Altersvorsorge
Mit Riester in die eigenen vier Wände

Der Wohn-Riester stößt auf großes Interesse. Rund 40 000 Menschen haben schon in den ersten beiden Monaten die staatliche Förderung selbst genutzten Wohneigentums für die private Altersvorsorge unterschrieben. Anbieter frohlocken bereits, dass jährlich rund 150 000 neue Riester-Bausparverträge abgeschlossen werden dürften.

FRANKFURT. Der Wohn-Riester stößt bei Sparern auf erhebliches Interesse. Rund 40 000 Menschen haben schon in den ersten beiden Monaten die staatliche Förderung selbst genutzten Wohneigentums für die private Altersvorsorge unterschrieben, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mitteilte. "Überraschend hoch" sei die Zahl dieser neuen Riester-Verträge, meint Professor Heinrich Bockholt, der an der Fachhochschule Koblenz lehrt und dem Vorstand des Bundesverbands der Finanzplaner angehört.

Laut BMAS haben Sparer teils neue Riester-Verträge unterschrieben, sind aber auch zu einem erheblichen Teil aus bestehenden Verträgen, also Versicherungen, Fonds- oder Banksparplänen, in die Wohn-Variante gewechselt. Bockholt erwartet daher "zunehmende Kannibalisierungseffekte auf dem Markt für Riester-Renten". Vor allem Versicherungen mit extrem geringer Rendite kämen jetzt auf den Prüfstand. "Wenn das Beratungsumfeld stimmt, kann der Wohn-Riester zu einem Renner werden", sagt er. Der im Herbst vergangenen Jahres eingeführte Wohn-Riester gilt wegen seiner komplexen Bedingungen als extrem beratungsintensiv. Anbieter wie die größte deutsche Bausparkasse Schwäbisch-Hall frohlocken bereits, dass jährlich rund 150 000 neue Riester-Bausparverträge abgeschlossen werden dürften.

Zurückhaltender zeigen sich Verbraucherschützer. Zwar loben Finanzberater wie Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen grundsätzlich die größere Freiheit bei der geförderten privaten Altersvorsorge. Aber Bausparkassen und Banken bieten nicht in allen drei geförderten Produktgruppen für Bau, Kauf oder Umbau einer Immobilie echte Produktauswahl an. 90 Prozent der verkauften Wohn-Riester-Produkte sind bislang Bausparverträge, wie Experten schätzen. Nur wenige Finanzhäuser verkaufen bislang das weitaus komplexere Baudarlehen mit Riestersiegel. Aber das Riester-Darlehen macht nach Ansicht von Verbraucherschützern am meisten Sinn. Denn dort bekommt "der Kunde über Zulagen und Steuervorteile direkte Unterstützung für die Tilgung seines Wohnungskredites", sagt Gottschalk. Nach seinen Berechnungen erhalten Hausbauer durch die Riester-Förderung über ein Darlehen einen finanziellen Vorteil von - je nach Familiensituation, Einkommen und Steuersatz - 10 000 bis 50 000 Euro.

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