Deka und Union
Erste Rürup-Fondsrenten im September

Den Wettlauf um die Einführung einer Fondsrente haben offenbar die Deka und Union Investment gewonnen. Während Marktführer DWS erst 2008 mit einem eigenen Produkt die sogenannte Rürup-Rente anbieten können wird, starten die Konkurrenten bereits im September.

rez FRANKFURT. Als erste deutsche Fondshäuser wollen die genossenschaftliche Union Investment und die Sparkassentochter Deka im September eine Rürup-Rente anbieten. Die Union werde Anfang September mit dem Verbundpartner R+V- Versicherung eine fondsgebundene Rentenversicherung anbieten, sagt Hans-Joachim Reinke, Union-Privatkunden-Vorstand. Die Deka will laut einer Sprecherin möglichst noch im September eine Rürup-Rente anbieten. Das „flexible“ Produkt werde sich von den Versicherungsangeboten unterscheiden und ohne Vorabprovisionierung des Vertriebs (Zillmerung) angeboten.

Konkret arbeitet zudem der deutsche Marktführer DWS an einem fondsbasierten Produkt für die nach dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup benannte steuerlich geförderte private Leibrente. Die DWS hält aber erst 2008 für einen realistischen Startzeitpunkt, wie Frank Breiting, Leiter private Altersvorsorge bei der DWS sagt: „Wir rechnen nicht damit, dass uns das Bundesfinanzministerium (BMF) vor September/Oktober mitteilt, für welche Ausgestaltung es eine Steuerförderung bewilligt.“

Fondsgesellschaften dürfen seit Januar Rürup-Verträge anbieten. Bislang gibt es nur klassische und fondsgebundene Rentenversicherungen von Versicherern am Markt. Laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft haben seit Einführung der Rürup-Rente 2005 gut 300 000 Menschen einen Vertrag unterschrieben. Das Potenzial für diese Form staatlich geförderter privater Altersvorsorge gilt als beträchtlich, seit die Steuerförderung im Jahr 2006 verbessert worden ist. Union Investment erwartet, dass die Hälfte der 17,5 Millionen Selbstständigen, Freiberufler und Besserverdienenden einen Vertrag unterschreibt. Der Finanzvertrieb MLP sieht sogar Potenzial in zweistelliger Millionenhöhe. Seit die Beiträge zur Rürup-Rente voll bis zu 20 000 Euro im Jahr steuerabzugsfähig sind, bietet die Rente mit ihrem Insolvenzschutz vor allem Vorteile für Selbstständige.

Für Anbieter seien im Vergleich zur Riester-Rente vor allem die höheren Ansparsummen attraktiv, sagt Breiting. Ärgerlich sei daher, dass das BMF noch keine klaren Aussagen zu Kernpunkten gemacht habe. Offen sei etwa, inwieweit trotz gesetzlich vorgeschriebener Leibrente die Auszahlphase über Fonds gestaltet werden dürfe.

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