Berufsunfähigkeit

Die Existenz leichtfertig aufs Spiel gesetzt

Die eigene Arbeitskraft schätzen die meisten Bundesbürger offensichtlich nicht besonders wertvoll ein. Weniger als 25 Prozent der Haushalte verfügen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Und der vorhandene Schutz gegen dieses existenzbedrohende Risiko ist meist dürftig. Experten empfehlen deshalb einen Versicherungs-Check.
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Mann im Rollstuhl: Jeder Berufstätige sollte seine Arbeitskraft absichern. Quelle: IMAGO

Mann im Rollstuhl: Jeder Berufstätige sollte seine Arbeitskraft absichern.

(Foto: IMAGO)

FRANKFURT. Was bedeutet die neue Winterreifenpflicht für die Vollkaskoversicherung? Die Antwort: Wer bei Matsch und Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, muss damit rechnen, dass er bei einem Unfall auf einem Teil seines Schadens sitzen bleibt. Das leuchtet ein. Wenn es um solch konkrete Angelegenheiten geht, kennen sich die Deutschen mit Versicherungen aus. Besonders bei der Kfz-Versicherung vergleichen sie regelmäßig gegen Jahresende die Angebote und wechseln rasch den Anbieter, um Geld zu sparen. Der Branchenspruch "Versicherungen werden verkauft, nicht gekauft" gilt hier ausnahmsweise nicht. Die Kunden kümmern sich selbst um die Police - und sorgen so für Preisdruck, Wettbewerb und günstige Konditionen. Zwar trägt dazu auch der Zwang zur Kfz-Haftpflichtversicherung bei, aber auch die freiwillige Vollkasko ist beliebt.

Rund ein Drittel der Haushalte sichert nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit einer solchen Police sein Auto rundum am. Die eigene Arbeitskraft schätzen die meisten Bundesbürger dagegen offensichtlich nicht als so wertvoll ein; denn weniger als 25 Prozent der Haushalte verfügen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Und der vorhandene Schutz gegen dieses existenzbedrohende Risiko ist meist dürftig.

Dabei gibt jeder Deutsche statistisch pro Jahr 2 200 Euro für private Versicherungen aus. Nicht eben wenig, und nach Ansicht von Fachleuten lassen sich damit die größten Risiken absichern. So schätzt Hajo Köster, Fachmann beim verbrauchernahen Bund der Versicherten (BdV), dass sich die Hälfte des Versicherungsbudgets besser nutzen lässt. Entweder gibt es billigere Policen mit gleichen Konditionen - oder es gibt bessere Bedingungen zum gleichen Preis. "Zu viele Menschen sind gar nicht, falsch oder zu teuer versichert", berichtet Köster. Allerdings muss der Kunde auch Zeit investieren, um seinen Versicherungsschutz zu planen - etwa so viel Zeit wie für den Kauf eines neuen Autos.

Kunden sollten ihren Bedarf genau abklären

Zunächst muss der Bedarf geklärt werden. Das geht relativ schnell. Entscheidend ist die Lebenssituation. So braucht ein Single andere Policen als eine Familie. Und bei Senioren ist die Lage wieder anders. Dabei sollten Verbraucher drei Grundsätze beherzigen. Erstens: Zunächst müssen Risiken abgesichert werden, die den finanziellen Ruin bedeuten können. Zweitens: Diese Absicherung hat Vorrang vor der Altersvorsorge. Drittens: Viele Versicherungen, die nur geringe Werte absichern, sind überflüssig.

Extrem wichtig ist die Privathaftpflichtversicherung. Denn wer einen anderen schädigt, etwa mit dem Fahrrad anfährt und schwer verletzt, haftet unbegrenzt. Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht ist diese Police nicht gesetzlich vorgeschrieben, sodass nach Branchenangaben rund 30 Prozent der Bevölkerung darauf verzichtet. Dabei ist dieser Schutz schon für unter 100 Euro zu haben.

Jeder Berufstätige sollte außerdem seine Arbeitskraft absichern. Hier gilt: möglichst früh absichern, solange man jung und gesund ist. Später wird es teuer oder sogar unmöglich, eine Berufsunfähigkeitspolice zu erhalten, weil die Versicherer Kunden mit Vorerkrankungen häufig ablehnen.

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9 Kommentare zu "Berufsunfähigkeit: Die Existenz leichtfertig aufs Spiel gesetzt"

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  • Aloha,

    Zitat:

    "Und der Präsident des bundesverbands der Versicherungsberater, Stefan Albers, wirbt für seine noch kleine Zunft und sagt: „Die beratungskosten sind häufig nach drei bis vier Jahren wieder bezahlt – aber der Versicherungsschutz ist von Anfang an besser.“"

    besser als was?

    besser als trockenes brot? besser als gar kein Versicherungsschutz? Oder besser, als wenn der Vertrag über einen Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler abgeschlossen worden wäre?

    in letzterem Fall würde mich interessieren: Warum?

