Die rosige Steuersituation könnte sich ändern
Noch ist die Lebensversicherung schwer zu schlagen

Heute wird häufig über vor- oder nachgelagerte Besteuerung diskutiert: Sollten Sparer, die für das Alter vorsorgen, aus versteuerten Beträgen sparen und dafür hinterher die daraus entstehende Rente unbelastet kassieren?

fw DÜSSELDORF. Das ist bisher zum Beispiel bei Aktienfonds der Fall, für die meisten Arbeitnehmer auch bei der Lebensversicherung. Oder sollte aus unversteuertem Geld gespart und dafür die spätere Rente versteuert werden? So ist es bei der Riester-Rente.

Wer heute als Selbstständiger eine Lebens- oder Rentenversicherung abschließt, wird allerdings in der Regel weder vorne noch hinten besteuert: Er kann die Beiträge innerhalb einer bestimmten Grenze steuerlich absetzen und kassiert hinterher trotzdem steuerfrei. Besser geht es nicht. Deswegen dürfte es sich für Selbstständige fast immer lohnen, die Lebensversicherung bis zur steuerlichen Obergrenze auszunutzen. Die Berechnung dieser Obergrenze ist etwas kompliziert und sollte daher dem Steuerberater überlassen werden (die Regelung steht in § 10 Einkommensteuergesetz).

Aber auch ohne den Sonderausgabenabzug, der bei fondsgebundenen Versicherungen übrigens nicht möglich ist, sind Lebens- und Rentenversicherungen steuerlich attraktiv, weil die laufenden Erträge bei den üblichen Vertragsvarianten ebenfalls unversteuert bleiben. Bei Investmentfonds hingegen werden Zinsen und Gewinne jetzt schon besteuert, künftig auch Veräußerungsgewinne – wie genau, steht noch nicht fest.

Aber diese Steuerprivilegien der Lebensversicherung sind nun bedroht. Noch im Januar soll eine Expertenkommission unter der Leitung des Filmwissenschaftlers Bert Rürup Vorschläge zur Neuregelung der Besteuerung aller Alterseinkünfte machen. Rürup eilt der Ruf voraus, bei der Besteuerung klar zwischen Altersvorsorge und Vermögensbildung trennen zu wollen. Das könnte bedeuten, dass alle Formen der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge, die eine lebenslange Rente vorsehen, nachgelagert besteuert werden. Andere Sparformen – also die Kapital bildende Lebensversicherung – hätten dann als Investmentprodukt keinen Anspruch mehr auf steuerliche Förderung.

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