Die Maschen der Neinsager: Versichert und verkauft

Die Maschen der Neinsager
Versichert und verkauft

Vor kurzem hat eine Insiderin bei Handelsblatt Online ausgepackt, wie Versicherer ihre Kunden bei Schadenfällen systematisch übervorteilen. Nun zeigen wir Ihnen die dreistesten Fälle - und wie Sie sich wehren können.
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DüsseldorfFußball ist kein Klostersport. Diese Thekenweisheit musste ein bayerischer Kicker auf schmerzhafte Weise am eigenen Leibe erleben. Beim Versuch den Ball wegzuschlagen, sprang er rund 1,20 Meter in die Höhe. Als er wieder auf dem Rasen landete, zog er sich einen schweren Bruch am Schienenbein zu, der zu einem Dauerschaden führte.

Dass der Unfall kein Unfall sei, musste der Sportler von seinem Versicherer lernen. Trotz Unfallpolice wollte die Gesellschaft nicht zahlen. Der Unfallversicherer lehnte eine Regulierung des Schadens ab, weil es sich nicht um ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis handeln sollte. Der Versicherte musste bis vors Oberlandesgericht München ziehen, um zu seinem Recht zu kommen (Az. 25 U 5554/10).

Lesen Sie diesen und weitere Artikel zum Thema Berufsunfähigkeit in unserem 29-seitigen Dossier, erhältlich als PDF im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Kommentare zu " Die Maschen der Neinsager: Versichert und verkauft"

Alle Kommentare
  • Herr Rolliinger der verantwortliche bei der GDV und gleichzeitig Vorstand der R+V versäckelt wiedermal die Kunden. Die R+V ist als Hartliner in der Branche bekannt und selbst ich muss seit 4 JAHREN mittels Prozess gegen die R+V meine Schadenregulierung erkämpfen. Danke liebe R+V: Meine Mitarbeiter sind alle entlassen, meine Firma zerstört und ich Insolvent!! Ihre schönen Argumente können Sie das WC runterspülen. Zeigen Sie doch mal Transaprent auf wie es KMU-Schadenregulierungen aussieht. Da verhält es sich
    jedoch so das dass zerstören von Existenzen und Arbeitsplätzen dem Begriff Schadenregulierungsgewinn nicht standhalten kann. Keinem Betrüger steht aus Vortäuschung fremdes Geld zu welches das Kollektiv trägt. Aber Versicherer die Unternehmen als Versicherungsbetrüger in den Medien öffentlich denuzieren wie Sie Herr Rollinger und dies mittels verschwägerte Journalistin ihres GSR Gogg ist schwer kriminell!! Was denken Sie, sehr geehrter Herr Rollinger, Vorstand der R+V, nach Verlust meines Geschäfts, nach Verlust aller sozialen Kontakte durch Rufmord als Betrüger und mit Eintritt der Insolvenz nach 2 jährigem Kampf und Verlust aller Ersparnisse... was denken Sie, Herr Rollinger wie tief man noch fallen kann? Eines versichere ich Ihnen: NIEMALS SO TIEF WIE SIE! cu KOH

  • Da ich gerade das FFF für das Unfallprodukt gelesen habe, noch der Kommentar um welche Unfallversicherung es sich handelt VHV.

    Es ist aber wohlgemerkt bei diesem Versicherer die einzige Sparte, mit der es im Schadenfall häufig Probleme gibt.

  • Ich bin auch seit 15 Jahren im Geschäft, davon fast 8 als Makler. Es ist auffällig, das einige Gesellschaften, die übrigens wachsende Gewinne haben (bei gleichen Vertragszahlen), immer häufiger Schäden gerade im Bereich der Unfallversicherung um Monate oder Jahre verzögern oder ganz verweigern.
    Ich habe bei meinen Kunden in den vergangenen Jahren größere Schadenfälle im Bereich Unfall gehabt. Davon wurden von einigen Gesellschaften überhaupt keine Schwierigkeiten gemacht, darunter die Interrisk, die Inter z.B. - bei einer Gesellschaft (Maklerassekuranz) gab es bei 3 von 4 Fällen Probleme: angefangen mit sehr spät in Auftrag gegebener Begutachtung über ungerechtfertigte Kürzungen in Auszahlungen mit der Begründung man wolle später nochmal begutachten (5 Stellige Summe) bis zur vollständigen Ablehnung in meiner eigenen Familie. D.h. zwei von vier Fällen liegen kurz vor Gericht oder sind in Klage und das nach mehr als zwei Jahren nach dem versicherten Ereignis. Das kann nicht der Stein des Weisen sein. Zumal die Gewinne dieser Gesellschaft marküberdurchschnittlich steigen. Liegt das vielleicht an einer vor einigen Jahren eingeführten Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter?