    Und jetzt bitte nicht sagen, weil der Versicherungsberater ein Honorar und keine Provision bekommt. Das kann nämlich nicht der Grund sein. Denn keiner wird bestreiten, dass es gute (=fähige/kompetente/einsatzwillige) und schlechte (=ahnungslose/faule/großmäulige) Anwälte gibt. Und die bekommen alle durch die bank ein Honorar. Gut oder schlecht kann also irgendwie nicht am Vergütungssystem liegen.

    Und:

    Wenn die beratungskosten nach drei bis vier Jahren wieder bezahlt sind, bedeutet das was?

    Ratenzahlung? beitrag gespart durch Schnäppchenvergleich? Kann ich mir bei Versicherungsberatern kaum vorstellen.

    Und was bedeutet "häufig" nach drei bis vier Jahren bezahlt? Nicht immer? Also zahlen manche ihre Rechung nicht? Oder hat sich die beratung manchmal nach drei bis vier Jahren noch nicht bezahlt gemacht? Oder was?

    Kleiner Tipp: Einfach zum guten Schluß keine Werbespäßchen an einen sonst guten Artikel dran klatschen.

    Der bundesverband der Versicherungsberater hat übrigens 2008 hochgerechnet, dass Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler jährlich 20 Milliarden Euro Schaden bei ihren Kunden anrichten. Das sind also bisher schlappe 60 Milliarden.

    Damit ließe sich doch viel besser Werbung für die kleine Zunft machen.

    Flockige Grüße

    Michael Hilpüsch
    -Versicherungsmakler -

  • Guten Tag,
    ich gratuliere zu dem gelungenen Artikel: Die wesentlichen Fakten genannt, komplizierte Sachverhalte kurz und bündig beschrieben, die üblichen Fettnäpfchen und Fehler vermieden und sogar noch die unterschiedlichen Vermittler-Typen relativ korrekt beschrieben. Das hat (leider) Seltenheitswert. inhaltlich zu den vorherigen Kommentaren: Natürlich muss auch der berufsunfähigkeitsversicherer im Leistungsfall zahlen - und tut es auch, wenn man bei Antragsstellung keine Fehler gemacht hat und sich an verbraucherfreundlichen Versicherungsbedingungen orientiert hat. Um so wichtiger ist es, bereits in der Phase des Vertragsschlusses die Weichen richtig zu stellen und genau zu überlegen von wem man sich beraten und einen Vertrag vermitteln lässt. Schließlich entscheidet auch das darüber, ob man im Fall des Falles dem Versicherer (oder seinem Vertreter) allein gegenübersteht, oder Unterstützung erfährt, wie z.b. bei einem guten Versicherungsmakler. Ein paar Leistungsfälle aus eigener Praxis und zusätzliche infos finden Sie z.b. auf http://www.helberg.info/versicherungen/versicherungssparten/berufsunfaehigkeitsversicherung/berufsunfaehigkeit-erfahrungen-beratung-links-tipps.php . Dennoch stimmt es, dass viele ältere Personen mit Vorerkrankungen keinen Versicherungsschutz mehr bekommen und sich eine wachsende Zahl von Haushalten notwendigen Versicherungsschutz in der richtigen Höhe nicht mehr leisten kann oder Prioritäten anders setzt. Der Umgang damit kann jedoch nicht einzig Aufgabe der Versicherungswirtschaft sein, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und hängt damit zusammen, wie wir zusammen leben wollen, was uns wichtig ist und wie wir die Herausforderungen der Zukunft meistern wollen.
    Mit freundlichen Grüßen aus Osnabrück
    Matthias Helberg
    - Versicherungsmakler -
    www.helberg.info

  • Leute, mal nachdenken!

    Seid ihr gut ausgebildet? Traut ihr euch zu, eine skandinavische Sprache zu lernen? ich habe bereits 2005 meinen ersten Schwedischkurs gebucht (Auslöser - die Schröderschen Sauereien), spreche inzwischen (lt. Aussage von Muttersprachlern) perfekt und fließend. Zusammen mit meinem Dipl-ing die perfekte Voraussetzung für die anstehende Skandinavien-Auswanderung! Norwegen/Dänemark geht übrigens mit Schwedisch auch, die Sprachen ähneln sich. Habe in meinem Umfeld schon vor 5 Jahren immer gesagt, "ich gehe zur Privatvorsorge" wenn ich den Schwedischkurs meinte. Nie waren 68 EUR pro Trimester besser angelegt als hier. Also Leute, geht in euch und dann nix wie weg hier.

