Altersvorsorge

Viele Deutsche sehen Riester-Rente skeptisch

Ein Großteil der Deutschen hält die Riester-Rente nicht für die ideale Form der Altersvorsorge. Laut einer Umfrage haben nur 26 Prozent der berufstätigen Männer und 22 Prozent der Frauen eine solche Rente.
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Die Riester-Rente sehen viele Deutsche kritisch. Nicht mal jeder Dritte hält sie für die "ideale Form der Altersvorsorge". Quelle: dpa

Die Riester-Rente sehen viele Deutsche kritisch. Nicht mal jeder Dritte hält sie für die "ideale Form der Altersvorsorge".

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Riester-Rente gibt es mittlerweile schon seit zehn Jahren. Ihre Beliebtheit hält sich allerdings in Grenzen. Laut einer repräsentativen Umfrage der Postbank sehen viele Deutsche diese Art der Rente skeptisch: Befragt wurden insgesamt 1771 Personen. Nur 27 Prozent der Berufstätigen äußerten die Meinung, dass eine privat abgeschlossene Riester-Rente eine "ideale Form der Altersvorsorge" sei. Bei privaten Rentenversicherungen sind mit 39 Prozent deutlich mehr Menschen dieser Meinung. Bei Rentenzahlungen aus Lebensversicherungen waren es 29 Prozent.

Die geringe Wertschätzung spiegelt sich auch in der Verbreitung wider: Nur 26 Prozent der berufstätigen Männer haben eine Riester-Rente - bei den Frauen sind es lediglich 22 Prozent. Dabei haben Frauen dank einer gesetzlichen Regelung sogar einen Vorteil bei der Riester-Rente: Sie leben in der Regel länger, müssen aber für die gleichen Tarife nicht mehr zahlen als Männer.

Wenn es um die Riester-Rente geht, herrscht bei vielen Deutschen aber auch Unwissenheit. In der Umfrage gaben 54 Prozent der Berufstätigen an, dass sie "ziemlich genau wissen, was damit gemeint ist". Die übrigen 46 Prozent erklärten, dass sie sich "gar nicht" oder "nur ungefähr" mit dieser Art der Rente auskennen.

  • ksh
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12 Kommentare zu "Altersvorsorge: Viele Deutsche sehen Riester-Rente skeptisch"

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  • Es ist gut, wenn Sie sich kompetent zu Wort melden. Wenn Sie das Produkt verstanden haben, dann sollten Sie das Wort ergreifen und hier einmal einige griffige Zahlen auf den Tisch legen.

    Vielleicht versachlicht das die Diskussion?

    Nach meinen Informationen haben jedenfalls die wenigsten Riestersparer die Chance ihr Geld wiederzusehen. Nicht desto trotz ist auch mir klar, dass es ein "motz" Geschäft, Provisionsgeschäft, war. Offensichtlich hatte die Konstruktion auch genau dieses Zeil. Wenn ich nicht schlecht informiert bin, ist es im System "Hannover" einzuordnen (Schröder/Maschmeyer).

  • Ich möchte OttoNormal Recht geben. Sicher gibt es gute und schlechte Vorsorgevarianten. Ich würde nie behaupten dass Riester für alle gut ist, aber eben auch nicht für alle Schlecht.Wie soll denn eine allein erziehende Mutter eine Immobilie anschaffen? Da ist Riester wohl doch die bessere Wahl. Anders denkt sicher der gut verdienende Single. Die Immobilie allein wirds wohl auch nicht tun. Ist ja nicht so dass sie nach abzahlen der Grundschuld gar keine Kosten mehr verursacht. Wie auch immer. Was mich an der Berichterstattung immer wieder nervt ist, dass etwas dokmatisch verteufelt wird ohne mal darauf hinzuweisen dass es wichtig überhaupt etwas fürs Alter zu tun. Ich denke viele Menschen interessieren sich einfach viel zu wenig für das Thema und Aufklärung sollte dahingehend statt finden, dass wir den Bürgern mal vorrechnen was passiert wenn sie gar nichts sparen. Welche Sparform wir dann nehmen ist in meinen Augen erst der zweite Schritt.

  • ergänzend:

    Stern.de, 30.11.2011
    "Eine für Wirtschaftskriminalität und Korruption zuständige Sondereinheit der Wiener Staatsanwaltschaft geht massiven Vorwürfen gegen den von Carsten Maschmeyer gegründeten Finanzvertrieb AWD nach."

    Börsen-Zeitung, 08.12.2011
    "Carsten Maschmeyer, Gründer und langjähriger Vorstandschef des Finanzvertriebs AWD, zieht sich bei der AWD-Muttergesellschaft Swiss Life zurück."

