Autofahrer verwechselte Brems- mit Kupplungspedal
Versicherer haftet für Anfängerfehler

Tritt ein bisher nur an Schaltgetriebe gewöhnter Versicherungsnehmer mit seinem neuen automatikbetriebenen Pkw beim Versuch, in einen höheren Gang zu schalten, versehentlich auf das Brems- statt auf das Kupplungspedal und kommt es deshalb zu einem Auffahrunfall, muss die Versicherung dennoch zahlen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschieden.

HB GARMISCH. Der Unfall hatte sich während der Überführung eines neuen Mercedes-Benz von Stuttgart nach Düsseldorf auf der Autobahn A3 ereignet. Nachdem der Autofahrer einen Reisebus überholt hatte, verlor sein Fahrzeug abrupt an Geschwindigkeit, weshalb der Bus auf ihn auffuhr.

Den Schaden von über 20.000 Euro erstattete die Versicherung zunächst an den Autofahrer. Später überlegte sie es sich aber wieder anders und verlangte den bereits ausgezahlten Geldbetrag zurück. Begründung: Der Versicherungsnehmer habe den Busfahrer mit dem plötzlichen Bremsmanöver nur bestrafen wollen, weil der zuvor überholt habe und der Versicherungsnehmer nicht an ihm vorbei gekommen sei.

Die Düsseldorfer Richter hielten das Versagen des Versicherungsnehmers für entschuldbar, weil er das erste Mal in seinem Leben mit einem Automatik getriebenen Fahrzeug unterwegs gewesen war. Auch wenn der Unfallhergang unwahrscheinlich erscheint, habe die Versicherung den Bedienungsfehler nicht widerlegen können, entschied das Gericht.

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