Die wichtigsten Fragen
Zukunftsplanung – so geht’s

Die Spielregeln für die private Rente ändern sich: bessere Förderung, neue Produkte und Veränderungen in den Steuergesetzen. Die wichtigsten Fragen zur privaten Altersvorsorge.
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Was der Tierärztin Nicole Brüchert da vorgeführt wurde, war wirklich ein dicker Hund. Eine Versicherungsvertreterin diente der jungen Medizinerin aus Essen eine sogenannte Rürup-Rente der Axa Versicherung zur privaten Altersvorsorge an. In den höchsten Tönen pries die Policenverkäuferin die finanziellen Reize der sogenannten ChanceInvest-Rente: Steuerliche Förderung und eine sensationelle Rendite würden aus 300 Euro monatlichem Beitrag später 22 280 Euro monatliche Rente machen.

Man müsste schon blind sein, um den Pferdefuß zu übersehen: Die Versicherungsvertreterin kalkuliert bei diesem Rentenprodukt mit bis zu zehn Prozent Rendite pro Jahr. Eine sehr optimistische Annahme und natürlich ohne jede Garantie. Und das Ganze auch erst zum Rentenbeginn 1. Juli 2059 – da wäre die Veterinärin dann stolze 85 Jahre alt. Die private Altersvorsorge ist das liebste Kind der deutschen Finanzdienstleister. Bei keinem anderen Produkt ist die Unterschriftsbereitschaft der Deutschen so hoch. Und so verdienen sich Banken und Versicherungen daran eine goldene Nase.

Jetzt haben auch große Investmentgesellschaften angekündigt, im vierten Quartal des Jahres eigene fondsgebundene Basisrenten – sogenannte Rürup-Renten – auf den Markt zu bringen. Sie wollen nicht länger zusehen, wie Banken und Versicherungen das boomende Geschäft unter sich ausmachen. Der Verkauf fondsgebundener Policen wächst doppelt so schnell wie der von klassischen Lebensversicherungen; Verträge über 1,3 Milliarden Euro Beiträge wurden allein 2006 neu unterschrieben.

Was nicht zwangsläufig an deren Qualität liegt. "Die guten Absatzergebnisse, getrieben von der Konzentration vieler Versicherungsvertriebe auf investmentorientierte Produkte, versprechen hohes Zukunftspotenzial", analysiert die Unternehmensberatung Tillinghast. Das gilt vor allem für die Anbieter. Noch dazu, weil sie bei diesen Produkten, anders als künftig bei Lebensversicherungen, nicht gezwungen sind, mehr von den stillen Reserven an die Kunden auszuschütten.

Zugleich hat der Staat mit seinem Potpourri an Zulagen und Steuerkniffen ausreichend Verwirrung gestiftet, sodass Versicherungsvertreter ihren Kunden oft wie der rettende Wegweiser im Dschungel erscheinen. Auf der nächsten Seite deshalb die wichtigsten Fragen:

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