Altersvorsorge: Wie die Inflation die Renten frisst

AltersvorsorgeWie die Inflation die Renten frisst

Die gesetzliche Rente wird im Alter längst nicht reichen, wenn man sich noch etwas leisten möchte. Anleger müssen viel Geld auf die hohe Kante legen, um ihren Lebensstandard zu erhalten. Wie stark die Inflation wirkt.
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Zurückgeben, zurückerstatten – dafür steht der Begriff Rente. Doch davon kann für künftige Generationen keine Rede mehr sein. Während langjährig Versicherte heute noch rund 51 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens aller Beitragszahler als Rente ausgezahlt bekommen, sollen es von 2030 an nur noch 43 Prozent sein.

Für die Rentner von morgen wird es also finanziell eng. Und schon heute hat ein Drittel der fleißigen Beitragszahler Angst vor Altersarmut. Zu Recht, denn nicht nur die Rentenzahlungen werden, gemessen am letzten Gehalt, gekürzt, sie werden auch zunehmend besteuert.

Schon seit 2005 steigt Jahr für Jahr der zu versteuernde Anteil der bezogenen Rente um mehrere Prozentpunkte. Wer 2040 in den Ruhestand geht, wird die gesamten Altersbezüge versteuern müssen. Im Gegenzug können Angestellte Jahr für Jahr einen immer größeren Teil ihrer Altersvorsorgebeiträge steuerlich absetzen. Für sie lohnt es sich, zur Deckung künftiger Lücken aus der gesetzlichen Rente mit der Steuerersparnis privat vorzusorgen.

Das Problem: Die Eingriffe der Notenbanken in der Finanz- und Staatsschuldenkrise haben die Renditen sicherer festverzinslicher Anlagen enorm gedrückt. Die Zinserträge dümpeln nach Abzug von Inflation um die Null-Prozent-Marke.

Real können Anleger derzeit bestenfalls das Sparvermögen erhalten – aber nicht ausbauen. So wird die sichere, rentierliche Geldanlage zur Herausforderung für alle, die Rentenlücken privat auszugleichen versuchen.

Eine Checkliste kann helfen, mögliche finanzielle Schieflagen im Alter zu vermeiden. Noch vor „Wie lege ich mein Geld an?“ sollte die Frage stehen, wie hoch der Lebensstandard im Alter einmal sein soll. Denn nur wer seine Rentenlücke – die Differenz zwischen gesetzlicher Rente und angestrebtem verfügbarem Einkommen – kennt, kann kalkulieren, wie viel Kapital er zum Rentenantritt angespart haben muss.

Stefanie Kühn ist das Problem bekannt. Die 39-Jährige ist unabhängige Finanzberaterin aus Grafing bei München. Viele Menschen würden den eigenen Wohlstand im Alter falsch einschätzen. „Wer ein Haus hat, rechnet damit, im Ruhestand mietfrei zu wohnen", weiß Kühn.

"Dabei vergessen aber viele, dass nach 30 Jahren oft eine teure Kernsanierung fällig wird“, sagt die Finanzberaterin. Andere Kunden dagegen würden unterschätzen, wie die Inflation über die Zeit ihre Ersparnisse auffrisst. „Denen rechne ich dann vor, dass 2500 Euro Lebensstandard heute mit Eintritt in den Ruhestand nur noch einen Bruchteil wert sind“, sagt Kühn.

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  • "Im Durchschnitt muss man 2500 brutto im Monat verdienen, um in 2040 auf Rente in Höhe von 638 € zu kommen"
    Da haben Sie leider falsch gerechnet, denn die €638 müssen ja noch korrekterweise abgezinst werden!
    Bei angenommenen 4% Inflationsrate werden aus den €638 dann nämlich nur noch €221 an Kaufkraft.

    -Wie sagte Norbert Blüm mal so schön: "Die Pensionen sind sicher" ..oder so ähnlich..

  • Habe deshalb meinen Riesterrentenvertrag gekündigt, weil die später ausgezahlte Rente zum Grenzsteuersatz versteuert wird und ich traue der Politik zu, dass man auf die Riesterrente auch noch den vollen KKV-Satz zahlen muss. Auch habe ich 2004 noch schnell eine Lebensversicherung abgeschlossen, damit die Erträge daraus nicht versteuert werden müssen, die kann ich bis 65 Jahre laufen lassen oder bis 69 Jahren, wie es mir passt.
    Daneben investiere ich in Aktien.
    Deren Gewinne realisiere ich dann steuerfrei, wenn ich mich mal für ein Jahr ins warme Ausland absetze.
    Keinen Euro zuviel an die Euroretter.

  • Geld auf die Hohe Kante legen. Da freut sich Vater Staat. Kann er doch wieder bei den Zinsen abkassieren.
    Allerhöchste Zeit für eine Rentenreform, bei der Rentner und Pensionäre finanziell und rechtlich gleichgestellt werden. _Dann mögen sich die Politiker vielleicht auch mehr Mühe geben vernünftige Altersicherungssysteme auszuarbeiten.

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