Assekurata-Studie

Schlechte Prognose für die Lebensversicherung

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Versicherungschef zweifelt am Garantiezins

Der britische Versicherungskonzern Standard Life hat die Renditeversprechen der deutschen Lebensversicherer sogar in Zweifel gezogen. Europachef Paul Matthews sagte dem Handelsblatt: „Wenn sich die Renditen der Staatsanleihen nicht erholen, werden die deutschen Versicherer ihre Garantien nicht mehr erfüllen können.“ Jeder wisse das, aber keiner wolle der Erste sein, der dies zugebe.

Große Lebensversicherer lassen Kunden hungern
Die Tendenz im Jahr 2013
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Die Tendenz im Jahr 2013

Die Branchenriesen sind immer vorsichtiger geworden. Im Schnitt lag ihre Überschussbeteiligung bereits mit 3,49 Prozent unter der stark beachteten Marke von 3,5 Prozent. Das war mager und lag unter dem ohnehin schon niedrigen Branchenschnitt von rund 3,6 Prozent sein. Manche Riesen haben sogar schon drei Prozent erreicht. Hier scheint nur noch wenig Speck zu sein, von dem die Kunden zehren können.

Die Ratingagentur Assekurata ermittelte folgende Werte für 2013:

Kapitallebensversicherung: 3,58 Prozent
Private Rentenversicherung: 3,61 Prozent
Laufende Rente: 3,91 Prozent
Riester-Rente: 3,56 Prozent
Basis-Rente: 3,57 Prozent.
Über alle Vertragstypen errechnete Assekurata einen Durchschnittswert von 3,64 Prozent.

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Platz 20 - R+V: Wartet ab

Der drittgrößte Lebensversicherer in Deutschland will erst Ende Februar mitteilen, wie hoch seine Überschussbeteiligung im laufenden Jahr ist. Das ist ungewöhnlich spät. Zur Begründung hieß es in Wiesbaden, man wolle die Entwicklung des Marktes abwarten. Damit ist die R+V die große Ausnahme in der Branche.

Für 2012 hatte die R+V die Angaben noch - wie in der Branche üblich - Anfang Dezember 2011 geliefert. Damals hieß es, trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds könne die R+V Lebensversicherung AG für ihre Kunden auch 2012 eine Gesamtverzinsung von 4,40 Prozent bieten. Darin enthalten sei eine laufende Verzinsung von 3,85 Prozent.

Fotoquelle: R+V

Zurich: keine Angaben
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Zurich: keine Angaben

Einer der größten Anbieter von Lebensversicherungen, die Zurich, lässt die Zinsgutschrift unverändert, aber auf niedrigstem Niveau. "Die Überschussbeteiligung bleibt 2014 mit 3,0 Prozent auf dem 2013er Niveau", erklärte ein Sprecher auf Anfrage von Handelsblatt Online. Für 2012 waren es noch 3,35 Prozent und für 2011 schrieb der Versicherer 3,7 Prozent gut.

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 4,2

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): keine Angaben

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: keine Angaben

Ergo: 2,51 Prozent
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Ergo: 2,51 Prozent

Im Jahr 2014 beträgt die Summe aus Garantiezins und laufender Verzinsung bei der Ergo Lebensversicherung unverändert 3,2 Prozent. Dazu kommen 0,35 Prozent (2013: 0,35 Prozent) aus dem Schlussüberschuss und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven. Somit beträgt die Gesamtverzinsung für auslaufende Verträge 3,55 Prozent.

Bestandskunden erhielten sowohl bei der Ergo Leben als auch bei der Victoria Leben mindestens den Garantiezins, erklärte Ergo. Der könne bei älteren Tarifgenerationen höher sein als die für 2014 deklarierte Gesamtverzinsung.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,32 Prozent 2013: 3,32 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 3,8

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 2,51 (2,51) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 0,71 (0,71) Prozent

SV
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Platz 17 - SV Sparkassenversicherung: 3,05 Prozent

Die Überschussbeteiligung der SV Sparkassenversicherung ist von 3,75 Prozent für 2011 auf 3,55 Prozent in diesem Jahr auf nun 3,05 Prozent in diesem Jahr gefallen. Dies ergibt aus Angaben, die Assekurata veröffentlicht hat. Der Rückschritt ist damit stärker als im Schnitt der Branche.

Der Sparkassenversicherer war in den vergangenen Jahren besonders stark durch Einmalgeschäft gewachsen.

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Platz 16 - Versicherungskammer Bayern (VKB): 3,1 Prozent

Der größte Sparkassenversicherer, die Versicherungskammer Bayern, setzt auf hohe Reserven. Die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, größter Lebensversicherer der VKB, zähle zu den Gesellschaften mit den höchsten Bewertungsreserven in der Branche. Allerdings liegt damit ein weiterer großer Lebensversicherer aus dem Sparkassensektor unter den Großen relativ weit hinten.

Dennoch senkt das Unternehmen seine Überschussbeteiligung 2013 auf einen der niedrigsten Werte in der Branche: 3,1 Prozent. Bisher waren es 3,5 Prozent. Die Bayern-Versicherung bietet darüber hinaus auch im Jahr 2013 eine attraktive Gesamtverzinsung auf den Sparanteil. Für Neuverträge gegen laufenden Beitrag betrage diese 3,7 Prozent. Darin enthalten seien 0,6 Prozent für den Schlussüberschuss inklusive der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven.

Die Sparte Lebensversicherung des Sparkassenversicherers verzeichnete 2012 ein starkes Beitragswachstum. Die Prämien stiegen den Angaben zufolge um 5,9 Prozent auf 2,62 Milliarden Euro.

