Der Gesetzgeber schafft die Pauschalversteuerung ab
Direktversicherung kann bei Jobwechsel Probleme bereiten

Seit Anfang 2005 gelten für Direktversicherungen neue Steuerregeln. Problematisch können Altverträge bei einem Jobwechsel werden.

Bis Ende 2004 waren die Beiträge für eine Direktversicherung aus dem Bruttogehalt des Arbeitnehmers nur mit einem pauschalen Satz von 20 Prozent zu versteuern. Im Gegenzug griff das Finanzamt später auf den Ertragsanteil der Betriebsrente zu. Für einen 65-jährigen liegt dieser Ertragsanteil derzeit bei 18 Prozent. Weil der Fiskus schon beim Beitrag zugreift, spricht man auch von vorgelagerter Besteuerung. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sind Alterseinkünfte aber einheitlich nachgelagert zu besteuern.

Der Gesetzgeber hat daher das System der Pauschalsteuer Ende 2004 abgeschafft. Künftig bleiben die Beiträge zur Direktversicherung bis zur Höhe von 2100 Euro pro Jahr unversteuert. Die spätere Betriebsrente hingegen unterliegt dem vollen persönlichen Einkommenssteuersatz. Für Altverträge, die noch vor 2005 abgeschlossen worden sind, gilt allerdings nach wie vor die Pauschalsteuer - es sei denn, der Arbeitnehmer entscheidet sich bis Mitte dieses Jahres für das neue Steuerregime. Insbesondere für gut verdienende Angestellte hat die Option Pauschalsteuer Vorteile, weil sie so den hohen individuellen Steuersatz vermeiden können.

Fraglich ist nun, wie ein Altvertrag nach Pauschalsteuersystem von 2005 an auf einen neuen Arbeitgeber übertragen werden soll. Kann der alte Vertrag mit Pauschalsteuer weiterlaufen? Ist ein neuer Vertrag notwendig? Welche Folgen hätte dies für den Steuerbescheid? Bisher sind sowohl Politik als auch Versicherungswirtschaft die Antworten schuldig geblieben. Zum Leidwesen mobiler Arbeitnehmer.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 21 vom 19.05.2005 Seite 121

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