Berufsunfähigkeit
Versicherung muss bei Burn out zahlen

Das Burn-out-Syndrom gilt als Krankheit. Welche Folgen das bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit hat, erklärt Jutta Glock, Partnerin der Kanzlei Abeln Glock & Partner in Berlin, im Kurzinterview.

Frau Glock, können Manager mit Burn-out-Syndrom Geld von ihrer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen?

Unter Umständen ja. Das Landgericht München I hat entschieden, dass ein Burn-out eine Krankheit ist, die zur Berufsunfähigkeit führen kann. Geklagt hatte ein Manager, der nach 20 Jahren mit Dauerstress zusammenbrach und danach nicht mehr in seinem Beruf arbeiten konnte. Damit die Versicherung in der Pflicht ist, müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Welche sind das?

Ein medizinisches Gutachten muss den Befund belegen und ausschließen, dass andere Krankheiten die Ursache der Berufsunfähigkeit sind. Zudem gilt: Entweder der Betroffene hat die Versicherung bei Vertragsschluss informiert, dass er an einem Burn-out leidet. Hat sie ihn trotzdem angenommen, ist er abgesichert. Hat er nichts gesagt, muss er beweisen, dass er erst hinterher erkrankt ist. Das ist schwierig, da sich ein Burn-out schleichend entwickelt. Gelingt der Beweis nicht, ist die Assekuranz aus der Pflicht.

Was sollten Gestresste bei Vertragsschluss beachten?

Wer das Risiko minimieren will, sollte unmittelbar davor untersuchen lassen, ob ein Burn-out vorliegt. Wenn nicht, erleichtert das später im Streitfall den Beweis.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%