Bausparkassen: LBS verzichtet auf über eine halbe Milliarde

Bausparkassen
LBS verzichtet auf über eine halbe Milliarde

Die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt belasten die Bausparkassen. Die Branche steckt mitten im Wandel. Die Landesbausparkasse aus Münster setzt dabei lieber auf die private staatliche Altersvorsorge als auf Tagesgeld.

DüsseldorfVerzicht ist nicht gerade eine Stärke der Finanzbranche. Banken, Versicherungen oder auch Bausparkassen wollen vor allem verkaufen, denn nur so wird Geld verdient. Doch es geht auch anders, wie ein Beispiel aus Münster zeigt.

Auf Tagesgeldanleger und damit auf Neugeschäft in Höhe von über einer halben Milliarde Euro habe man „bewusst verzichtet“, sagt Gerhard Schlangen, der Chef der größten Bausparkasse im Sparkassenlager, der LBS Münster. Er sieht es auch nicht als Schwäche, sondern als Stärke, dass er „früher als andere“ die wichtigste Zielgruppe der Bausparkassen wieder ins Visier genommen hat: die Häuslebauer.

Ungewöhnlich ist das allemal in Zeiten niedriger Zinsen, in denen jedes Finanzunternehmen sehen muss, wo es bleibt. Schlangen setzte lieber auf ganz normale Bausparverträge – in Kombination mit der staatlich geförderten Altersvorsorge, der Riester-Rente.

Das Ergebnis: Seit zehn Jahren schließen Kunden nun Bausparverträge über eine Summe von jeweils rund neun Milliarden Euro ab. 2012 waren es 8,8 Milliarden Euro – was im Geschäftsgebiet Nordrhein-Westfalen einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent entspricht.

Rund 50.000 Mal verkauften die Bausparvertreter dabei den Wohn-Riester. Bundesweit entspricht das einem Marktanteil von mehr als 13 Prozent für die LBS aus Münster, im Lande sind es 54 Prozent. Sieben von zehn Bürgern entscheiden sich bei der Riester-Vorsorge inzwischen für die Immobilien-Varianten.

Versicherungslösungen hatten im vergangenen Jahr damit kaum noch eine Chance. Für den LBS-Chef ist das überhaupt keine Überraschung: „Das entspricht der Erkenntnis langjähriger Studien, wonach nahezu 80 Prozent der Bundesbürger für die private Altersvorsorge das Wohneigentum präferieren.“

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