  • Immer sind die Versicherungen an allem Schuld !!! Wer fragt denn mal, wie häufig Versicherungsbetrug in unserem Ländle vorkommt ? Wahrscheinlich genauso selten wie Steuerhinterziehung, gell ? Es ist doch zum Kotzen, dass jeder meint....wenn er Vers.-Prämie zahlt auch ein Recht hat, diese mit 500 % wieder zu erlangen. Wie auch immer! Ich selbst bin seit 30 Jahren in diesem Geschäft tätig und habe hunderte Fälle zur vollen Zufriedenheit der Kunden entschädigt. Manche aber auch eben nicht! Welchedas wohl sein mögen ?! Aber dieser Fall und auch andere ( Schienbeinbruch ), welche unbegründet abgelehnt werden, müssen natürlich auch Konsequenzen in diesen Häusern haben. Hier dürfte und muss auch von jeweiliger Konzernseite intensiv nachgefragt werden. Denn ein solches Verhalten schadet der gesamten Assekuranz. Mfg J. Groth

  • @Luegendetektor,
    das stimmt so nicht. Weil gute Berater wissen, welche Tarife zu knapp kalkuliert wurden, welche Formulierung im Schadenfall gewählt werden muss oder welche Versicherer so knapp kalkulieren, dass sie sehr schnell versuchen Zahlungen zu verweigern.
    Das sit übrigens keine neue Entwicklung, das war schon immer so. Neu ist der extreme Preisdruck der die Anzahl solcher Tarife und Versicherer die so agieren, weil der Wettbewerb allein über den Preis Ihnen als Wirtschaftrsunternehmen keine Wahl lässt.
    Zusätzlich haben die Betrügereien zugenommen oder die Einstellung, was ich reinzahle, muss auch wieder raus kommen. Beides ist Schmarotzerei auf Kosten der Versichertengmeinschaft, die ebenfalls den wirtschaftlichen Druck erheblich erhöht haben.
    Zusätzlich kommen gesetzgeberische Normsetzungen die in der Realität ohne deutliche Kostensteigerungen oder solche Praktiken am ende nicht wirtschaftlich umsetzbar sind.
    Unternehmen sind immer so, wie die Rahmenbedingungen sie prägen. Wenn Gewinn seriös nicht möglich oder immer schwerer wird, nehmen auch solche Praktiken immer mehr zu.
    Anders ausgedrückt, wenn die Hygienbestimmungen immer schlechter werden macht es keinen Sinn sich über den zu beschweren, der einen ansteckt.

    H.

  • Ich nehme an das ihre Wut daher resultiert, das sie glaubten sie wären gegen das Ereignis versichert, das nun nicht reguliert wurde.
    ich wette, das sie nicht von einem ordentlichen Makler oder Versicherungsvertreter beraten wurden.

    H.

  • ach herrje, haben sie sich mal gefragt,wieso ein Unternehmen das gewinnorientiert arbeitet große Gebäude baut?
    Es gibt 2 Gründe.
    1. Sie brauchen den Platz.
    2. Sie müssen repräsentieren. Der deutsche kauft nun mal keine Finanzprodukte von Vertretern in Jeans und T-Shirt. das gilt auch für die Gebäude.
    3. Stellt der Wert der Gebäude sicheres Anlagevermögen dar.
    Es ist anzunehmen, dass Vorstand und Beschäftigte das angenehm finden, aber noch angenehmer fänden sie es sicher Preise zu senken oder höhere Gehälter zu zahlen, wenn dies möglich wäre.

    Also denken sie erst nach, bevor sie reflexhaft Vorteilsnahme wittern, die so einfach eben nicht ist.

    H.

  • Es wäre ja schön, wenn dies Transparenz schaffen würde.
    Stattdessen wir der Verbraucher nur aufgehetzt um Interessen Dritter zu befriedigen.
    Für Aufklärung sind die Berichte viel zu einseitig. sie nutzen schlicht die Unmöglichkeit aus, das Laien sich ausreichend kundig machen können, um die Einseitigkeit überhaupt nur ahnen zu können.
    Das ist so wie der Artikel zu Steinbrück und dem Netzausbau.

    H.

  • Der Fehler lag bei Ihnen. So ist jedenfalls die Rechtslage. Wenn die Leasingsgesellschaft das Fahrzeug nicht rechtzeitig abmeldet oder selbst versichert, zahlen sie weiter.
    Das gilt auch für Fahrzeug ,die sie privat verkaufen und nicht abgemeldet haben. Manche Käufer holen so zusätzlich was aus dem Kaufpreis raus, wenn sie erst Wochen später neu versichern.
    Theoretisch können sie dafür Schadenersatz verlagen, aber bei deutschem Recht lohnt meist der Aufwand nicht.
    Das ist also ein rechtsstaatliches Versagen für das die Allianz gar nichts kann.

    H.

  • Fälle wie diesen hat esschon immer gegeben. Allerdings nehmen sie zu, seitdem nur noch der Preis entscheidet und Beratung für verzichtbar gehalten wird.
    Wer bei einem Makler oder eingesessenen Vertreter seine Risiken versichert und über Ihn auch die Schäden abwickelt dürfte eher selten Probleme bekommen.

    Das ist wieder mal so ein Fall, wo die preisgesteuerten Empfehlungen so manchen Ratgebers in Zeitschriften nach hinten los gehen.
    Billig ist eben nicht günstig und die Aufregung heuchlerisch. Wen der Preis alles entscheidend wird, dann erlangen solche Praktiken eben Wettbewerbsvorteile und mit ihnen die dazugehörigen Unternehmen.
    Die billigste Direktversicherung ersetzt eben doch nicht die teurere Beratung, vor allem wenn man eh keine Ahnung hat.
    Ebenso wenig ist es zu empfehlen Haustürberatern oder Empfehlungsberatern (so sie keine langjährige Agentur vertreten) oder Beratern von reinen Vertriebsorganisationen zu folgen, wenn man solche Überraschungen vermeiden will.

    H.

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