Altersvorsorge Wie Sie die Rentenlücke sinnvoll schließen

Das Thema Altersvorsorge ist bei den Menschen angekommen. Das belegen jüngste Umfragen wie die von der Fondsgesellschaft Union Investment. Doch Experten warnen davor, bei der Altersvorsorge nur auf einen einzigen Baustein zu setzen. Entscheidend für die richtige Vorsorgestrategie ist die eigene Lebensplanung.
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Wie findet man den richtigen Vorsorge-Mix? Quelle: dpa

Wie findet man den richtigen Vorsorge-Mix?

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FRANKFURT. Laut der Studie von Union Investment beschäftigen sich rund 70 Prozent der Deutschen mit dem Thema Altersvorsorge. Nach einer Studie der Versicherung Allianz legen 70 Prozent der Bürger Geld auf die hohe Kante, fast jeder zweite sogar regelmäßig. Altersvorsorge sei das wichtigste Sparziel, ergab die Umfrage. 83 Prozent sparen privat oder über den Arbeitgeber für den Ruhestand.

Das Problem ist somit erkannt: Die gesetzliche Rentenversicherung wird künftig nicht mehr alle Bürger ausreichend versorgen können, da der Anteil älterer Menschen immer rascher zunimmt. Bis 2023 soll das Rentenniveau für den Durchschnittsverdiener vor Steuern auf 46,2 Prozent des letzten Brutto-Einkommens sinken, schätzt die Deutsche Rentenversicherung. Die Bundesregierung ist bereits alarmiert: Ende 2010 wird sie eine Kommission einsetzen, die Vorschläge machen soll, wie der Gefahr der Altersarmut zu begegnen ist. Wissenschaftler sind sich allerdings einig: "Jeder unter 55 Jahren muss selbst vorsorgen", sagt Bernd Raffelhüschen, Professor für Volkswirtschaft der Universität Freiburg, "aber jeder muss gut überlegen, in was er anlegt."

Auch wenn die Deutschen wissen, dass sie sparen müssen, gibt es ein weiteres Problem. Experten warnen, dass "das Sparen ungleich verteilt ist", wie Andreas Beck, Vorstand beim Institut für Vermögensaufbau (IVA) in München, sagt. So gebe es einige, die große Summen zurücklegen, jedoch viele, die zu wenig sparen. Außerdem gingen zahlreiche Anleger "nicht effizient vor, weil sie eine Aversion gegen Marktrisiken hätten, sagt Beck.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Laut Allianz-Studie haben 71 Prozent der Deutschen für ihre Altersvorsorge eine Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen. Eine Anlageart allein sollte aber keinesfalls die gesamte Vorsorge ausmachen, mahnt Raffelhüschen. Wichtig sei zu "streuen, streuen, streuen", da die jeweiligen Anlageprodukte unterschiedliche Chancen und Risiken bergen. Zudem müsse jeder seine individuelle Lebenssituation und-planung einbeziehen.

Wie findet man den richtigen Vorsorge-Mix? Für den Entscheidungsprozess seien objektive und persönliche Komponenten von Bedeutung, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden Württemberg. Erschwerend komme hinzu, dass man "jede Form der Geldanlage auch als Altersvorsorge verkaufen kann - und das versuchen manche Berater auch, um möglichst viel Provisionen einzunehmen", sagt er.

Nicht überstürzt handeln

Als erster Schritt ist eine produktunabhängige Beratung gegen Honorar zu empfehlen, bei der die persönliche Situation, Lebensplanung, aber auch Vorlieben und Abneigungen zusammengestellt werden. "Jeder sollte sich unabhängig beraten lassen, eine zweite Meinung einholen und vor der Entscheidung eine Nacht darüber schlafen", rät Raffelhüschen. Eine solide Altersvorsorge lässt sich laut Tom Friess, Chef des VZ Vermögenszentrums in München, in drei Phasen gliedern. In den letzten zehn Jahren des Berufslebens werde am meisten für die Altersvorsorge zurückgelegt. Denn dann seien die Kinder in der Regel aus dem Haus, die Immobilie sei abbezahlt und der Verdienst relativ hoch. In den ersten fünf bis zehn Berufsjahren dagegen stehe das Thema Altersvorsorge eher noch hintenan: Es gehe erst einmal darum, sich eine Basis für einen erfüllenden Beruf zu schaffen.