  • Es sollte nicht vergessen werden, dass Herr Altkanzler Gerhard Schröder von Herrn Maschmeyer (ehemals AWD) eine großzügige Wahlkampfhilfe erhalten haben soll und es nahe liegt, dass die Riesterrente eine Gegenleistung gewesen sein könnte.

    Die Fakten besagen, dass Drückerkolonnen an der "Riesterrente" kräftig verdient haben und verdienen, die Versicherungsnehmer nur einen seltensten Fällen ihr Geld wieder sehen - real ohnehin nicht mehr.

    Ethisch und moralisch ist die Riesterrente m.E. höchst verwerflich, zumal hier i.d.R. die Ärmsten unserer Gesellschaft ausgenommen werden.

  • Es sollte nicht vergessen werden, dass Herr Altkanzler Gerhard Schröder von Herrn Maschmeyer (ehemals AWD) eine großzügige Wahlkampfhilfe erhalten haben soll und es nahe liegt, dass die Riesterrente eine Gegenleistung gewesen sein könnte.

    Die Fakten besagen, dass Drückerkolonnen an der "Riesterrente" kräftig verdient haben und verdienen, die Versicherungsnehmer nur einen seltensten Fällen ihr Geld wieder sehen - real ohnehin nicht mehr.

    Ethisch und moralisch ist die Riesterrente m.E. höchst verwerflich, zumal hier i.d.R. die Ärmsten unserer Gesellschaft ausgenommen werden.

  • @kleinfeld
    Die Mehrheit der Deutschen folgt einem Herdentrieb, egal wo der hinführt. Die Meinung wird eben durch Medien gemacht. Zum Thema Immobilie und Rendite ist wohl nichts zu sagen. Rechnet die Mehrheit der Deutschen auch nach, was sie insgesamt für ihre Immobilie aufwenden? Die können ja alle rechnen. Als Sicherheit ist eine Immobilie durchaus veritabel. Ob "die Deutschen" das allerdings noch behaupten, wenn eine Zwangshypothek eingetragen wird, ist fraglich.
    Ich finde, die Mischung machts, aber die Altersvorsorge mit einem Tagesgeld, naja. Wie siehts da mit der Abgeltungssteuer aus? Bei höheren Beträgen werden aus 2,4% mal schnell 1,8%. Die meisten Deutschen, die ja rechnen können, betrifft das jedoch nicht, da sie glauben mit 20-30.000 Euro eine Altersvorsorge aufgebaut zu haben.

  • @Experte50 und @Ottonormal
    Sie beide haben den Artikel offensichtlich nicht verstanden. Richtig ist, dass die Rendote des Riester-Vertrages unter der Rendite eines Tagesgeldkontos liegt. Die Mehrheit der Deutschen können rechnen. Offensichtlich scheinen Sie Versicherungsvertreter und offensichtlich finanziell abhängig von den Vermittlungsprovisionen zu sein. Das Produkt ist schlichtweg als Altersvorsorge nicht geeignet. In erster Linie ist die selbstgenutzte Immobilie die beste Altersvorsorge. Übrigens die einzige Altersvorsorge, die Sie auch sofort nutzen können. Und wenn Sie hier alle Schulden abgezahlt haben, dann haben Sie wieder Platz für andere Investitionen. Aber ob dann gleich Riester kommt?

  • Bei keinem anderen Produkt wird mehr Unsinn erzählt. Natürlich entstehen Kosten, Aldi und Lidl verdienen auch Geld...aber Geiz ist ja geil. Und jede Woche wird eine neue "Riester-Sau" durchs Dorf getrieben und Will, Maischberger usw. haben wieder mal ein Thema. Und wenn eine Organisation mal wieder Aufmerksamkeit braucht....schwupp ist Riester schlecht und man hat einen Platz im Studio. Wenn der Deutsche dann endlich mal dieses Sparen versteht...aber das ist Wunschdenken! Besser nichts machen....dann kommt die Grundsicherung bestimmt. Die Gesellschaft hat ja das Geld...noch

  • Am besten, man legt sein Geld auf ein Sparkonto, da hat man wenigstens keine Chance, es zu vermehren. 15% Kosten, sicher!
    Es ist so schön ein Teil der Massenmeinung zu sein...
    Viele Grüße an all die kritiklosen Massenmedienkonsumenten.
    Wenn morgen WISO, Report München o.ä. Brot verteufeln würden, dann würdet ihr nichts mehr essen!

  • Viele Versicherungen zahlen ihren Angestellten (m/W) eine Betriebsrente auf "Direktzusagen-Basis".

    Quasi wie im Beamten-Status, der Angestellte muss nichts extra zahlen!

    Dieses Modell war früher in der deutschen Wirtschaft verbreitet. Heute bei Groß-Unternehmen und im öffentlichen Dienst zu finden!

    Für alle (anderen) Kunden, die eine private Altersvorsorge abschließen, bleiben hohe Gebühren, Eigenzahlung und viele Nachteile.

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