Altersvorsorge
Riester-Rente feiert Comeback

Das Geschäft mit der Riester-Rente kommt in Fahrt. Bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres schlossen 542 000 Kunden Riester-Policen ab.

DÜSSELDORF. Dies waren mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2004, wie das Bundesfinanzministerium gestern mitteilte. Damit stieg die Zahl der Riester-Verträge auf insgesamt rund 4,7 Millionen. Allein die Allianz, Deutschlands größter Lebensversicherer, verkaufte 100 000 neue Verträge. Dies seien „siebenmal mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum“, erkläre die Allianz. Gefragt waren Policen vor allem in den neuen Bundesländern und bei Frauen. Zuvor hatte die AMB Generali den Verkauf von 130 000 neuen Policen bekannt gegeben; damit liegt das Unternehmen bei Riester-Policen in Deutschland vorne. Den Boom erklären Experten damit, dass die Riester-Policen vereinfacht und für Versicherungsvertreter lukrativer wurden.

Gleichwohl bietet die Zusatzrente noch Potenzial; denn 30 Mill. Bürger haben Anspruch darauf. Die Förderung erhalten vor allem abhängig Beschäftigte und deren Ehepartner, aber auch Beamte, Arbeitslose oder geringfügig Beschäftigte.

Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sagt: „Nach dem ständigen Rückgang der vergangenen Jahre ist die Trendumkehr unverkennbar“. Hansjörg Cramer, Vertriebsvorstand der Allianz Lebensversicherung in Stuttgart, ergänzt: „Seit Anfang des Jahres ist das Interesse von Monat zu Monat gewachsen.“

Rückblick: Viele Vorschusslorbeeren ernteten die Politiker bei der Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002. Schließlich fand damals der von den Finanzdienstleistern lang ersehnte Teilumstieg vom Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung zur kapitalgedeckten Altersvorsorge statt. Die Bundesregierung kürzte die gesetzlichen Renten und förderte im Gegenzug die Riester-Policen.

Zunächst ging die Rechnung auf. Auf teure Werbekampagnen der Finanzdienstleister folgte ein Verkaufsschub, Kunden schlossen gleich mehrere Millionen Verträge ab. Doch dann brach der Absatz ein, hinzu kamen Kündigungen. 2003 und 2004 waren maue Riester-Jahre für die Branche. Auf Grund des schleppenden Verkaufs flammte wiederholt die Diskussion auf, den Kauf von Riester-Renten vorzuschreiben. Darauf hat die neue Bundesregierung aber vorerst verzichtet.

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