenüber für die Qualität transferierter Risiken. Diese Einschätzung würde nachhaltig an Gewicht gewinnen, wenn der Rückversicherungsmakler einen kleinen aber substanziellen Anteil des vermittelten Risikotransfers in den eigenen Büchern hielte – vermutlich eine naive Idee. Neben der Platzierung von Rückversicherungsverträgen an die ausgewählten Rückversicherer könnte sich der Makler als idealer Outsourcing-Partner für Zedent und Rückversicherer in einer Vielzahl von Funktionen aufdrängen. Dies würde jedoch voraussetzen, dass die Makler den Service klar definieren, trennscharf zu anderen Dienstleistern anbieten und separat in Rechnung stellen. Interessant wäre auch die Veröffentlichung der wirtschaftlichen Kennzahlen der Geschäftstätigkeit.

Die eingangs gestellten Fragen wären positiv zu beantworten, wenn die Transparenz hinsichtlich der Aktivitäten, ihrer Expertise und nicht zuletzt der Honorierung der einzelnen Serviceleistungen der Rückversicherungsmakler erhöht würde.

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