Die Abhängigkeit von der gesetzlichen Rente ist nach wie vor sehr hoch
In Punkto Vorsorge sind wir noch ein Entwicklungsland

Es hat sich vieles zum Positiven gewendet: Zum ersten Mal hat eine Bundesregierung klar gesagt, die gesetzliche Rente reicht nicht aus. Mehr noch: Die Regierung hat auch gehandelt. Mit dem Altersvermögensgesetz wurde ein deutliches Signal für die individuelle, kapitalgedeckte Altersvorsorge gesetzt.

HB DÜSSELDORF. Wer im Alter ohne finanzielle Sorgen leben möchte, muss früh beginnen, systematisch einen Kapitalstock aufzubauen. Eine Lebensversicherung läuft in Deutschland im Durchschnitt über 27 Jahre. Private Rentenversicherungen erreichen sogar Laufzeiten von 50 oder 60 Jahren. Kaum jemand wird derartige Verträge abschließen und auf Konsum verzichten, wenn er befürchten muss, sein Kapital könnte zum Spielball politischer Interessen werden.

Was dereinst in der Altersvorsorge sein wird, lässt sich heute bereits am Schutz im Falle von Berufsunfähigkeit ablesen: Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit befindet sich der Staat hier auf einem dramatischen Rückzug. Für jüngere Versicherten wurde 2001 der Schutz bei Berufsunfähigkeit vollständig abgeschafft. Das finanzielle Risiko, aus gesundheitlichen Gründen den Beruf nicht mehr ausüben zu können, ist heute Privatsache.

Die individuelle Altersvorsorge soll aber nicht nur Absicherung im Falle von Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit oder Langlebigkeit bieten. Sie soll auch die Risiken der Inflation und des Kapitalmarktes begrenzen. Ferner soll sie es kleineren Einkommen ermöglichen, an den Chancen der internationalen Finanzmärkten teilzuhaben. Verlässliche Leistungszusagen müssen außerdem die langfristige Vorsorge berechenbar machen.

Rund 70 Prozent aller Arbeitnehmerhaushalte verfügen heute bereits über zumindest eine Lebensversicherung. Ein zunehmender Anteil der Alterseinkünfte stammt aus der privaten Vorsorge. Dennoch ist bei deutschen Senioren die gesetzliche Rente nach wie vor die mit Abstand wichtigste, bei vielen sogar die einzige Quelle der Alterseinkünfte.

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