Aufkäufer von Lebensversicherungen fordern Informationspflicht: Viele Versicherte verschenken Geld

Aufkäufer von Lebensversicherungen fordern Informationspflicht
Viele Versicherte verschenken Geld

Die Aufkäufer von Lebensversicherungspolicen wollen den deutschen Markt in Schwung bringen. Sie fordern, dass die Assekuranz kündigungswillige Kunden künftig generell darüber informiert, dass diese ihre Verträge auch verkaufen können. Dies ist für die Verbraucher finanziell günstiger als eine Kündigung.

HB DÜSSELDORF. Allerdings wissen die wenigsten über diese Möglichkeit Bescheid. „Wir versuchen die Politik von einer entsprechenden Gesetzesänderung zu überzeugen“, sagte Gerd Bühler, Beiratsvorsitzender des Bundesverbandes der Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL), dem Handelsblatt.

Der Verband hofft, dass die Bundesregierung diesen Punkt bei der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes doch noch berücksichtigt. In der Kommission zur Reform des Versicherungsvertragsgesetzes hatte eine Informationspflicht keine Mehrheit gefunden. Unterstützt werden die Pläne von Verbraucherschützern wie dem Bund der Versicherten oder der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Der Bedarf ist da. Immer mehr Bundesbürger sind offenbar so knapp bei Kasse, dass sie ihre Police versilbern. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lag die Stornoquote vergangenes Jahr bei 5,49 Prozent, und damit immerhin zehn Prozent über dem Vorjahreswert. Hauptgrund ist Arbeitslosigkeit. Experten sprechen davon, dass jede zweite bis dritte Police vor Vertragsende gekündigt wird.

Der Verkauf eines Lebensversicherungsvertrages bietet Verbrauchern einige Vorteile. Sie erhalten mehr Geld, als wenn sie die Police stornieren. Außerdem bleibt der Todesfallschutz erhalten, ebenso die Steuerersparnis bei Policen, die noch keine zwölf Jahre alt sind. Doch die Vorteile kennen nur wenige Verbraucher hierzulande. „Deshalb wird das Potenzial des Marktes in Deutschland nicht ausgeschöpft“, sagt Lutz Schröder, Vorstand bei Cash Life, dem größten Zweitmarktanbieter in Deutschland. Er verweist auf eine neue Studie der Unternehmensberatung Allensbach. Demnach wissen nur sieben Prozent der Verbraucher, dass sie Lebensversicherungen an Dritte verkaufen können.

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