Bilanztest von 33 Versicherern
Wie PKV-Versicherte jetzt profitieren

Die Politik möchte die Regeln für die private Krankenversicherung ändern. Versicherer könnten davon profitieren. Schon jetzt stehen viele Gesellschaften gut da, wie ein Bilanztest für Handelsblatt Online zeigt. Welche Versicherer stabil sind und wo das Risiko auf steigende Beiträge wächst.
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DÜSSELDORF. Für Krankenversicherte dürfte sich einiges ändern ab dem nächsten Jahr. In Berlin hat das Kabinett gestern weitreichende Veränderungen für gesetzlich und privat krankenversicherte beschlossen. Nach dem "GKV-Finanzierungsgesetz" dürfte der Wechsel in die private Krankenversicherung schon bald deutlich leichter funktionieren.

Wenn der Entwurf Bestand hat und der Bundestag noch vor Weihnachten zustimmt, sinkt die Verdienstgrenze für Angestellte von 49 950 Euro auf 49 500 Euro im Jahr 2011. Noch wichtiger: Arbeitnehmer brauchen die Grenze nur noch einmal überschreiten - und nicht wie bisher dreimal.

Die Vertriebler stehen bereits in den Startlöchern. "Damit ist ein Wechsel sogar schon möglich, wenn ein Angestellter erstmalig im Dezember die Verdienstgrenze übertrifft", freut sich Clemens Keller, Leiter Krankenversicherung bei MLP. Wer im Dezember dieses Jahres die Grenze übersteigt, kann sich bereits 2011 privat versichern. Dafür würde bereits ein Bruttogehalt von 3843 Euro reichen, wenn der Arbeitgeber wie vielfach üblich ein 13. Monatsgehalt zahlt.

Von dem industriefreundlichen Kurs profitieren nicht nur die Gesellschaften. Auch für die PKV-Versicherte könnten die neuen Regeln positive Auswirkungen haben. "Durch das neue Gesetz könnten die privaten Versicherer einen Zulauf an jungen Kunden erhalten", sagt Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater (BVVB). Denn die Beiträge für gesetzlichen Krankenschutz steigen ab 2011 auf 15,5 Prozent, der Arbeitgeber soll sich an weiteren Erhöhungen nicht mehr beteiligen müssen. Gute private Tarife können wegen niedrigerer Beiträge oder besserer Leistungen dann für junge Versicherte ohne Familie attraktiver sein.

Für die Versicherer bedeutet das eine kurzfristige Verbesserung der Risikostruktur. Der Anteil an älteren Versicherten, die tendenziell höhere Kosten verursachen, dürfte dann sinken. "Der Spielraum für stabile Beiträge wächst", sagt Martin Zsohar, Geschäftsführer des Analysehauses Morgen & Morgen. Im Alter steigende Beiträge sind ein Hauptmanko im privaten Versicherungsschutz.

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Kommentare zu " Bilanztest von 33 Versicherern: Wie PKV-Versicherte jetzt profitieren"

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  • @baranski:
    Gerade die älteren PKV-Versicherten sind von der beitragsproblematik der bestandstarife betroffen. Schauen Sie sich doch mal bei ihrem PKV-Anbieter nach neuen Tarifen um. Durch einen Tarifwechsel können Sie hohe beitragsersparnisse realisieren. Ohne Kündigung, ohne Wechsel ihres Versicherers und das bei vollem Erhalt ihrer Alterungsrückstellungen. ist der neue Tarif in den Leistungen vergleichbar ihrem alten und bietet keine Mehrleistungen, dann geht das auch ohne Gesundheitsprüfung. im internet finden Sie Hinweise und weitere informationen dazu. Einfach mal nach "PKV-beitrag durch Tarifwechsel sparen" googlen.

  • Die USA wollten mal ein teil der guten deutschen gkv übernehmen. Jetzt haben die bewunderer der usa es umgedreht und wir übernehmen das usa-system. Der grösste bewunderer der usa ist unsere kanzlerin. Die wähler
    sollten bei wahlen dieses drama ändern. Laut umfragen sinkt das
    ansehen von merkel, westerwelle und co ja schon deutlich. hoffentlich ver-
    gessen diesmal die wähler nicht wer uns in diese lage gebracht hat. Wir
    brauchen eine regierung die das volk
    vertritt. Das volk der ddr hat uns vorgemacht wie man parteidiktaturen beendet. Wir sollten auch ein wenig von den franzosen übernehmen und uns nicht so viel von unseren provil-neurotikern gefallen lassen. Wie war
    noch der spruch "wir sind das volk"

  • Nichts wie hin....und nicht daran denken, dass man mal 75 ist, wie ich. - ich zahle jetzt 9.100.-€ an beitra pro Jahr. Woher nehmen???

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