In der folgenden Phase, die bis zehn Jahre vor Rentenbeginn dauert, sollte man - wenn möglich - "zehn Prozent vom Netto-Einkommen und von jeder Gehaltserhöhung die Hälfte sparen". Außerdem rät Friess, das Recht auf betriebliche Vorsorge auszuschöpfen. Arbeitnehmer können so steuer- und sozialabgabenfrei ansparen, Arbeitgeber bekommen durch die große Zahl an Verträgen günstige Konditionen und steuern oft etwas bei. Prüfen sollte jeder Anleger auch staatlich geförderte Verträge wie die Riester- oder die Rürup-Rente.

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9 Kommentare zu "Altersvorsorge: Wie Sie die Rentenlücke sinnvoll schließen"

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  • ich will ja niemandem zu nahe treten, aber wem ist mit so einem Artikel gedient? Verwertbarer informationsgehalt = 0.

  • Lieber bolle,
    wir sind nicht in 1948 und auch nicht in 1923. Eine Währungsreform mit solch trastischen Ausmaßen sehe ich nicht. Vielmehr ist eine mäßige bis starke inflation denkbar, welche schon dramatische Auswirkungen auf die Leute hätte, welche mit ihrer Hände Arbeit Geld verdienen müssen. Eine weitere beschleunigung bei der Verarmung der bevölkerung wäre die Folge.
    Klumpenrisiko, ein begriff für institutionelle Anleger, welche weltweit investieren. Da muss man auf dem Teppich bleiben. Gegen eine oder mehrere immobilien in deutschen Großstätten gibt es nichts einzuwenden. Zumal die Preise noch !!! moderat sind und die Zinsen niedrig. Aktien, Gold ... ja, aber zu welchem Preis? Verstecken, man kann sich nicht ein Leben lang verstecken. Ggf. muss man mit den Leuten, denen es noch schlechter geht, auf die Straße gehen und um seine Rechte kämpfen. Am Ende sitzen wir doch alle in einem boot. Einen schönen Tag.

  • [6] Kräftemangel schrieb:

    "... wenn sich die Schulden für die kreditfinanzierte immobilie mit dem Guthaben auf dem Konto die Waage halten, sind Sie schon einen Schritt weiter und gegen die mögliche schnelle Entwertung des Papiergeldes abgesichert. Aktien sind da auch keine Alternative. Denn seit dem die börse zum Casino verkommen ist, sind langfristige Anlagen kaum mehr möglich. ..."

    Solange das Finanzsystem nicht aus den Fugen gerät, mag das stimmen. Kommt es allerdings zu einer Währungsreform (und um das zu denken, muß man heute kein Spinner mehr sein), dann verhält sich das finanzierte Haus nicht nur wie ein bond, sondern das Gesamtvermögen kommt sehr schnell ins Minus. Warum?

    in JEDER Währungsreform der Vergangenheit wurde Guthaben relativ mehr entwertet als Verschuldung. 1948 z.b. wurden bargeldguthaben von 100 auf 3,5 abgewertet, während Schulden von 100 auf 20 abgewertet wurden. D.h., daß Schulden gegenüber Guthaben aufgewertet wurden, und zwar um knapp das 4fache !

    Dazu kommt noch die Gefahr, daß Steuerlasten auf immobilien (weniger auf Wald- und Ackerflächen) deutlich steigen werden, um Geld in den Staatshaushalt zu spülen. in einigen bundesländern wurde bzw. wird die Grunderwerbssteuer ja deutlich angehoben.

    ich kann nur raten, Schulden möglichst schnell abzubauen, ganz einfach um das Einzelrisiko im Gesamtvermögen zu reduzieren.
    Mit Aktien- oder Rohstoffanlagen kann das Vermögen wesentlich effizienter "gesteuert" werden, ein Verkauf ist jederzeit möglich (sofern man die richtigen Produkte auswählt). Der Verkauf einer immobilie kann mitunter Jahre dauern, weil der Markt sehr eng ist (alles schon erlebt).

