BGH hob OLG-Urteil auf
BGH gibt geprellten Anlegern Recht

Anlagevermittler müssen gegenüber Kapitalanlegern auch ungefragt offen legen, wenn sie die Sicherheit einer Anlage nicht geprüft, sondern sich auf die Angaben des Anbieters verlassen haben.

din KARLSRUHE. Sonst haften sie nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) gegenüber dem Anleger, wenn die Informationen falsch sind. Verweise der Vermittler ohne Einschränkungen auf die Angaben des Kapitalsuchenden, mache er sich dessen Aussagen zu eigen, begründete das Gericht seine Entscheidung.

Der dritte Zivilsenat gab damit einer Frau recht, die sich 1995 auf Anraten eines Vermittlers an einer Gesellschaft beteiligt hatte. Bei seinen Beratungen bezog sich der Vermittler auf das Antragsformular. Darin bestätigte der Anbieter des Investments, „91 Prozent Ihrer Nettoanlagesumme“ seien abgesichert. Als der Initiator später pleite ging, stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Schneeballsystem handelte. Die Frau verklagte den Vermittler auf 22 000 Euro Schadenersatz. Das Oberlandesgericht wies ihre Klage jedoch ab.

Der BGH hob das Urteil jetzt auf und wies die Sache zur erneuten Verhandlung zurück. Der bei einer Anlagevermittlung entstehende Auskunftsvertrag verpflichte den Berater, den Anleger vollständig und richtig über alles zu informieren, was für dessen Entscheidung bedeutungsvoll sein könne. Von ungeprüften Angaben müsse sich der Vermittler daher distanzieren, wolle er nicht den Eindruck erwecken, er identifiziere sich mit ihnen.

Az.:
BGH III ZR 381/02

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