Berufsunfähigkeits-Policen: „Ein Fake, ein einziger Blödsinn“

Berufsunfähigkeits-Policen
„Ein Fake, ein einziger Blödsinn“

exklusivViele Deutsche können sich wegen hoher Kosten nicht vor Berufsunfähigkeit schützen. Die Bundesregierung möchte das ändern. Doch Experten halten die Pläne für untauglich. Womit Versicherte jetzt rechnen müssen.
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DüsseldorfViele Handwerker haben einen harten Job. Irgendwann machen der Rücken oder die Gelenke nicht mehr mit. Maurer oder Maler werden deshalb viel schneller berufsunfähig als Mathematiker oder Ingenieure.

Gerade für Handwerker wäre daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine feine Sache. Doch oft bekommen Menschen in Berufen mit starker körperlicher Belastung gar keinen vernünftigen Schutz. Und wenn eine Versicherung doch dazu bereit ist, dann ist der Vertrag oft so teuer, dass viele ihn gar nicht erst abschließen.

An diesem Problem möchte die Regierung gerne etwas ändern. Deshalb plant sie, den Abschluss von Berufsunfähigkeitspolicen stärker zu fördern. Doch nach Ansicht von Experten wird das nun denkbar falsch umgesetzt.

Die Folge könnte sein: Denen, die solch eine Versicherung brauchen, bringt die neue Förderung wohl nichts. „Die Vorschläge sind ein Fake, ein einziger Blödsinn“, schimpft dementsprechend Michael Franke, der Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg GmbH in Hannover.

„Die im Gesetzentwurf gestellten Anforderungen verhindern das wichtigste Ziel: die Verfügbarkeit geförderter Vorsorge für möglichst viele Verbraucher, insbesondere für Verbraucher mit erhöhter Invalidisierungswahrscheinlichkeit“, sagt der Branchenkenner.

Er hat eine Stellungnahme zum Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge (Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz – AltvVerbG) verfasst. Doch ob seine Kritik gehört wird? Da hat er wenig Hoffnung.

Schon heute sei die Berufsunfähigkeitsversicherung für körperlich Tätige kaum mehr bezahlbar, stellt Franke fest. Nun komme die Regierung mit Vorgaben, die willkürlich erschienen und in die falsche Richtung gingen. Was die Regierung nun festschreiben wolle, biete ein Großteil der angebotenen Berufsunfähigkeitsversicherungen bereits, so Franke.

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„Nicht immer werden die guten Bedingungen eingehalten.“

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  • wie oft habe ich schon Obst oder Gemüse aufgeschnitten und festgestellt, dass es innen faul ist, oder noch schlimmer mit Pestiziden belastet oder genmanipuliert ist, was ich dann evtl. den Medien entnehmen konnte. Das Problem ist auch hier vorhanden, nur das Produkt unterscheidet sich

  • Wenn von der gesetzlichen Rentenversicherung überhaupt finanziell darstellbar,haben/hätten Sie damit meiner Meinung nach durchaus Recht. Es bleibt aber dennoch in den meisten Fällen eine Rentenlücke bei Berufsunfähigkeit. Aber das Problem wäre entschärft, richtig

  • Hallo Herr Schmidt, ich teile Ihre Ansicht, bis auf das mit der Riester Rente. Die finde ich nicht (mehr) kompliziert, seit es den Dauerzulagenantrag gibt.
    Michael Liskow, Hannover

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