    Außerdem lässt sich hier das Vermögen breiter streuen: Setzt man als Anleger 50 oder gar knapp 100% des Vermögens auf eine Aktie, so gilt das als Wahnsinn - setzt man 50 oder gar 100% seines Vermögens auf eine einzige immobilie, so gilt das allgemeinhin als völlig normal.

    Nur: So eine Anlagestreuung ist gefährlich, weil beim immo-investment das "Klumpen-Risiko" viel zu hoch ist. Kommt es zum Crash des Finanzsystems, so werden diesen Umstand sehr viele Schuldner zu spüren bekommen.

  • Lieber bolle,
    wenn sich die Schulden für die kreditfinanzierte immobilie mit dem Guthaben auf dem Konto die Waage halten, sind Sie schon einen Schritt weiter und gegen die mögliche schnelle Entwertung des Papiergeldes abgesichert. Aktien sind da auch keine Alternative. Denn seit dem die börse zum Casino verkommen ist, sind langfristige Anlagen kaum mehr möglich. Einen schönen Tag.
    PS: Lieber Nachdenker, ich bin ganz ihrer Meinung. Trotzdem, nicht verzweifeln und nach einem Ausweg suchen.

  • Naja, spätestens jetzt sollte jeder aufmerksame beobachter merken, daß ein privaten Ansparen in Altersvorsorgeprodukte keinen Sinn macht, weil diese ja gerade in einigen Euro-Staaten "eingefroren" werden - "enteignet" wäre wohl das angemessenere Wort dafür. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis dieses Vorgehen auch in Deutschland seine Anwendung findet. Wie schön, daß so viele Leute in amtlich zugelassenen Altersvorsorgeprodukten ansparen. Schafe wollen eben geschoren werden ...

    Es bleibt in Zeiten, wo mittlerweile selbst die EZb de facto bankrott ist (und erst heute die Aufstockung des Grundkapitals gefordert hat), nur mehr die Anlage in Rohstoffen und Aktien, weil diese Märkte durch immer neue (Notenbank-)Liquidität hochgepusht werden. bis es auch hier zum Crash kommen wird ...

    [2] Kräftemangel schreibt:
    "... Wenn die immobilie abbezahlt ist hat man schon eine Menge Vorsorge geleistet. ..."

    Das mag sein, aber der Wert einer kreditfinanzierten immobilie verhält sich während der Tilgungsphase wie ein bond. Und selbst wenn sie dann abbezahlt ist, so hat der besitzer zwar die Hütte endlich in seinem Eigentum (wirklich?), aber in den allermeisten Fällen noch keine Rücklagen für dann langsam anstehende instandsetzungsmaßnahmen und Repapraturen gebildet.
    Dazu kommt noch, daß die Gesamtkosten weitaus höher sind als der Realwert der immobilie. Allen Medien-beteuerungen zum trotz dürfte es auch in Deutschland erheblichen Abwertungsbedarf bei immobilienpreisen geben.
    Außerdem gibt es die Gefahr steigender Steuerbelastungen, weil der Staat irgendwie seine Rettungsprogramme (die jetzt langsam real ausgezahlt werden müssen, siehe irland und EZb) finanzieren muß.

    Die immobilie ist ein Sachwert, ja, aber niemand kann diese Anlage verstecken. So war es 1948 mit dem Lastenausgleich, und so wird er vermutlich wiederkommen.