Württembergische: 3,07 Prozent
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Württembergische: 3,07 Prozent

Die Württembergische Lebensversicherung AG hält ihre Überschussbeteiligung 2014 konstant. Die beträgt 3,25 Prozent. Für 2012 lag die Zinsgutschrift dagegen noch bei 3,5 Prozent. Zusammen mit dem Schlussüberschuss und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven bleibe die gesamte Verzinsung der Sparanteile konstant bei 3,9 Prozent wie im Vorjahr. Diese könne sich in Abhängigkeit von den bei Vertragsablauf aktuellen Bewertungsreserven noch erhöhen. Außerdem kämen noch zusätzliche Kosten- und Risikoüberschüsse hinzu.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,39 Prozent 2013: 3,39 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 4,2

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 3,07 (3,06) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 0,81 (0,81) Prozent

Früher oder später werde jedoch „ein Anbieter sagen müssen, dass er sie nicht mehr erfüllen kann“. In Großbritannien habe sich eine Altersvorsorge ohne Garantien durchgesetzt, weil „wir uns eingestehen mussten, dass wir die Garantien nicht mehr erfüllen können, ohne in ernste finanzielle Schwierigkeiten zu geraten“, sagte Matthews.

Das Bundesfinanzministerium hat den verbindlichen Garantiezins für Neuverträge inzwischen auf 1,75 Prozent gesenkt. Die Höhe der Überschussbeteiligung setzt dagegen jeder Versicherer selbst fest. Auch dieser Zinssatz sinkt jedoch seit Jahren.

Gleichzeitig werde die Zahl der Versicherer schrumpfen, sagte der Versicherungschef weiter: "Auch in Großbritannien gab es einst über 100 Versicherer. Mittlerweile sind es nur noch zehn größere Unternehmen. Auch in Deutschland wird sich die Zahl stark verringern."

Auch der Fondsanbieter Blackrock beurteilt die deutsche Versicherungsbranche skeptisch.

Die sieben Thesen von Blackrock
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6 Kommentare zu "Assekurata-Studie: Schlechte Prognose für die Lebensversicherung"

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  • Man muß sich doch nur die von Standard Life völlig fehlkalkulierten Airbag-Tarife anschauen mit den man auf den deutschem Markt Fuß fassen wollte und die man aufgrund der Fehlkalkulierten dann wieder eingestampft hat.
    Seitdem überlässt Standard Life den lukrativen BU-Markt lieber wieder deutschen Unternehmen die rechnen können.
    Man muß sich doch nur die von Standard Life völlig fehlkalkulierten Airbag-Tarife anschauen, mit den man damals auf den deutschem Markt Fuß fassen, wollte und die man dann aufgrund der Fehlkalkulationen wieder eingestampft hat.
    Seitdem überlässt Standard Life den lukrativen BU-Markt lieber wieder deutschen Unternehmen die rechnen können.
    Den schwarzen Peter haben allerdings die vielen Altkunden von Standard Life die im Leistungsfall die Nichtleistungsabteilung von Standard Life kennen lernen: Nur weil sie vollständig erwerbsunfähig sind heißt dass für uns doch nicht das sie auch berufsunfähig sind. Wir sehen keinen Grund für weitere Gespräche.
    Und dagegen ist selbst die Nürnberger noch eine zahlungswillige Versicherung!

  • Surprise, surprise - Kapitaldeckung ist wesentlich anfälliger für negative Realzinsen, Staatspleiten und Wechselkursmanipulationen. Also doch wieder die gesetzliche Rente stärken? Die Kosten des "demografischen Wandels" müssen so oder so bezahlt werden. Die private Vorsorge hat lediglich die Arbeitgeber aus ihrer Beteiligung daran entlassen. Angesichts steigender Arbeitsproduktivität und Lohnerhöhungen unter diesem Produktivitätsfortschritt ein Skandal!

  • schon mal VAG §89 gelesen?

  • Äh, die Eurobonds haben eigentlich das Ziel, die Zinsen eben niedrig zu halten. Die ganze Sache läuft jetzt doch unter dem Stichwort "Finanzielle Repression". Diese Methode der Enteignung der Bürger ist doch deutlich eleganter als ständige Steuererhöhungen. Diejenigen, die uns das eingebrockt haben, stört es wohl als Nicht-Betroffene wohl kaum. Daher gebe ich Mazi Recht, dass nun endlich die Pensionen von Politikern und Beamten drastisch gekürzt werden müssten.
    Ach ja, die Person auf dem Bild braucht doch eher eine gute Krankenversicherung ;-)

  • Der niedrige Garantiezins untergräbt das Sicherheitsgefühl der Bürger. Vielleicht sollte man Eurobonds als Ausweg erkennen, die den Zins europaweit wieder auf 5% heben und damit den Bürgern Sicherheit geben. Die SPD sollte dieses Thema für den Wahlkampf aufgreifen: Eurobonds zur Sicherung im Alter.

  • Wen überraschen diese Aussagen?
    Wer ist dafür zuständig und wer ist dafür verantwortlich?

    Die Versicherungsnehmer etwa?

    Wem war unklar, dass niedrigere Zinsen zu niedrigeren Zinseinnahmen führen?

    EZB und Politiker haben in unverantwortlicher Weise gegen die Kriterien des Maastricht-Vertrag verstoßen und uns den Zusammenbruch des Finanzsektors beschert.

    Wenn jetzt also die Altersvorsorge crasht, dann müssen auch die Pensionen derer crashen, die uns dies hier eingebrockt haben.

    Es muss dringend die Abgeordnetenbestechung als Straftatbestand in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden. International wird dies schon seit 2003 von der Bundesregierung gefordert und keine der Regierungen ist diesem Ansinnen gefolgt.

    Wir brauchen eine gesetzliche Handhabe, die kassierten Gelder wieder einzuziehen.

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