Drei Fragen an: Karl Panzer
„Der Kunde zahlt unseren Mehraufwand“

Das neue Versicherungsvertragsgesetz soll die Branche zu mehr Transparenz zwingen. Karl Panzer, Vorstandschef der LV 1871, ist skeptisch. Im Handelsblatt-Interview sagt er warum.

Herr Panzer, was bringt Ihnen das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG)?

Die gesetzlichen Änderungen haben unsere Arbeit komplizierter gemacht. Die Umsetzung der neuen Regeln verursacht Kosten in Millionenhöhe - allein bei uns. Unsere Vermittler werden mit wesentlich mehr Bürokratie beim Abschluss von Verträgen - Stichwort Versicherungsbedingungen - belastet. Sie haben zudem neue Pflichten in der Beratung und neue Haftungen.

Finden die Kunden das positiv?

Im Gegenteil. Der Kunde kann den Vertrag ja nicht sofort abschließen, sondern muss erst 40 bis 60 Seiten Kleingedrucktes lesen und verstehen. Und er zahlt am Ende unseren Mehraufwand über die Prämien. Letztlich steht damit weniger Geld zur Verfügung, das renditeträchtig für den Versicherten angelegt werden kann.

Manche Versicherer weisen nun in neuen Verträgen neben Kosten auch Renditeziffern aus. Was bringt das?

Der Branchenverband GDV empfiehlt, neben den Abschlusskosten auch die Verwaltungskosten auszuweisen. Die Wirkung dieser laufenden Kosten auf die Beitragsrendite des Vertrages wird in Form eines Renditeeffekts dargestellt. Die Kosten von Lebensversicherungen werden dadurch vergleichbarer mit denen von Fonds. Dort werden einmalige Ausgabeaufschläge zu Beginn nicht in die Kennzahl Total Expense Ratio einbezogen. Deshalb ist es richtig, auch bei uns die einmaligen Abschlusskosten außen vor zu lassen. Ein Vergleich zeigt, dass die Renditeminderung bei Lebensversicherern im Vergleich zu Fonds sehr konkurrenzfähig ist.

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