Altersvorsorge
Raus aus der Lebensversicherung - so geht's

Fast Jede zweite Lebenspolice wird vorzeitig aufgelöst. Dabei nimmt der Kunde häufig unnötige Abschläge in Kauf. Doch es gibt Alternativen - wenn man auf der Hut ist.
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FrankfurtStatistisch gesehen hat sie jeder Deutsche: die Lebensversicherung. Doch nicht jeder ist glücklich mit der eingegangenen Verpflichtung, Monat für Monat Geld an den Versicherer zu überweisen - und das über mehrere Jahrzehnte. Heirat, Scheidung oder Arbeitslosigkeit können dazu führen, dass das Geld knapp wird und laufende finanzielle Verpflichtungen auf ein Mindestmaß reduziert werden müssen. Fast jede zweite Police wird daher vor Ende der vereinbarten Laufzeit - im Schnitt gut 20 Jahre - gekündigt. Auch angesichts immer niedrigerer Renditen liebäugelt manch ein Versicherter mit einer Ablösung der Police.

Dabei erlebt er nicht selten eine böse Überraschung. Denn gerade in den ersten Jahren nach Abschluss kann der Rückkaufswert, den der Versicherer bei einer frühzeitigen Kündigung anbietet, überraschend niedrig sein. Grund dafür sind die Abschlusskosten: Für Risikoprüfung, Erstellung und Verwaltung des Vertrags, die Zusendung von Informationen und nicht zuletzt Verkaufsprovisionen zwacken die Versicherungen einen ordentlichen Betrag von den eingezahlten Prämien ab.

Verbraucherschützer wie Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg sind deswegen skeptisch: „Festverzinsliche Wertpapiere wie Bundesschatzbriefe oder Festgeld sind fast immer die bessere Alternative. Damit hat noch niemand Geld verloren. Doch hat man eine Kapitallebensversicherung, sollte man nicht vorschnell kündigen. Denn es gibt andere Möglichkeiten, wie man seine Police zu Geld machen kann.

Um einen finanziellen Engpass zu überbrücken, kann man etwa prüfen, ob man durch Streichung von Zusatzleistungen seine monatlichen Beiträge senken kann. Auch kann man versuchen, die Laufzeit seiner Kapitallebensversicherung zu verkürzen, und vielleicht hilft auch eine Beitragsfreistellung aus der Klemme. „Gerade wenn der Ablauf des Vertrages kurz bevorsteht, sollten Sie statt einer Kündigung die Beitragsfreistellung zu einer falschen Lebensversicherung in Erwägung ziehen, rät der Bund der Versicherten.

In der Regel lohnen sich Vertragsänderungen laut Verbraucherschützern aber nur bei Lebensversicherungen, die schon einige Jahre laufen. Denn hält man die Police bis zum regulären Ablauf, werden „Schlussboni oder „Schlussgewinne fällig, und diese können mitentscheiden, ob sich die Police für den Versicherten lohnt oder nicht. Liegt der Vertragsabschluss erst zwei bis sechs Jahre zurück, sei aber häufig die Kündigung und Auszahlung eines Rückkaufswerts der beste Weg, sich von der Kapitallebensversicherung zu trennen.

„Generell gilt: Wenn man einen Kredit bedienen muss oder ständig im Dispo ist, ist es absurd, eine Lebensversicherung zu haben. Eine Kredittilgung mit dem Rückkaufswert und den ersparten Prämien ist wirtschaftlich sinnvoller, sagt Castello. Verbraucher sollten sich verschiedene Optionen durchrechnen lassen.

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Der Verkauf auf dem Zweitmarkt hat Vorteile

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  • erst im April hat Finanztest den Zweitmarkt durchleuchtet. Das eindeutige Fazit: Finger weg! Ein einziger Anbieter hatte überhaupt etwas mehr als den Rückkaufswert geboten.
    Wenn überhaupt, kann sich nur der Weiterverkauf an einen privaten Investor lohnen. Mit der Prognosefunktion und der Verkaufssimulation der Versicherungssoftware von KLV-Check kann dieser Vorgang maximal transparent gestaltet werden. Wohingegen gewerbliche Aufkäufer keinerlei Einsicht in ihre Berechnungsgrundlage bieten und oft auch dann noch mit den anfänglichen Gewinnversprechen der Versicherer hausieren gehen, wenn diese sich längst als Makulatur erwiesen hat.

  • Die hier empfohlene Treuhänder-Abwicklung schützt weder vor unseriösen Aufkäufern noch ist sie überhaupt sinnvoll. Stattdessen sollte man darauf achten, daß das grundsätzliche Geschäftsmodell des Ankäufers die Weiterführung der Police darstellt und das das Unternehmen Mitglied im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) e.V. (BVZL) ist. Dort kann man auch kostenlos einen Verbraucherleitfaden für den Policencverkauf herunterladen: http://www.bvzl.de/media/Leitfaden_Qualitaetskriterien_Verkauf_deutscher_Kapitalversicherungspolicen.pdf

  • Münchner Bürger
    Wegen der absehbaren und bereits zum damaligen Zeitpunkt eklatant spürbaren Miss-Performance habe ich meine drei Lebensversicherungen bereits zum 31.12.2010 aqufgelöst.
    Mir tut jeder leid, der angesichts der sich rasant und katastrophal verschärfenden finanzwirtschaftlichen Lage dieser 'Bauernfängerei' weiterhin auf 'den Leim' geht.

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