Berufsunfähigkeit
Ausweichjob zu schwammig definiert

Immer wieder versuchen Versicherungen, sich gegenüber Berufsunfähigen aus der Pflicht zu stehlen. Das Lieblingsargument: Der Versicherte könne doch künftig einer anderen Tätigkeit nachgehen. Der Bundesgerichtshof hat diese Praxis jetzt erneut scharf kritisiert.

Die Richter stellten klar: Wenn eine Assekuranz meint, dass der Betroffene weiterhin arbeiten kann, muss sie konkrete Angaben zum angeblichen Ausweichjob machen (IV ZR 10/07). Im Urteilsfall war ein Fernfahrer nach einer Oberschenkelthrombose arbeitsunfähig. Seine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wollte nicht zahlen und argumentierte: Der Mann könne auch als Lieferant im Nahverkehr arbeiten.

Das war den Richtern zu schwammig: Die Assekuranz müsse Details zu den Arbeitszeiten, den "erforderlichen Tätigkeiten und körperlichen Kräften" sowie zum Einsatz von Hilfsmitteln nennen. Nur dann könne ein medizinischer Gutachter beurteilen, ob der Kläger fähig sei, den vorgeschlagenen Beruf auszuüben. Die bisher vorgelegten Gutachten seien wertlos.

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