Assekurata-Studie: Versicherungschef zweifelt am Garantiezins

Assekurata-Studie
Schlechte Prognose für die Lebensversicherung

Versicherungschef zweifelt am Garantiezins

Der britische Versicherungskonzern Standard Life hat die Renditeversprechen der deutschen Lebensversicherer sogar in Zweifel gezogen. Europachef Paul Matthews sagte dem Handelsblatt: „Wenn sich die Renditen der Staatsanleihen nicht erholen, werden die deutschen Versicherer ihre Garantien nicht mehr erfüllen können.“ Jeder wisse das, aber keiner wolle der Erste sein, der dies zugebe.

Früher oder später werde jedoch „ein Anbieter sagen müssen, dass er sie nicht mehr erfüllen kann“. In Großbritannien habe sich eine Altersvorsorge ohne Garantien durchgesetzt, weil „wir uns eingestehen mussten, dass wir die Garantien nicht mehr erfüllen können, ohne in ernste finanzielle Schwierigkeiten zu geraten“, sagte Matthews.

Das Bundesfinanzministerium hat den verbindlichen Garantiezins für Neuverträge inzwischen auf 1,75 Prozent gesenkt. Die Höhe der Überschussbeteiligung setzt dagegen jeder Versicherer selbst fest. Auch dieser Zinssatz sinkt jedoch seit Jahren.

Gleichzeitig werde die Zahl der Versicherer schrumpfen, sagte der Versicherungschef weiter: "Auch in Großbritannien gab es einst über 100 Versicherer. Mittlerweile sind es nur noch zehn größere Unternehmen. Auch in Deutschland wird sich die Zahl stark verringern."

Auch der Fondsanbieter Blackrock beurteilt die deutsche Versicherungsbranche skeptisch.

Kommentare zu " Assekurata-Studie: Schlechte Prognose für die Lebensversicherung"

Alle Kommentare
  • Man muß sich doch nur die von Standard Life völlig fehlkalkulierten Airbag-Tarife anschauen mit den man auf den deutschem Markt Fuß fassen wollte und die man aufgrund der Fehlkalkulierten dann wieder eingestampft hat.
    Seitdem überlässt Standard Life den lukrativen BU-Markt lieber wieder deutschen Unternehmen die rechnen können.
    Man muß sich doch nur die von Standard Life völlig fehlkalkulierten Airbag-Tarife anschauen, mit den man damals auf den deutschem Markt Fuß fassen, wollte und die man dann aufgrund der Fehlkalkulationen wieder eingestampft hat.
    Seitdem überlässt Standard Life den lukrativen BU-Markt lieber wieder deutschen Unternehmen die rechnen können.
    Den schwarzen Peter haben allerdings die vielen Altkunden von Standard Life die im Leistungsfall die Nichtleistungsabteilung von Standard Life kennen lernen: Nur weil sie vollständig erwerbsunfähig sind heißt dass für uns doch nicht das sie auch berufsunfähig sind. Wir sehen keinen Grund für weitere Gespräche.
    Und dagegen ist selbst die Nürnberger noch eine zahlungswillige Versicherung!

  • Surprise, surprise - Kapitaldeckung ist wesentlich anfälliger für negative Realzinsen, Staatspleiten und Wechselkursmanipulationen. Also doch wieder die gesetzliche Rente stärken? Die Kosten des "demografischen Wandels" müssen so oder so bezahlt werden. Die private Vorsorge hat lediglich die Arbeitgeber aus ihrer Beteiligung daran entlassen. Angesichts steigender Arbeitsproduktivität und Lohnerhöhungen unter diesem Produktivitätsfortschritt ein Skandal!

  • schon mal VAG §89 gelesen?

  • Äh, die Eurobonds haben eigentlich das Ziel, die Zinsen eben niedrig zu halten. Die ganze Sache läuft jetzt doch unter dem Stichwort "Finanzielle Repression". Diese Methode der Enteignung der Bürger ist doch deutlich eleganter als ständige Steuererhöhungen. Diejenigen, die uns das eingebrockt haben, stört es wohl als Nicht-Betroffene wohl kaum. Daher gebe ich Mazi Recht, dass nun endlich die Pensionen von Politikern und Beamten drastisch gekürzt werden müssten.
    Ach ja, die Person auf dem Bild braucht doch eher eine gute Krankenversicherung ;-)

  • Der niedrige Garantiezins untergräbt das Sicherheitsgefühl der Bürger. Vielleicht sollte man Eurobonds als Ausweg erkennen, die den Zins europaweit wieder auf 5% heben und damit den Bürgern Sicherheit geben. Die SPD sollte dieses Thema für den Wahlkampf aufgreifen: Eurobonds zur Sicherung im Alter.

  • Wen überraschen diese Aussagen?
    Wer ist dafür zuständig und wer ist dafür verantwortlich?

    Die Versicherungsnehmer etwa?

    Wem war unklar, dass niedrigere Zinsen zu niedrigeren Zinseinnahmen führen?

    EZB und Politiker haben in unverantwortlicher Weise gegen die Kriterien des Maastricht-Vertrag verstoßen und uns den Zusammenbruch des Finanzsektors beschert.

    Wenn jetzt also die Altersvorsorge crasht, dann müssen auch die Pensionen derer crashen, die uns dies hier eingebrockt haben.

    Es muss dringend die Abgeordnetenbestechung als Straftatbestand in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden. International wird dies schon seit 2003 von der Bundesregierung gefordert und keine der Regierungen ist diesem Ansinnen gefolgt.

    Wir brauchen eine gesetzliche Handhabe, die kassierten Gelder wieder einzuziehen.

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