Berufsunfähigkeit
Vorsicht bei „Geld-zurück-Verträgen“

Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen locken mit einer Teilrückerstattung der Beiträge am Ende der Vertragslaufzeit. Doch die Auszahlung auf einen Schlag hat Nachteile gebenüber anderen Überschussbeteiligungen. Risikovorsorge und Sparverträge sollten nicht gekoppelt werden.
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DÜSSELDORF. Die Angebote klingen verlockend: Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, bekommt nach Ablauf der Laufzeit einen Teil seiner selbst eingezahlten Beiträge verzinst zurück. Doch der vermeintliche Spar-Effekt ist ein Trugschluss, eine andere Form der Überschussbeteiligung ist in der Regel lohnender.

"Versicherungen berechnen die Berufsunfähigkeitsversicherung konservativ. Das bedeutet, sie kalkulieren mit hohen bis sehr hohen Brutto-Beiträgen", erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Da die Gesellschaften aber netto in der Regel weniger Geld benötigen, um die Renten für die eingetretenen Berufsunfähigkeitsfälle zu zahlen, entstehen ihnen Überschüsse, die sie an den Kapitalmärkten anlegen.

Laut Mindestzuführungsverordnung müssen diese Überschüsse zu einem Teil an den Versicherungsnehmer ausgezahlt werden. Für diese Überschussbeteiligung gibt es drei Möglichkeiten:

1. Bonusrente

Hier werden die Überschüsse in einer Bonusrente angespart. Die Versicherten zahlen weiterhin den vollen Bruttobeitrag. Im Fall einer Berufsunfähigkeit erhöht sich der Rentenanspruch. Von dieser Bonusrente profitiert nur, wer tatsächlich berufsunfähig wird. Außerdem ist die Höhe der Zusatzrente nicht garantiert, sondern kann schmilzen, wenn die Versicherung schlecht wirtschaftet und ihre Überschüsse wieder aufbraucht.

2. Beitragsverrechnung

Hier werden die Überschüsse sofort an den Versicherten weitergegeben und mit den Beiträgen verrechnet. Dadurch sinken die netto gezahlten Beiträge. Wichtig: Ändert sich die Kostensituation, kann die Versicherung die Beiträge jederzeit wieder bis auf den Bruttobeitrag erhöhen.

3. Geld zurück

Auch hier zahlen Versicherte den kompletten Bruttobeitrag. Die Überschüsse werden verzinslich gesammelt und am Ende der Vertragslaufzeit auf einen Schlag ausgezahlt. Das gilt auch, wenn die Kunden vorher berufsunfähig werden - allerdings dann nur für die bis dahin eingezahlten Überschüsse. Versicherte würden nur dann von dieser Variante profitieren, wenn Sie die Überschüsse nicht selbst besser anlegen könnten.

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Kommentare zu " Berufsunfähigkeit: Vorsicht bei „Geld-zurück-Verträgen“"

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  • Zudem auch mal wieder falsch gerechnet wurde...
    bei der beitragsverrechnung hört es sich an, als könne man mit 28€ die bU finanzieren. Dabei werden die 28€ natürlich verzinst, die 61€ die man in die bU zahlt nicht. So vergleicht man auch hier wieder Äpfel mit birnen

  • @ nichnack

    Wie kommen Sie darauf, dass MLP-berater "akademisch" sind??? Heiterkeit!

    Akademiker können die vrgleichsweise einfache Mathematik nicht überlisten. Sie verwischen allenfalls die klaren Strukturen, um die eigene Existenzberechtiguzng nachzuweisen.

  • der bericht zeigt mal wieder sehr schön wie toll man äpfel mit birnen vergleichen kann und am ende lediglich einen obstsalat erhält. von einem akademischen vermittler wie die bei mlp erwarte ich persönlich ein wenig mehr sachverstand und eine wissenschaftliche herangehensweise.
    da die überschüsse aus einer risikoversicherung kommen sind diese auch nach 2005 steuerfrei. darüber hinaus muss ein fondsparplan gefunden werden, der bereits für 28,- euro 5-6 fonds besprart, wie es bei investement-bU´s häufig der fall ist. dies gibt es eher selten am markt. zusätzlich ist es auch ein psychologischer faktor, 30-30 jahre für etwas zu bezahlen, das evtl. nicht eintritt. außerdem sollte nicht vergessen werden, dass es sich hier in erster linie um eine bu-absicherung handelt und nicht um eine fondsanlage. wie bereits erwähnt ist die cash-back option lediglich etwas zum versüssen und sollte nicht als zusätzliche form der altersvorsorge betrachtet werden. mit der langfristigkeit eines solchen vertrages ist es immer das gleiche. betrachtet man die psychologischen aspekte weiter, so ergeben sich im gehirn immer mehrere immaginäre konten welche im wesentlich in verschiedene zeithorizonte eingeteilt sind. es stellt sich demnach unterbewusst immer die frage ein, wie schnell kann ich einen konto in freie liquide mittel umwandeln? deshalb ist es ex ante nicht unbedingt falsch, ein stückweit auf flexibilät zu verzichten, um sich so selbst zu zwingen, nicht den neuen flachfernseher oder die luxusreise in die karibik zu finanzieren!!!!

    p.s. frau schicketanz hat im übrigen recht. es gibt verträge die bei zahlungsschwierigkeiten den beitrag aus den fondsanteilen begleichen, um so den risikoschutz bU nicht zu verlieren. grüße intelligenter beitrag

    p.p.s. rechtschreibfehler sind natürlich beabsichtigt und gewollt :-)

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