  • Herr blabla,

    wenn Sie eine Versicherung wären, würden Sie dann jemanden mit Vorerkrankungen versichern, bei dem die berufsunfähigkeit vorprogrammiert ist??? Versicherungen sind Unternehmen wie jede andere auch. Auch sie müssen zum einen Geschäfte machen, Geld verdienen, Gewinne machen, um ihre Kosten und Gehälter zu zahlen. Zum anderen würden Versicherungen teurer werden, wenn Risiken eingekauft werden. im Leistungsfall zahlen Versicherungen ein lebenlang eine vereinbarte bU-Rente, diese Risiken müssen bei der beitragsermittlung einkalkuliert werden. Und mit Vorerkrankungen (solange es keine extremen sind) wird mit Aufschlägen oder Ausschlüssen auch versichert!

  • Einen solchen Schwachsinn, den Sie hier verbreiten, habe ich lange nicht mehr gehört! Hoffentlich erwischt es Sie irgendwann, mal schauen ob sie dann mit ihrem Ersparten auch über die Runden kommen!!!!! Vielleicht sollten Sie sich mal Gedanken darüber machen, wo Sie eine Top-bU abschliessen können. Wenn Sie natürlich die billigste ausm internet raussuchen, bei der Sie im Schadensfall erst mal in eine gebührenpflichtige Telefonschleife weitergeleitet werden, die von Tuten und blasen keine Ahnung haben, dann ist ihnen nicht weiter zu helfen. Unumstritten ist, dass die bU mit die wichtigste Versicherung überhaupt ist! Vielleicht sollten Sie sich mal seriös beraten lassen, und hierbei meine ich nicht die Amateure der DVAG oder des AWD, den da sitzen die wahren ich habe meine bU bei meiner Sparkasse abgeschlossen, über die SV Sparkassenversicherung. Wenn ich da Fragen habe oder es zum Schadensfall kommt, können die es sich bestimmt nicht erlauben, nicht zu zahlen. Denn die haben einen Ruf zu verlieren, den andere schon lange verloren haben! Das ich da ein paar EURO mehr zahle, ist mir durchaus klar, aber ich habe die Gewissheit, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben der mir keine Schrott-Versicherungen andreht. Natürlich respektiere ich ihre Meinung, aber wenn Sie zu diesem Thema keine Ahnung haben, dann sollten Sie auch keine belanglosen und stupiden Kommentare abgeben.

    Viele Grüße und schöne Weihnachten!

  • Schon mal darüber nachgedacht, dass manche Leute mit Vorerkrankungen gar keinen Schutz mehr bekommen können? So ergeht es mir nämlich. Die Versicherungen wollen verdienen, deshalb nimmt man keine schlechten Risiken. bleibt einem nur übrig selbst was zu sparen und zu beten....

  • Tja, was nützen einem die Weisheiten, wenn man zu einer Generation gehört, die vom Staat vera**** worden ist.
    Früher hieß es "Nein, ihr braucht keine private bU-Versicherung, gibt doch die bU-Rente. Damit seid ihr für den Ernstfall bestens abgesichert."

    Tja, und dann wurde die gesetzliche bU-Rente gekippt.

    Danach rannten einem die Versicherungsvertreter die bude ein, um einem eine private bU-Versicherung anzudrehen. Allerdings - so hieß es - wäre man ja nun schon etwas "alt". Die beiträge wären daher empfindlich hoch.
    Warum man denn nicht schon früher eine private bU-Versicherung abgeschlossen hätte? in jungen Jahren wäre doch alles viel günstiger gewesen.

    Haha - wie witzig??

    Welcher über 40jährige möchte (und kann) denn von seinem Nettoentgelt mal eben monatlich > 300 EUR als Vers.beitrag abzweigen - nur so ins blaue hinein?

    Und dann wird im Ernstfall - wie mein werter Vorposter schon erwähnte - womöglich noch nicht mal gezahlt.

    Nein Danke! Sowas brauche ich nicht!!

  • berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen im "Schadensfall" eh nicht.
    Entweder es werden in diesem Fall vom Versicherten plötzlich "versäumte" meldepflichtige Kleinigkeiten zum Gesundheitszustand gefunden,
    oder aber, und das ist noch viel krimineller,
    die Zahlungen werden zurückgehalten,
    in der Hoffnung der Versicherte verstirbt vor der letzten gerichtlichen instanz,
    oder er zerbricht seelisch bevor er zu seinem Recht kommt.

    berufsunfähigkeitsversicherungen sind eindeutig Abzocke, besser privat sparen für den Ernstfall,
    dies muss dann aber auch sehr tatkräftig angegangen werden.

    Des weiteren macht es Sinn sich Kinder zuzulegen,
    die einem im Ernstfall weiterhelfen.

    Sicher beides Wege mit vielen Unsicherheiten,
    aber immer noch sicherer als eine Versicherung,
    die schon von vornherein plant den Versicherten zu betrügen.


    MfG

  • Warum werde ich den Eindruck nicht los, dass dieser Artikel von meinem Versicherungsvertreter geschrieben wurde?

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