  • Mit welchem Geld? Und von wem bekomme ich das? Mein Lohn reicht ja fast nicht mal mehr, um alle Lebenshaltungskosten zu begleichen! ich habe einen Schulabschluß und zwei erfolgreich abgeschlossene berufsausbildungen - noch Fragen? Nur angemessen für seine Arbeitsleistung verdienen zu können, daß ist hier im mLand der Dichter und Denker nicht mehr möglich. ich überlege schon seit einigen Wochen ernsthaft auszuwandern, da ich hier finanziell keine Perspektive mehr sehe, mir eine Familie aufzubauen. Leistung lohnt sich nicht mehr für diejenigen, die mit ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen. Heute lohnt sich nur noch die vom Steuerzahler "abgesichtere Spekulation" und das leistungslose Einkommen durch Zins- und Zinseszinseinkünfte. Eine Scheißwelt ist das in der wir hier in den westlichen industriestaaten dahinvegetieren, in der nur noch die Gier und der Geiz regieren. ich sehe auf den Starßen keine glücklichen Mitmenschen, sondern nur noch ausgebrannte, verbitterte, frustrierte Gesichter mit matten Augen. ich frage mich, ist das der Sinn des Lebens und einzige Lebenszweck, 45 Jahre lang auf die Rente hinzuarbeiten, um dann verbittert feststellen zu müssen, das alles ein Trugschluß eine Lüge war. Das man nur durch Zwänge und Pflichten gelebt wurde, anstatt selbst zu leben, zu gestalten und die Richtung und Lebensprioritäten zu bestimmen? Hauptsache man ist gegen alle Eventualitätn des Lebens versichert! Sowas ist verrückt, sowas ist krank!

  • Der beitrag ist Schrott so wie alle beiträge über Altersvorsorge. Fazit: Nix Genaues weiß man nicht!
    PS: Wenn die immobilie abbezahlt ist hat man schon eine Menge Vorsorge geleistet.

  • Mit einem solchen "Allgemein-bla-bla" kann eigentlich niemand was anfangen. Vor lauter Vorbehalten entsteht beim Leser eher der Eindruck, besser doch die Finger davon zu lassen. Was die Menschen ja derzeit auch tun. Denn in Zeiten der Vertrauenskrise (ausgelöst durch die Finanzkrise), will sich kaum jemand längerfristig binden. Und es bleibt die Frage offen: "Wo ist mein Geld wirklich sicher?" Die täglichen Horrormeldungen zur "Euro-Krise", "Staatenpleiten", "Schutzschirme hier und da in unermesslichen Höhen" tragen verstärkend hierzu bei. Selbst diejenigen, die durchaus fürs Alter vorsorgen wollen, bekommen keine schlüssigen, nachvollziehbaren Antworten. Was verständlich ist, denn niemand weiß, was in den nächsten noch so alles auf uns zukommt

  • Vorsorgen aber wie?
    Große Teile der bevölkerung sind von diesem Thema gänzlich ausgeschlossen, weil sie einfach kein Geld haben, um Rücklagen zu bilden. Der kleinere, priviligiertere Teil steht vor der Frage: Was tun? Nehme ich Zuschüsse und Steuervergünstigungen an und investiere in Produkte der staatlich geförderten Finanzindustrie (Riester, Rürup, KLV oder betriebsrenten) oder verzichte ich auf die Förderungen und versuche das Glück mit Aktien, Rohstoffen und Renten. bei ersterem wird wenigstens der Kapitalerhalt (nach Abzug der Kosten) garantiert. bei letzterem ist die Rendite besser, dafür steht der Altersvorsorger aber auch mit seinem Risiko alleine da. Streuen, Streuen, Streuen ist immer gut. Aber dazu muß es auch erstmal ein Vermögen geben, das gestreut werden kann. Sonst sind die Kosten zu hoch.
    Und nun gibt es noch eine politische Frage: Wenn der Sparer/Altersvorsorger die Früchte seiner Ersparnisse genießen will, so muss er damit rechnen, daß ihm seine staatliche Rente um die private Vorsorge gekürzt wird.
    Denn eines ist sicher: Die staatliche Rente ist unsicher. Uns erwartet in 10 bis 20 jahren eine basisrente. Dann wird wohl auch das Hartz4-Prinzip angewendet. Wer eigenes Vermögen hat, muß dieses aufbrauchen. Klingt unrealistisch? Abwarten, wir werden es alle noch erleben...

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