Die Bausparkassen halten einen einheitlichen Effektivzins hingegen für schwer verständlich. Der Verband freier Bausparkassen interpretiert den Gesetzentwurf so, dass weiterhin für jeden Kredit ein Effektivzins anzugeben sein wird. Die Regelung habe sich bewährt, meint ein Verbandssprecher. Generell begrüßt der Verband die Riester-Förderung für die Vorfinanzierungen, für die es „attraktive Angebote von Bausparkassen“ gebe. Verbraucherschützer monieren zudem, dass Häuslebauer mit den Sofortfinanzierungen ein höheres Risiko eingingen als mit Hypothekendarlehen. Wenn die Finanzierung scheitere, was laut Gottschalk immerhin bis zu zehn Prozent der Häuslebauer erleben, säßen sie auf höheren Verbindlichkeiten und zahlten somit eine höhere Gebühr für die Auflösung des Darlehens.
Die Bausparkassen bemühen sich zudem um Nachbesserung bei der Wohnungsbauprämie. Diese weitere staatliche Förderung des Bausparens soll im Zuge des Eigenheimrentengesetzes eine Zweckbindung an Kauf oder Umbau von Eigenheimen bekommen. Die Bausparkassen wollen eine Ausnahme für junge Bausparer unter 25 Jahren durchsetzen. „Die Politik darf nicht riskieren, dass junge Leute ihre Sparmotivation verlieren“, argumentiert der Verbandssprecher.
Generell sehen Verbraucherschützer und Baufinanzierer die Erweiterung der Riester-Rente auf Eigenheime positiv. Kritik kommt von der Konkurrenz der Baufinanzierer, vor allem von Fonds und Versicherern. Der Fondsverband BVI etwa spricht von der Gefahr des „Ausblutens der Riester-Rente“ durch das „Verkonsumieren“ des bisher erreichten Riester-Vermögens für Wohnzwecke. Es geht immerhin um 33 Millionen Förderberechtigte, die mit der Riester-Rente jahrzehntelang laufende Verträge abschließen. Das Gesetz soll nach Plänen des BMF noch in diesem Jahr in Kraft treten und rückwirkend ab Anfang 2008 gelten. Bausparkassen arbeiten bereits an Produkten.
Riester-Förderung
Konzept Mit der Riester-Rente fördert der Staat das private Sparen für das Alter über Zulagen und Steuervorteile. Riester-Verträge bei Versicherungen, Fonds, Banken und künftig Bausparkassen garantieren den Kapitalerhalt. Generell wird das Kapital als Rente ausgezahlt, 30 Prozent des Geldes kann man bei Rentenbeginn bekommen. Häuslebauer können ihr Kapital ins Eigenheim stecken.
Förderung Jeder Riester-Sparer bekommt jährliche Zulagen von 154 Euro, für jedes Kind 185 Euro. Für ab 2008 geborene Kinder gibt es 300 Euro. Außerdem kann man Sparraten bis zu 2 100 Euro im Jahr minus Zulagen von der Steuer absetzen. Im Rentenalter werden die Auszahlungen versteuert. Für Häuslebauer sollen fiktive Auszahlungen ermittelt werden, auf die Steuern anfallen.
