Das neue Alterseinkünftegesetz gilt auf einmal als guter Rahmen für die private Vorsorge
Allianz Leben lobt die Regierung

Nach zuletzt heftigen Attacken schlägt die Allianz Lebensversicherung nun versöhnliche Töne gegenüber der Politik an. „Unserer Branche bietet das Alterseinkünftegesetz gute Verkaufsmöglichkeiten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Leben, Gerhard Rupprecht, gegenüber dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. „Die Menschen werden in die richtige Richtung angeschoben, privat vorzusorgen.“ Rupprecht verweist auf deutlich verbesserte steuerliche Abzugsmöglichkeiten bei der neuen privaten Leibrente. „Hier haben die Politiker wirklich einen ausreichenden Spielraum für die private Altersvorsorge geschaffen.“

Mitte Juni hatten Bundestag und Bundesrat das Alterseinkünftegesetz beschlossen, nach dem die Erträge von Kapital bildenden Lebensversicherungen, die ab Anfang 2005 abgeschlossen werden, zur Hälfte besteuert werden; Pläne zu einer vollen Besteuerung wurden nach heftigem Widerstand der Branche zurückgezogen. Steuerlich gefördert werden fortan vor allem die Riester- Rente und eine neue, streng regulierte Leibrentenversicherung. Dabei geht nach dem Tod das Kapital verloren, die Police kann nicht vererbt oder übertragen werden.

Hier hofft der Allianz-Leben- Chef mittelfristig noch auf ein Einlenken der Politik. „Es wäre besonders wichtig, dass bei den Leibrenten alle gezahlten Beiträge vererbt werden könnten“, sagt der Chef von Deutschlands größtem Lebensversicherer. Nachbesserungen in diesem Punkt seien notwendig, damit mehr Menschen vorsorgten. Laut Umfragen sind zwar drei Viertel der Bürger von der Bedeutung privater Altersvorsorge überzeugt, aber erst ein Drittel handelt entsprechend.

Rupprecht sieht noch ein weiteres Problem: Die hohen steuerlichen Freibeträge für die private Altersvorsorge lösen nicht die Probleme derjenigen, die zu wenig Geld für die private Altersvorsorge haben. Laut Verbraucheranalyse von Bauer- und Axel-Springer-Verlag haben 57,5 Prozent der Haushalte ein freies Budget von maximal 100 Euro monatlich.

Als problematisch beurteilt Rupprecht zudem den geringen Schutz von Altersvorsorgevermögen in Fällen längerer Arbeitslosigkeit. „Es hat keinen Sinn, die Sozialversicherung im Fall der Arbeitslosigkeit zu entlasten, wenn sie im Alter dann wieder einspringen muss. Diese Umschichtung verschärft langfristig sogar das Problem.“

In der Pflicht sieht Rupprecht seine Branche jetzt beim Verkauf von Riester-Renten. „Nach den jüngsten Nachbesserungen im Alterseinkünftegesetz gibt es jetzt nur noch ein Marketingproblem. Hier müssen sich die Anbieter engagieren, aber auch die Politik.“ Nach der Beseitigung unter anderem des komplizierten Zulagenverfahrens setzt Rupprecht auf eine Belebung des Absatzes. „Schließlich ist die Riester- Rente das einzige Produkt, das im Durchschnitt zu einem Drittel bezuschusst wird.“

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