Altersvorsorge
Die neuen Kleider der Lebensversicherung

Die gute alte Lebensversicherung ist noch nicht tot. Kunden müssen sich nur mit weniger Garantien und mehr Risiko abfinden. Die Versicherer bekommen mehr Sicherheit und neue Geschäftsfelder. Die Agenda für den Neustart.
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MünchenKleider machen bekanntlich Leute. So ist das auch bei der Lebensversicherung. Die alten Klamotten passen nicht mehr. Doch einfach neue zu schneidern, reicht nicht. Nötig ist eine völlig neue Kollektion, damit sich der Umsatzbringer der Branche auch künftig bestens verkauft. 

Wie die neuen Kleider aussehen könnten, diskutieren ab heute Manager, Fondsexperten und Verbraucherschützer in München zwei Tage auf der Handelsblatt Jahrestagung „Assekuranz 2014“. „Eine starke Branche blickt nach vorne: Chancen, Inspirationen und Perspektiven für die Versicherungswirtschaft“, heißt es im Programm.

Was dies für die Lebensversicherung bedeutet, zeichnet sich bereits in Berlin ab. Dort wird ein neuer Rahmen für die Branche diskutiert und bald verabschiedet. Im Wesentlichen geht es dabei um folgende Punkte: ein Sanierungsprogramm für die Branche, Einschnitte für Kunden und neue Geschäftsfelder. 

Keine Frage ist dabei, dass der wichtigste Bereich der Versicherungswirtschaft stark unter Druck geraten ist. Grund dafür sind die extrem niedrigen Zinsen. Und so wie es aussieht, werden diese auch noch eine Weile so tief unten bleiben. Für die gut 90 Lebensversicherer wird es daher immer enger. 

Das Problem: Die Lebensversicherer haben ihren Kunden in den vergangenen Jahrzehnten hohe Garantiezinsen versprochen: bis zu vier Prozent. Manche können diese heute schon nicht mehr zahlen. Und es ist klar: Je länger die Zinsen am Kapitalmarkt niedrig bleiben, umso schwerer wird es, die schönen Versprechen zu erfüllen. 

Bitter ist überdies: Die Versicherer verkaufen weniger. Denn immer mehr Kunden betrachten deren Produkte mit Argwohn. Sie stecken am liebsten einmalig hohe Beträge in Lebensversicherungen. Doch das ist gefährlich für die Unternehmen, wenn diese Kunden wieder gehen. Was also muss sich ändern? 

 

Kommentare zu " Altersvorsorge: Die neuen Kleider der Lebensversicherung"

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  • Lebensversicherungskunden sollen also zweimal beschissen werden. Einmal am Anfang durch die verschwiegenen Provisionskosten und dann am Ende durch vorenthaltene Anteile am aufgebauten Vermögen, sprich an den stillen Reserven.

    Dabei macht der Bürger aber nun nicht mehr mit 8-))

    https://www.openpetition.de/petition/online/kunden-von-kapitallebensversicherungen-muessen-weiterhin-an-stillen-reserven-beiteiligt-werden

  • Bei kritischer Betrachtung sollte man den Vertrieb von Lebensversicherungen gesetzlich verbieten und die Gesellschaften zu mehr Transparenz zwingen.

    Jede Bank erstellt einen Kontoauszug nach jeder Kontobewegung aus der sofort hervorgeht, ob sie den Kunden "rasiert" hat und der Kunde entscheiden kann, ob er die Bank wechsel oder nicht.

    Ganz anders bei der Lebensversicherung. Hier kann sich die Gesellschaft still und heimlich und mit Unterstützung der Präsidentin selbst so richtig reich machen. Beide, Versicherer und BaFin brauchen dem Kunden nichts offenzulegen.

    Alles ist möööglich ...

  • Eine Kapitallebensversicherung ist nicht empfehlenswert. Wenn ich mich dermassen langfristig binde, muß dabei mehr als die lächerlichen 1,x% Garantiezins rausspringen.
    Aber die Deutschen sind ja ohnehin die Vorzeigegeldexperten und finden den letzten Scheiß a la geschlossene Immofonds, Schiffbeteiligungen etc, die sonst nirgendwo auf der Welt so blühen wie in unserem schönen Deutschland.

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