Berufsunfähigkeitsversicherung

Warum eine gute Idee nichts bringt

Immer mehr Deutsche können nicht mehr bis zur Rente arbeiten. Ihnen droht die Armutsfalle. Das will die Regierung ändern – durch besseren Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Ein neues Gesetz geht jedoch am Bedarf vorbei.
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Fensterputzer leben gefährlich: Wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen, zahlen sie vergleichsweise viel. Quelle: ap

Fensterputzer leben gefährlich: Wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen, zahlen sie vergleichsweise viel.

(Foto: ap)

DüsseldorfAb 2014 können die Versicherer eine neue Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrente anbieten. Das ist im neuen Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz vorgesehen. So will die Regierung Berufstätige besser schützen, und zwar bis an ihr Lebensende. Und damit das auch klappt, sollen die neuen Versicherungen großzügig gefördert werden.

Die Idee ist gut. Denn immer mehr Deutsche werden krank und können ihren Beruf nicht mehr ausüben. Das zeigen regelmäßig Statistiken in der Sozial- und Krankenversicherung. Viele Deutsche sind gegen das Risiko, nicht mehr arbeiten zu können, allerdings sehr schlecht abgesichert. Sie könnten in die Armutsfalle geraten. Das gilt insbesondere für Menschen, die jünger als 50 Jahre sind.

Lesen Sie diesen und weitere Artikel zum Thema Berufsunfähigkeit in unserem 29-seitigen Dossier, erhältlich als PDF im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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29 Kommentare zu "Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum eine gute Idee nichts bringt"

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  • "Das will die Regierung ändern – durch besseren Schutz gegen Berufsunfähigkeit."

    Es gab mal eine Zeit mit einer Staatl. BU-Versicherung.
    Die hat eine sog. Regierung für alle ab 1961 Geborenen abgeschafft. Jetzt will eine sog. Regierung besseren Schutz?

    MuHaaHaaHaaa

  • Ich denke, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nach wie vor eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt ist. Damit man im Notfall aber wirklich etwas davon hat, sollte man sich vorab genau informieren, worauf es bei der Auswahl und vor dem Abschluss ankommt. Auf der Webseite http://www.geldtipps-aktuell.de/berufsunfaehigkeit-absichern.html habe ich einen sehr guten Beitrag zum Thema gefunden, den ich nur jedem ans Herz legen kann, der sich sachlich und verständlich informieren möchte.

  • Sorry, aber das ist blanker Unsinn.
    Die Versicherer sind nicht der Grund, warum es eine staatliche Neuverschuldung geben muss. Ganz im Gegenteil: Versicherungen und Pensionskassen sind aufgrund von Solvenz-Verordungen (Solvency I und II) ein garantierter Abnehmer für Staatsanleihen und sichern dem Staat damit regelmäßige Liquidität.

    Trotz der widrigen Zinslandschaft bieten Versicherungen eine respektable Rendite. Man darf nur nicht vergessen, dass eine Versicherung in erster Linie etwas absichert: Langlebigkeit, Tod, oder Berufsunfähigkeit. Das kostet auch Geld.

    Gäbe es Ratingagenturen wie Franke und Bornberg nicht, würden die Versicherer weitaus kundenunfreundlichere Bedinungen für die Berufsunfähigkeitsabsicherung anbieten.
    Franke fordert im Übrigen genau das, was uns fehlt: Bezahlbare Absicherung auch für "risikoreichere Berufe" und sorgt damit auch bei den Gesellschaften für Innovation.

    Im Übrigen leistet die private BU (je nach Gesellschaft) in 60 - 85 % der Fälle. Die Gesetzliche gerade mal 50 % und dann auch nur knapp die Hälfte des bisherigen Einkommens.

    Da wir Deutschen "leider" immer Älter werden, weil nicht genug Kinder nachkommen, die dann später anfangen zu arbeiten und wir im Rentenalter auch noch länger leben, kann der Staat seinen Sozialapparat nicht dauerhaft aufrecht erhalten.
    Wir können froh sein, dass wir "nur" zum Sparen animiert werden (Riester und Rürup) und nicht dazu gezwungen werden!
    Soziale Armut im Alter macht weder dem Betroffenen, Bund noch Ländern/Kommunen Spaß.

    Aussagen über "Ponzi-Schema" bzw. "Schwachsinn von Riester und Rürup" sind total daneben.

  • Um ihren Textbeitrag fortzusetzen:
    „Wer es braucht kann es nicht bezahlen“, stellt Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg fest.
    Und wer es bezahlen kann, braucht es (meist) nicht.

