Debeka-Chef Laue
"Die PKV muss versuchen, sauber zu bleiben"

Der größte private Krankenversicherer beklagt, dass Einzelfälle die ganze Branche in Misskredit bringen. Im Interview mit Handelsblatt Online beurteilt Debeka-Chef Uwe Laue die Überlebenschancen der PKV aber dennoch gut.
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Herr Laue, was ist das größte Problem der privaten Krankenversicherung?
Die öffentliche Wahrnehmung! Wenn man sich die Debatte um die private Krankenversicherung (PKV) anschaut, könnte man den Eindruck haben, dass sich die Lage der Branche dramatisch verschlechtert hat. Das ist jedoch nicht so.

 

Was übersehen Ihre zahlreichen Kritiker aus der Opposition, den Krankenkassen und dem Verbraucherschutz?

Das gegliederte System in der Krankenversicherung ist wichtig für die Qualität der Gesundheitsvorsorge im Lande. Das Gesundheitswesen lebt davon, dass ein Teil höhere Preise nehmen kann. Doch das ist den Kritikern schwer klar zu machen.

Leichter ist es da, auf Fehler in der Branche zu verweisen?

Natürlich, in der Branche wurde nicht alles richtig gemacht. Die Exzesse bei den Provisionen für Vermittler sind ein Beispiel. Doch da haben wir zusammen mit der Politik Lehren gezogen und Veränderungen umgesetzt. Die Beitragssteigerungen bei einzelnen Unternehmen sind spektakulär, aber nicht repräsentativ. Einzelfälle sorgen für eine verzerrte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

 

Nicht jeder Anbieter von privaten Krankenversicherungen hat eben so viele kostengünstige Beamte im Bestand und zahlt so wenig Provision für Abschlüsse wie die Debeka?
Das ist richtig. Unsere Beitragssteigerungen liegen deutlich unter dem Schnitt der Branche. Und bei den Provisionen sind wir meilenwert entfernt von dem, was anderswo an Vermittler gezahlt wird. Doch auch wir werden für die Fehler anderer haftbar gemacht.


Kommentare zu " Debeka-Chef Laue: "Die PKV muss versuchen, sauber zu bleiben""

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  • Die Versicherungspflicht ist Gesetz in Deutschland. Das ist kein "Problem" der Debeka. Jeder der seine private oder gesetzliche Versicherung kündigt wird erst bei Nachweis einer Anschlußversicherung entlassen. Das hat der Gesetzgeber so geregelt und alle Versicherer müssen sich daran halten.

  • Die Debeka vertreibt nur Jahresverträge.
    700 Euro Provision bei der Debeka für eine Beratung ist in meinen Augen mehr als gerechtfertigt (liebe Debeka Vertreter;).

    Wer vertreibt eigentlich die PKV´s die so hohe Beitragsanpassungen haben? Zum überwiegenden Teil Makler.
    Unabhängige Makler oder doch Makler die gerne PKV mit hoher Provision anbieten (12 Monatsbeiträge Provision aufwärts).
    Und dann wundern sich Kunden wenn Sie Beitragsanpassungen bekommen. Nicht vergessen liebe Kunden für 100 Euro gibts keinen vernünftigen Schutz und die Provision zahlt nicht das Unternehmen sondern indirekt der Kunde. Jedoch leben wir in einer freien Marktwirtschaft. Selber Schuld.

    Traurig ist das der PKV Verband das zulässt und einen ganzen Versicherungszweig so in Bedrängnis bringt. Auch die PKV Vorstände die nur an Jahresziele denken und langfristig für einen schlechten Ruf der Brache sorgen kann ich nicht verstehen.

    Und liebe Leser - an dieser Stelle kann ich schon sagen, sollte die Bürgerversicherung kommen. Wird sich eine Personengruppe weiter PKV versichern-die Beamten. Warum wohl ;)

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