Die Regierung hat sich alle Mühe gegeben, die deutschen Fehler zu vermeiden
Französische Riester-Rente läuft besser

Die Riester-Rente à la française kommt gut aus den Startlöchern. Gut zwei Monate nach dem Start der neuen staatlich geförderten Altersvorsorge-Produkte hat die Branche schon mehr als 250 000 Verträge verkauft.

PARIS. „Das ist in der Vorurlaubszeit ein ermutigender Start“, sagt ein Sprecher des französischen Versicherungsverbandes FFSA (Fédération française des sociétes d’assurances). „Vor allem jüngere Kunden schließen die neuen Verträge ab“, heißt es bei den französischen Sparkassen. Viele Perp-Kunden hat-ten zuvor keinen Lebensversicherungsvertrag.

Damit scheint der neue Perp (plan d’épargne retraite populaire) genau das Publikum anzusprechen, das die Regierung bei Einführung dieser Riester-Rente à la française im Auge hatte. Im vergangenen Sommer beschloss die Regierung Einschnitte bei der staatlichen Rente. Parallel wurden wie in Deutschland neue Vorsorge-Produkte mit Steuerkick aus der Taufe gehoben, mit der die Sparer die Rentenlücke selbst schließen sollen: Für die private Vorsorge wurde Perp geschaffen, für die betriebliche Perco.

„Im Prinzip handelt es sich dabei um die klassische Lebensversicherung“, erklärt ein Experte der FFSA. Das Geheimnis des Erfolges: Anders als in Deutschland haben die Franzosen auf umfangreiche Auflagen für die staatliche geförderte Altersvorsorge verzichtet. So haben die Kunden die Wahl zwischen Verträgen mit Mindestauszahlungsgarantien und fondsgebundenen Policen. In der Regel ziehen die Perp-Sparer nach Beobachtung der Sparkassen die sichere Variante vor.

Die Prämien-Zahlungen für den Perp sind mit bis zu zehn Prozent von der Einkommenssteuer abziehbar (Höchstbetrag: 23 769 Euro). Die Auszahlung erfolgt zwingend in Form einer Rente, die versteuert werden muss. Eine Auszahlung des Kapitals ist nicht möglich. Diese bietet die betriebliche Variante Perco.

Bei der Gestaltung der neuen Produkte haben die Verantwortlichen den deutschen Riester-Flop als warnendes Beispiel vor Augen gehabt. „Die Sache mit der Riester-Rente sollte sich in Frankreich auf gar kei-nen Fall wiederholen“, sagt ein französischer Versicherungsmanager, der an den Beratungen mit der Regierung beteiligt war.

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