Altersvorsorge
Das große Riester-Rätsel

Die Riester-Rente ist für viele Sparer einfach nur verwirrend. Die Regierung plant deshalb eine Reform, Anbieter sollen vor allem die Kosten transparenter darstellen. Verbraucherschützern geht das nicht weit genug.
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Berlin/FrankfurtIntransparent, teuer, kompliziert: Die Kritik an der Riester-Rente reißt nicht ab. Verbraucherschützer haben daher eine radikale Idee in die Diskussion gebracht: Damit künftig nicht mehr so viel von den Ersparnissen für Provisionen und Gebühren an Versicherer oder Fondsgesellschaften draufgeht, solle doch bitte der Staat künftig auch eine eigene, provisionsfreie Form der Riester-Rente anbieten - etwa in Form eines Sparkontos bei der Finanzagentur des Bundes. Das forderte unlängst der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Die Bundesregierung weist diesen Wunsch nun zurück. "Die Schaffung einer freiwilligen staatlichen Rentenversicherung war bei der Einführung der steuerlichen Förderung der privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht vom Gesetzgeber gewünscht", sagt eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums (BMF) dem Handelsblatt. Ziel sei es vielmehr, eine individuelle Altersvorsorge zu ermöglichen. "Deshalb wurde die steuerliche Förderung nicht auf ein Produkt beschränkt", sagt die Sprecherin.

Ganz ignorieren kann die Bundesregierung die harsche Kritik der Verbraucherschützer allerdings nicht. Künftig soll die staatlich geförderte Sparform fürs Alter daher zumindest transparenter werden. Dafür prüft die Bundesregierung die Einführung eines Produktinformationsblattes für die verschiedenen Riester-Produkte.

"Ein solches Produktinformationsblatt ermöglicht den Verbrauchern einen knappen und verständlichen Überblick über die wesentlichen Merkmale des Vertrags, inklusive der Kosten", sagt die BMF-Sprecherin. Dann könnten die Verbraucher mit einem überschaubaren Aufwand die Angebote gut vergleichen. Nach der harschen Kritik an der Höhe und der Transparenz der Kosten bei Verträgen für die Altersvorsorge hat die Bundesregierung auch ein Gutachten beim Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Auftrag gegeben, um die Vorwürfe zu prüfen. Das werde aktuell ausgewertet, heißt es.

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