Banken
Die besten Girokonten für Wechsler

Der Aufstand der Politik ist nicht ohne Wirkung geblieben: Einige Banken senken aktuell ihre monströsen Dispozinsen. Trotzdem können Kunden beim Wechsel des Girokontos einige hundert Euro sparen. Ein exklusiver Vergleich, welche Banken für Wechselwillige attraktiv sind.
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DÜSSELDORF. Banker sind lernfähig. Nachdem Verbraucherschützer wieder einmal auf die viel zu hohen Dispozinsen aufmerksam gemacht haben, und die Politik markige Rüffel verteilte, haben mehrere Institute ihre Sätze für Überziehungszinsen gesenkt. Die Sparda-Bank Hamburg nimmt statt 11,85 Prozent jetzt 10,05 Prozent, die Sparkasse Leipzig senkte den Zins immerhin von 13,50 Prozent auf 13,05 Prozent und die Santander Consumer Bank sogar von 16,98 auf 12,98 Prozent für die geduldete weitere Überziehung.

Trotz einiger Bewegung im Markt sind die Sätze aber immer noch üppig. "Im Schnitt nehmen die Banken 11,2 Prozent für Überziehungszinsen, teure Anbieter sogar mehr als 14 Prozent", sagt Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Für klamme Kunden kommen so enorme Kosten zusammen, zumal viele Banken neben den Überziehungskosten auch noch Kontogebühren von bis zu 120 Euro im Jahr verlangen.

Wer etwa monatlich 1 500 Euro verdient und im Schnitt 20 Tage im Monat mit 3 000 Euro im Minus ist, zahlt bei der teuersten Bank für sein Girokonto 471 Euro. Die Spannen im Markt sind enorm: Beim günstigsten Anbieter müssten Kunden nur 105 Euro bezahlen.

Nicht nur für notorische Schuldner kann sich ein Wechsel der Hausbank auszahlen. Das belegt ein Vergleich von Girokonten der FMH-Finanzberatung fürs Handelsblatt. Bei einem monatlichen Geldeingang von 2 000 Euro können sich Kunden beim besten Anbieter nach einem Jahr über ein Plus von rund 25 Euro freuen. Zum Vergleich: Die teuerste Bank verlangt dafür 130 Euro.

Bisher wechseln nur rund zehn Prozent der Kunden ihr Girokonto jedes Jahr. Trotzdem ist der Girokontenmarkt hart umkämpft. "Das Girokonto ist vor allem für Filialbanken das entscheidende Ankerprodukt und absolut wichtig für die Kundenbindung", sagt Christoph Stegmeier, Senior Manager bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Konten sind für die Institute keine Ertragsbringer, öffnen aber die Tür für die Vermittlung anderer Produkte.

Für die Institute ist es schwer sich in dem Markt zu differenzieren. "Ein kostenloses Giro-Gehaltskonto ist für jede überregionale Bank eigentlich ein Muss", sagt Stegmeier. Dementsprechend viele Institute bieten daher eines an.

Viele Kunden möchten zwar schon länger die Bank wechseln, scheuen aber den Aufwand, den Arbeitgeber, Versicherungen, Vermieter, Behörden und viele mehr über die neue Kontoverbindung zu informieren. Kundenfreundliche Institute übernehmen diesen Aufwand und haben einen so genannten Kontoumzugsservice eingerichtet. Mindestens zehn Institute kümmern sich mittlerweile um die Benachrichtigungen.

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  • Es ist immer schön, wenn Leute bereit sind zu lernen

  • Der Vergleich ist sehr schlecht recherchiert. Den bonus den manche banken zahlen, hat da nichts zu suchen, schließlich, wird man das Girokonto nicht nur 1 Jahr bei dieser bank haben und dann wieder wechseln. Auch fehlen die zusätzlichen Vorzüge und Nachteile der einzelnen Konten.

  • Vielleicht sollte auch Erwähnung finden, dass manche institute von sich aus einen sog. Abrufkredit anbieten. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Dispo, nur sind die Zinsen sehr viel günstiger. Verbraucher sollten hier ruhig einmal bei ihrer Hausbank nachfragen oder sich im internet informieren.

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