  • Tja, versicherungsmathematisch ist es ja korrekt, dass körperlich fordernde Berufe, Vorerkrangungen und ein fortgeschrittenes Alter ein höheres "Risiko" darstellen und daher höhere Prämien erfordern. Allerdings gibt es nach wie vor ein Sozialstaatsprinzip in unserer Verfassung. Dementsprechend müsste die Berufsunfähigkeit ausschließlich über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert werden. Würde das BVerfG endlich einmal dieses Prinip ernst nehmen, müsste es den Bund dazu verdonnern, kostendeckende, gestaffelte Bundeszuschüsse je nach Risikogruppe zu zahlen. ´Bei Beamtenpensionären machen die Dienstherren genau das, indem sie den Behilfesatz auf 70% erhöhen, damit Pensionäre im Alter nicht finanziell überfordert werden von ihren Versicherungsprämien.

  • ...und wenn man dann berufsunfähig wird, zahlen die versicherer nicht...bin selber davon betroffen und klage schon seit über einem jahr auf leistung. Glücklicherweise mit hilfe einer rechtschutz, die mir aber daraufhin gekündigt hat... Versicherer sind betrüger und lassen einen im regen stehen... Überlege momentan die presse einzubeziehen!

  • Was für ein seltsamer Artikel. Da werden dauernd die Kommentare einer Analysefirma (Franke & Bornberg), die ihre Dienstlesitung an Vermittler als Tool verkauft (Monatsgebühr so um die 70,- bis 100,- €), mit denen eines nicht für seine Seriösität bekannten Vermittlers (MLP) vermischt.
    Und dabei dann die wichtigste Information außer Acht gelassen: den Menschen soll durch den immer weiteren Abbau der Leistungen aus der Sozialversicherung bei gleichzeitig steigenden Beiträge das wenige Geld, was sie noch haben, durch private Versicherungen aus der Tasche gezogen werden.
    Leute, laßt es sein! Die Lebensversicherung ist ein Ponzi-Schema geworden, das nur noch durch die Einzahlung von frischem Geld am Leben erhalten wird. Und da die meisten Menschen den Schwachsinn "Riester" und "Rürup" durchschaut haben, müssen jetzt neue Instrumente für die Versicherungswirtschaft her. Da kommen solche Gesetzesänderungen gerade recht, nicht umsonst gibt es das komische Geschmäckle in der Peronalie des Bert Rürup...

    Im Übrigen sind die Versicherer der Grund dafür, warum es eine staatliche Neuverschuldung geben muß!!! Alleine die LV-Bestandsverträge spülen jährlich ca. 120 Mrd. in deren Kassen (man rechne mal nach, wie viel Geld bei den Versicherern liegen müßte und was da tatsächlich liegt!), sie müssen jedoch 70% des Geldes "sicher" anlegen. Nach Anlageregeln sicher sind nur und ausschließlich Staatsanleihen, also muß der Staat jedes Jahr neue Anleihen=Schulden emittieren, weil sonst die Versicherer nicht den staatlichen Regeln nachkommen können.
    D.h. im Klartext, die Versichertengemeinschaft zahlt über die Steuern die Erträge auf ihre Policen selber, die LV darf aber die entsprechenden Kosten abschöpfen.
    Verlierer ist wie immer der Steuerzahler...

  • Aha, die Regierung Merkel und die Kollaborateure der angeblich anderen Parteien pfeffern Miliarden zum Fenster raus (Rettung von hilfsbedürftigen Milliardären) und macht sich dann Gedanken über soziale Zusatzleistungen.

    Wer soll ihnen das abkaufen?

  • Wieder ein Gesetz, dass zu Gunsten der Versucherungwirtschaft dank effizienter Lobbyarbeit gemacht wird. Es geht dabei erst in zweiter Linie darum, etwas für die Bürger zu tun.

    So sind unsere Politiker.

  • Wer für den Hartz-IV Satz arbeiten geht ist ohnehin ein Trottel. Der kann ruhig zu hause bleiben und geht niemandem ab.

    Noch tragischer sind jedoch die Schmuddelunternehmen einzustufen, die sich Substandard entlohnten Arbeitssklaven bedienen müssen, weil sie kein ordentliches Geschäftsmodell zuwege bringen. Solche Sch***firmen gehören eigentlich verboten und zugesperrt. Deren Geschäftsführer in den Knast oder zumindest einen Tritt in den ....., damit sie sich auf ehrliche Art ihr Geld verdienen.

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