Versicherung
Die Rentenversicherung

Pränatal die Rente sichern - so lieben es die Konzerne und locken dafür mit dem sagenhaften Zinseszinseffekt. Wenn Papa von jetzt an in die private Rentenversicherung eine kleine Summe für den Filius einzahlt, kann sich der dann ergraute Sohn 2070 (so lange laufen viele Verträge) beruhigt in den Ruhestand verabschieden. Vorausgesetzt, es ist 65 Jahre lang weder dem Papa noch dem Filius beim Prämienzahlen etwas dazwischengekommen, die Versicherung konnte tatsächlich die erhofften Gewinne einfahren - und der Filius wird 65.

So rechnet es unter anderem die Inter Versicherung für ihre Police Fratz & Co. vor: Für Luises Altersvorsorge werden ab dem 1. Geburtstag 50 Euro monatlich angelegt; an ihrem 65. Geburtstag hat sie dann 481 643 Euro zur Verfügung. Die gleichaltrige Lotte spart erst ab ihrem 30. Geburtstag für das Startgeld in den Ruhestand - dafür muss sie dann monatlich 336 Euro einzahlen. Das Kleingedruckte: eine Musterrechnung mit sechs Prozent Zinsen, Abschluss- und Verwaltungskosten bleiben gleich außen vor - eine sonnige Rechnung. Der Bund der Versicherten hält schon Renditeprognosen von fünf Prozent für Augenwischerei. Versicherungsfachwirtin Bianca Höwe: "Am Ende bekommen Kunden » häufig nach Abzug aller Kosten weniger als ein Prozent Rendite."

Die Rentenversicherung basiert meist auf einer Kapitallebensversicherung, die um eine spätere Berufsunfähigkeitsversicherung aufgestockt werden kann. Danach richten sich auch die monatlich zu zahlenden Prämien, ab 25 Euro aufwärts.

Der Nachteil: Hohe Abschluss- und laufende Verwaltungskosten sind sicher, die Rendite ist es bis auf den Garantiezins bei den Kapitallebensversicherungen nicht. Der frühzeitige Ausstieg kann teuer werden.

Risikofreudigeren Naturen stehen Produkte wie die fondsgebundene Police namens Einstein aus dem Hause Aspecta zur Verfügung. Hier kann sich der Kunde alle Arten von Fonds aus einer Liste aussuchen.

Fazit: Ein Spiel mit zu vielen Unbekannten. Viel wichtiger ist die Vorsorge für einen Unfall oder eine schwere Krankheit, sonst droht dem Kind lebenslang das Schicksal Sozialhilfe. Zwei Varianten sind im Angebot: Invalidität nur als Folge eines Unfalls oder auch als Konsequenz einer Krankheit.

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Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 32 vom 04.08.2005 Seite 78-80

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