Allianz
Weniger Überschussbeteiligung im neuen Jahr

Die niedrigen Kapitalmarktzinsen haben die Lebensversicherer fest im Griff: Als einer der ersten Anbieter hat die Allianz jetzt bekannt gegeben, die Überschussbeteiligung in 2015 zu senken. Weitere dürften bald folgen.
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MünchenDeutschlands größter Lebensversicherer Allianz Leben zollt den niedrigen Zinsen auf sichere Kapitalanlagen Tribut: Allianz Leben senkt die Gesamtverzinsung auf klassische Lebens- und Rentenversicherung im kommenden Jahr von 4,2 Prozent auf 4,0, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Grund dafür seien die „nochmals stark rückläufigen Kapitalmarktzinsen“, hieß es in der Mitteilung.

Für die neue Produktlinie „Perspektive“, die auf eine lebenslange Garantie verzichtet, liegt die Verzinsung 0,3 Prozentpunkte höher. „Die Vier vor dem Komma steht. Damit setzen wir ein Zeichen“, sagte Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber.

Die reine Überschussbeteiligung (laufende Verzinsung) sinkt für klassische Policen von 3,6 Prozent auf 3,4, bei der neuen Produktlinie ohne lebenslange Garantie von 3,7 auf 3,5 Prozent. Dazu kommen jeweils eine Beteiligung an den Bewertungsreserven und der Schlussüberschuss am Ende der Laufzeit.

Die Allianz ist einer der ersten Versicherer, die die Überschussbeteiligung für das kommende Jahr bekannt gegeben haben. Die Saison der Deklarationen ist damit eröffnet. Weitere Lebensversicherer folgen. Aufgrund der Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten wird es für Lebensversicherer immer schwerer, auskömmliche Renditen zu erwirtschaften.

Mit den neuen Solvabilitätsregeln, die ab 2016 greifen, könnte sich mittelfristig etwas ändern. Fürs erste dürften die Renditen aber weiter zurückgehen. Erst im August diesen Jahres wurde beschlossen, dass für Lebenpolicen, die ab dem 1.1.2015 abgeschlossen werden, nur noch einen Garantiezins von 1,25 Prozent, statt bislang 1,75 Prozent, gelten wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

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  • Nicht nur Versicherungen leiden an der aktuellen Nullzinspolitik von Notenbanken und Regierungen.

    Damit begonnen zu haben zur Bekämpfung der 08-Krise, mag noch hingehen.

    Fortzufahren ohne über die Folgen mittel- bis langfristiger Nullzinspolitik im Zusammenhang mit Quantitive Easing sicher sein zu können, war und ist noch immer leichtsinnig bis explosiv gefährlich.

    In Schweden hatte man 2012 die Zinsen wieder angehoben, weil Arbeitslosigkeit zurückging und das BSP anstieg.
    Folge war die Rückkehr von Arbeitslosigkeit und Stagnation. Leider reagierten die Schweden sofort und fielen auf die Nullzinspolitik zurück, aus der sie nun kaum noch hinaus können.
    Hätten sie durchgehalten, wären sie nun über den Berg, mindestens würde es nicht schlimmer.

    Ohne die Rechnung bezahlen zu müssen, konnte noch nie ein großes Essen genossen werden: there is no free lunch.
    Also muß es schmerzen, um grundsätzlich bessere Verhältnisse zu bekommen.

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