Betriebsrente
Beitragssicherung per Zusage

Beitragszusagen werden immer beliebter. 62 Prozent der neu zugesagten Betriebsrenten laufen nach diesem Modell.

Nestlé etwa bietet neuen Mitarbeitern nur noch Tarife mit Beitragszusagen an. Die Unternehmen garantieren dann nicht mehr einen festen monatlichen Betrag, sondern verpflichten sich lediglich, einen bestimmten Beitrag in den Anlagetopf zu zahlen. Mit diesem Modell schiebt der Arbeitgeber das Anlagerisiko auf den Arbeitnehmer, der freilich nicht abschätzen kann, wie hart ihn Aktiencrashs oder flaue Anleihemärkte treffen könnten.

Wer weniger garantieren muss, so die Logik des Gesetzgebers bei der Konstruktion der neuen Pensionsfonds, kann mehr in schwankungsstärkere Aktien investieren – schön für den Portfolioverwalter, aber unsicherer für den Pensionär, weil er stärker als bisher vom Gespür des Finanzprofis abhängig ist. Mit Aktien können überforderte Manager schließlich mehr Unheil anrichten als mit sicheren Staatsanleihen. Da der Arbeitgeber das Versorgungswerk aussucht, kann der Arbeitnehmer bei mangelhafter Rendite auch nicht, wie bei seinen privaten Ersparnissen, einfach den Anbieter wechseln.

Fehlentscheidungen der Portfolioverwalter oder der Versorgungswerke können Pensionäre und Unternehmen empfindlich treffen. So kürzte die Berliner Zahnärztekammer die Betriebsrenten 2001 um 16 Prozent, weil Kursverluste an der Börse die Pensionsgelder abschmelzen ließen. Beim Siemens-Pensionsfonds, der sich 2003 mit Infineon-Aktien verspekulierte, musste der Arbeitgeber tief in die eigene Tasche greifen, um das Finanzloch zu stopfen.

Solche Einbrüche könnten sich demnächst wiederholen, wenn die Aktienmärkte sich nur unzureichend von Verlusten erholen, die gleich zu Jahresbeginn aufgelaufen sind. Von Anleihen, mit 60 bis 70 Prozent die bei Weitem stärksten Positionen in den Portfolios der Pensionskassen, sind derzeit ebenfalls keine Wunder zu erwarten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt momentan bei 3,85 Prozent. "Mit guten Hedgefonds ließe sich in diesem Jahr ein besseres Ergebnis erzielen, aber davon haben deutsche Pensionskassen und Pensionsfonds meist nicht mehr als ein bis zwei Prozent im Portfolio", sagt Hendrik Leber, Chef des Frankfurter Vermögensverwalters Acatis. Das sei zu wenig, um die Gesamtrendite positiv zu beeinflussen.

Negativ wird sich dagegen das Engagement einiger Pensionskassen und Pensionsfonds bei verbrieften Krediten auswirken, die auf faulen US-Hypotheken basieren. Nur wenige Versorgungswerke weisen dazu Zahlen aus. Die Pensionskasse für die deutsche Wirtschaft (PKDW) etwa beziffert in ihrem Geschäftsbericht für 2006 den Anteil der mit Vermögenswerten wie Immobilien hinterlegte Anleihen (Asset Backed Securities) auf gerade mal 1,2 Prozent.

Dass andere Verwalter von Pensionsgeldern stärker in ABS-Papiere investiert haben, steht für Insider fest. "Besonders amerikanische Banken haben Druck auf die Entscheider ausgeübt, diese Krisenpapiere zu kaufen", sagt ein Frankfurter Investmentbanker. Pensionskassen müssen, anders als viele Banken, ihre zurzeit kaum handelbaren Anleihen nicht mit hohen Abschlägen schnell zu Geld machen. Viele hoffen, die Turbulenzen aussitzen zu können.

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Viele Anbieter zahlen den Mindestzins, mehr nicht.



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