Anhebung durch die Hintertür
Werden die Krankenversicherungsbeiträge weiter steigen?

Für gesetzlich Versicherte: Theoretisch nein (weil es die Politik so will), praktisch ja (weil es wegen der steigenden Gesundheitskosten und der nicht gehobenen Effizienzreserven kaum anders geht).

Die Wahltarife sollen sich selber tragen, Quersubventionierung eingeschränkt werden. Fehlt Geld, müssen es sich die Kassen bei ihren Kunden holen – so sie nicht vom dadurch ausgelösten Wettbewerb leise verschluckt werden.

Auch die härtesten Gegner der schmidtschen Reform, die Allgemeinen Ortskrankenkassen, fügen sich dem Gesetzgeber. Als einer der Ersten hat Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland-Hamburg, neue Wahltarife mit Selbstbehalt und Bonussystem vorgestellt. "Der Wettbewerb geht im Grunde noch nicht weit genug", sagt der Kassenboss, "wenn Wettbewerb, dann gehören dazu auch Qualitätsranglisten von Ärzten und Krankenhäusern." Jacobs fordert über die Honorartöpfe gar eine Bezahlung der Ärzte nach Qualität: "Warum soll ein Gastroendologe, bei dessen Patienten immer wieder Komplikationen und Nachbehandlungen auftreten, genauso viel Geld bekommen, wie der Kollege, dem das nicht passiert?"

Wie auch immer sich die Konkurrenz auswirkt: Von 2009 an gilt der Einheitsbeitrag. Der dürfte kaum niedriger sein als jene 14,2 Prozent des Gehalts, die derzeit ein Kassenpatient im Schnitt zahlen muss. Wie viel er ab 2009 aufbringen muss, entscheidet die Bundesregierung erst kurz zuvor.

Für privat Versicherte: Bei ihnen kommen die Beitragserhöhungen durch die Hintertür. 2009 müssen die privaten Kassen einen Basistarif anbieten, der so viel leisten und kosten soll wie der Standardtarif der gesetzlichen Konkurrenz. Reicht dieser Topf nicht, werden die Mehrkosten auf alle Mitglieder umgelegt.

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